Archiv der Kategorie: Gewaltfreiheit

Emotionale Unterstützung

Wie es Menschen mit mir geht – in Briefform

Ich bin ein Mensch der genau hinschaut und dann sagt, was ich sehe. Das ist nicht immer einfach – weder für mich, noch für die Anderen. Ich kann verstehen, dass es überfordert und man versucht ist diese Überforderung damit zu erklären, dass man sagt: “Es geht eh allen gleich mit dir.” Nur: Es stimmt nicht. Es geht Menschen schlicht und einfach unterschiedlich mit mir. Weil das was ich bin immer auf das trifft was mein Gegenüber ist. Um das zu illustrieren habe ich am 11. und 12. August 3 Briefe auf meinem Parkplatz aufgehängt, in dem 3 Menschen die mich näher kennen schildern, wie es ihnen mit mir geht.

Ich denke, es führt für Menschen, die ein Problem mit mir haben kein Weg darum herum, sich zu fragen: Warum hab ich denn so ein Problem mit der Renate? Was für ein Bedürfnis, das ich habe wird denn da nicht erfüllt? Und: Gibt es einen Weg, wie ich es erfüllen kann?

Und für mich führt kein Weg darum, mich zu fragen: Was mach ich denn, wenn ich mit Aussagen über mich konfrontiert werde, die meine Grenzen verletzen? Wie kann ich mir die Hilfe holen, die ich brauche um wieder ins Gleichgewicht zu kommen? Und als ich mich das nach einem Vorfall in Haag am Hausruck am 14. Juni 2019 – bei dem ich mir vorkam als sei ich soeben zum Freiwild erklärt worden, mit dem man umgehen kann, wie man will – fragte, da kam raus: Ich brauche emotionale Unterstützung. Worte von Menschen, die sagen: Wir erleben Renate als wertvoll. Und ich kam auf die Idee, Emotionale Unterstützung weiterlesen

Die Freiheit der Andersdenkenen

“(…) ist und bleibt die revolutionärste Tat, immer ›das laut zu sagen, was ist‹.
Rosa Luxemburg

Rosa Luxemburg

Ich wurde vor ein paar Tagen angefragt, ob ich bei einer -Rosa-Luxemburg-Veranstaltung als Übersetzerin aushelfen kann. Ich tat, was ich in so Fällen immer tue: Ich las mich ein. Und stellte dabei fest: Das was Rosa Luxemburg schrieb und vertrat ist erstaunlich aktuell.

Vor allem aber stellte ich überrascht fest: Diese Frau hat ja Die Freiheit der Andersdenkenen weiterlesen

Für wen?


“Man glaubt fürs Vaterland zu sterben, aber man stirbt für die Rüstungsindustrie.

Marcelle Capy, französische Pazifistin

Grad hab ich das Buch “Frauen gegen Hitler. Schicksale im Nationalsozialismus” ausgelesen. Im Buch wird u.a. über Hildegard Hamm-Brücher berichtet, die von den Widerstands-Aktivitäten der “Weissen Rose” wusste, aber selbst nie wirklich politisch aktiv wurde.  Nach dem 2. Weltkrieg engagierte sie sich für ein liberales und demokratisches Deutschland . Über sie steht in dem Buch: “Ihr politisches Engagement (…). Sie sah es als ein Vermächtnis – wenn es so etwas überhaupt gib – dieser lauteren Menschen an, daraus zu lernen, nämlich Verantwortung mitzutragen für eine menschenwürdige staatliche und gesellschaftliche Ordnung, das eigene Gewissen zu schärfen und gegen Unrecht und Unmenschlichkeit aufzubegehren – selbst um den Preis der persönlichen Freiheit, oder, wie bei den Geschwistern Scholl, des eigenen Lebens.”

Ich denke auch, Für wen? weiterlesen

Konsequenzen

Vor zwei Tagen hab ich etwas Interessantes gelesen:

“Aus der Lerntheorie wissen wir, dass das verlässliche Erfahren von Konsequenzen eine wichtige Unterstützung beim Erlernen von sozial adäquatem Verhalten ist.

Viele Personen (…) scheuen sich aber davor, konsequent zu handeln, weil sie Angst vor der Reaktion (…)  haben. Die Betroffenen lernen dadurch, dass es für sie immer eine Ausflucht gibt.”  (Zitat leicht abgeändert)

Das hat mich an die Erlebnisberg Luisenhöhe GmbH erinnert. Denn so weit ich mitbekommen habe, hat deren Verhalten eigentlich auch keine Konsequenzen.  Also z.B. nicht für die überwiegende Mehrheit der Gemeinderät*innen. Egal wie verschiedene Menschen der Erlebnisberg GmbH Luisenhöhe ihr Projekt umsetzen, wie sie mit den Menschen umgehen,  wie intransparent sie arbeiten, wie sie Aufträge vergeben, wie sehr die Kosten steigen – bis dato gab’s z.B. im Gemeinderat immer Unterstützung für ihr Projekt wenn sie darum fragten – sei es in Form von unterstützenden Beschlüssen oder gleich direkt in Form von Geld. Daraus werden sie dann wohl kaum lernen, dass es angebracht wäre, besser zu planen und anders mit Menschen umzugehen etc. – sondern eher Folgendes: Konsequenzen weiterlesen

Mobbing

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“Der Knackpunkt einer opferbezogenen Sichtweise wird auch daran deutlich, dass sogar Opfer in Mobbingsituationen fälschlicherweise immer wieder die Schuld bei sich suchen und immer wieder erfolglos probieren sich zu ändern, vermeintlich anzupassen, anders zu verhalten oder gar anzubiedern. Das ist nutzlos. Egal wie sich das Opfer auch verhalten wird, den Mobbingprozess wird es kaum durchbrechen, weil es dem/der Täter/in und Gehilfen, sowie allen anderen, gar nicht um Verhaltensänderung beim Opfer geht. (…)

Aus: Mobbing. Ein Praxis- und Methodenhandbuch. Zweite, neubarbeitete und erweiterte Auflage, von Nicole Marjo Gerlach, 2009, IBSN 978-3-00-027273-8l, Gewaltakademie Villigst

Worauf bauen wir?

