Archiv der Kategorie: Grenzverletzungen

Ist ja nur Spaß?

Humorlos
von Erich Fried

Die Jungen werfen
zum Spaß
mit Steinen
nach Fröschen

Die Frösche
sterben im Ernst

 

“Ist ja nur Spass.” So heisst es oft nach verletzenden Aussagen. Für mich ist so eine Aussage ein Verweigern der Übernahme von Verantwortung für das eigene Handeln – dafür was man gesagt und getan hat und wie man mit anderen Menschen umgeht. Und das empfinde ich als Feigheit. Für eine Welt in der wir einander weniger verletzten braucht es das Gegenteil: Mut. Den Mut dazu zu stehen, dass mensch einen Fehler gemacht hat. Und sich dafür zu entschuldigen. Denn sonst kann der angebliche Spass sehr bitter enden.

Nein.

“Ich habe (…) gelernt, dass das Wort “Nein” ein vollständiger Satz ist.”

Jaycee Lee Dugard in: “A stolen life”

Im Buch  “A stolen life” (in der deutschen Übersetzung: Ein gestohlenes Leben) arbeitet Jaycee Lee Dugard ihre 18 Jahre andauernde Gefangenschaft nach ihrer Entführung im Alter von 11 Jahren auf. Ich habe es gerade fertiggelesen. Und das was mich grad ganz besonders beschäftigt, ist wie sie beschreibt, wie ihr Entführer systematisch jegliche Verantwortung für seine Handlungen abgewälzt hat. Das Gelesene (zu lesen, welche Folgen es für andere Menschen haben kann, wenn jemand seine Verantwortung nicht wahrnimmt) bestärkt mich darin, dass es richtig ist, von Menschen einzufordern, dass sie die Verantwortung für ihre Handlungen zu übernehmen.

Nur dann, wenn Nein. weiterlesen

Vertrauen trauen

«Es wird nie mehr so sein, nie mehr. Sie machen das Mädchen fertig. Wenn nicht die Polizei, dann die ZEITUNG, und wenn die ZEITUNG die Lust an ihr verliert, dann machen’s die Leute.»

«Die verlorene Ehre der Katharina Blum» Heinrich Böll

 

Wir haben alle unsere uns ganz eigene Art mit Herausforderungen umzugehen. Es beeindruckt mich, wie Jolanda Spiess-Hegglin und ihr Ehemann sich gemeinsam auf ihre jeweilige Art dagegen wehren, dass man Gras über die Ereignisse vom Dezember 2014 und die Berichterstattung darüber wachsen lässt – und damit die negative öffentliche Darstellung von Jolanda Spiess-Hegglin so stehen lassen würde als wären sie richtig. Es bestärkt mich wie die beiden damit und miteinander umgehen – wie eine Liebe unter einer Tsunami-Belastung Vertrauen trauen weiterlesen

Das Gras bitte!

Ich habe die Angewohnheit genau hinzuschauen – und in Dingen zu graben, die andere gerne zudecken möchten. Manche dieser Dinge sind schon lange her, andere weniger lang – aber allen ist gemeinsam, dass man auch einfach das Gras drüberwachsen lassen könnte.

Doch kann man das wirklich? Ich glaube nicht.

Meine Erfahrung ist folgende: Probleme, die nicht gelöst werden, tauchen in (immer absurderen Formen) wieder auf. Und:  Je mehr man ein Problem unter den Teppich kehrt, deso schwieriger wird rauszufinden worum es geht.

Darum möchte ich nochmal drei wichtige Punkte in Erinnerung rufen, um die es mir im Zusammenhang mit meinem Parkplatz und dem touristischen Projekt geht, dass am Hang gegenüber stattfindet: Das Gras bitte! weiterlesen

Selfie-Anzeige

Meine Selbst-Anzeige
Ich setze mich seit Jahren für Umwelt- und Friedensthemen ein. Dabei ist mir wichtig, dass ich öffentlich zu meinen Handlungen stehe – und damit einen Dialog über die aus meiner Sicht notwendigen Änderungen ermöglich. Selfie-Anzeige weiterlesen

Gar nicht ignorieren

„gar nicht ignorieren“ ist eine fehlerhafte Kontamination aus „gar nicht beachten“ und „ignorieren“ und war lange ein Schlagwort für die speziell österr. Art im Umgang mit Besatzungsmächten (Nazis, Russen).

Und unsereins wundert sich, dass mein Pachtvertrag mit Konrad Binder (der einen klar beschränkten Nutzungszweck festlegte) einfach ignoriert wurde und mein Grund und Boden monatelang gegen meinen Willen als Bauplatz genutzt. Dabei ist das Ignorieren nationale Tradition. Wer sogar Besatzungsmächte ignoriert, der lässt sich natürlich von einer Frau (noch dazu einer die im Ausland wohnt!) überhaupt nicht beeindrucken.

Dafür lasse ich wiederum mich nicht von Traditionen beeindrucken. Sondern Gar nicht ignorieren weiterlesen

Konsequenzen

Vor zwei Tagen hab ich etwas Interessantes gelesen:

“Aus der Lerntheorie wissen wir, dass das verlässliche Erfahren von Konsequenzen eine wichtige Unterstützung beim Erlernen von sozial adäquatem Verhalten ist.

Viele Personen (…) scheuen sich aber davor, konsequent zu handeln, weil sie Angst vor der Reaktion (…)  haben. Die Betroffenen lernen dadurch, dass es für sie immer eine Ausflucht gibt.”  (Zitat leicht abgeändert)

Das hat mich an die Erlebnisberg Luisenhöhe GmbH erinnert. Denn so weit ich mitbekommen habe, hat deren Verhalten eigentlich auch keine Konsequenzen.  Also z.B. nicht für die überwiegende Mehrheit der Gemeinderät*innen. Egal wie verschiedene Menschen der Erlebnisberg GmbH Luisenhöhe ihr Projekt umsetzen, wie sie mit den Menschen umgehen,  wie intransparent sie arbeiten, wie sie Aufträge vergeben, wie sehr die Kosten steigen – bis dato gab’s z.B. im Gemeinderat immer Unterstützung für ihr Projekt wenn sie darum fragten – sei es in Form von unterstützenden Beschlüssen oder gleich direkt in Form von Geld. Daraus werden sie dann wohl kaum lernen, dass es angebracht wäre, besser zu planen und anders mit Menschen umzugehen etc. – sondern eher Folgendes: Konsequenzen weiterlesen

Grenzen behaupten lernen

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“(…) Entwicklen Mädchen persönliche Grenzen, werden diese oftmals nicht respektiert. Damit ist nicht nur der sexuelle Missbrauch als extremste Ausformung der Grenzverletzung gemeint, sondern die alltägliche Respektlosigkeit, die Mädchen erfahren und die von ihrer Umwelt gar nicht als solche wahrgenommen wird.

Die von den Mädchen empfundenen Grenzmissachtungen werden oftmals nicht ernst genommen oder als solche erkannt. Dadurch haben Mädchen häufig nicht gelernt, ihre persönlichen Grenzen wahrzunehmen und zu behaupten. Grenzen behaupten lernen weiterlesen