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Dort wo wir wertgeschätzt werden als wer wir sind können wir uns in Geborgenheit zurücklehnen – wie die Katze auf dem Bild

“Wer sein eigenes Selbsdtwertgefühl aufbessern will, wertet sich heutzutage vielfach einfach selbst auf, indem er andere abwertet. Vermeintliche Defizite anderer bieten willkommene Anlässe, sich abzugrenzen, in der Hoffnung sich dann besser zu fühlen.
(…)

Menschen brauchen Anerkennung (z.B. durch Lob, Achtsamkeit, Wertschätzung, Solidarität, Liebe usw.). Je weniger Anerkennung ein Mensch erfährt und je schlechter damit seine persönliche Anerkennungsbilanz insgesamt ausfällt, desto weniger ist er/sie selbst in der Lage und dazu bereit denjenigen, den er/sie als anders erlebt, zu respektieren.

Ohne Anerkennung entwickeln wir keine Überzeugung von der Selbstwirksamkeit* der eigenen Person. Ohne Selbstwirksamkeitsüberzeugung gibt es keine Bereitschaft, Verwantwortung zu übernehmen.”

 

*Selbstwirksamkeit = die Überzeugung, dass wir durch unser Handeln etwas bewirken können, d.h. dass wir Probleme lösen und Erfolg haben können. Wenn ich an mich glaube, gewinne ich das Vertrauen anderer, wodurch meine Möglichkeit auf gute Gelegenheiten und Erfolg steigt.

Aus: Mobbing. Ein Praxis- und Methodenhandbuch. Zweite, neubarbeitete und erweiterte Auflage, von Nicole Marjo Gerlach, 2009, IBSN 978-3-00-027273-8l, Gewaltakademie Villigst

Anders… störend?

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Empfinden wir die in einem Konflikt zu Tage getretene Unterschiedlichkeit zum Gegenüber als normal und können wir sie akzeptieren? Können wir uns in die konkrete Situation des anderen hineinversetzen? Sind wir in der Lage auch die Wünsche und Bedürfnisse unseres Konflitkpartners zu verstehen und eine gemeinsame Lösung zu finden? Falls ja, dann setzen wir uns “konstruktiv” auseinander. Wir versuchen den Konflikt zu bearbeiten und können so ein Gleichgewicht wiederherstellen in dem sich besser “leben” und miteinander umgehen lässt.

Empfinden wir die Unterschiedlichkeit hingegen als störend, ärgerlich, nervenaufreibend  oder gar bedrohlich? Haben wir das Bedürfnis den anderen zu ändern? Versuchen wir ihn zu überzeugen oder gar zu besiegen? Akzeptieren wir die Meinung des anderen nicht? Ist unsere Standpunkt der bessere? Wollen wir Recht haben und gewinnen? Dann führen wir einen Machtkampf. Die Mittel zum Sieg führen meist zu Verletzungen auf beiden Seiten. Hier geht es nicht mehr darum, ein Gleichgewicht herzustellen, sondern ein Ungleichgewicht zu Gunsten eines Siegers zu verfestigen.

 Aus: Mobbing. Ein Praxis- und Methodenhandbuch. Zweite, neubarbeitete und erweiterte Auflage, von Nicole Marjo Gerlach, 2009, IBSN 978-3-00-027273-8l, Gewaltakademie Villigst

Fatal

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Zehn fatale Regeln nach dem Körpersprachetrainer Holger R Schlafhorst

1. Beharre unbedingt auf deinem Standpunkt, der andere wird schon nachgeben

2. Mache permanent und lautstark in der Öffentlichkeit bekannt, dass das Recht auf deiner Seite ist und der Gegner Unrecht begeht.

3. Suche nur Lösungen, die deine Lösungen maximal befriedigen, schliesslich bist Du ja im Recht.

4. Stelle den/die Gegner/in vor vollendete Tatsachen, das nimmt ihm/ihr den Wind aus den Segeln.

5. Suche dir Verbündete, die dir bedingungslos folgen, das schüchtert ein.

6. Wenn der/die Gegner/in nicht einlenkt, so drohe ihm/ihr Gewalt an, das zeigt immer Wirkung.

7. Akzeptiere auf keinen Fall Vermittlungsversuche Dritter, denn diese wollen nur Deine/n Gegner/in unterstützten.

8. Ziehe Erkundigungen über das Privatleben deines Gegners bzw. deiner Gegnerin ein und gib diese an die Presse weiter.

9. Wenn die nicht ausreicht, so lanciere Gerüchte, über geplatzte Schecks, drohende Zahlungsunfähigkeit oder sexuelle Eskapaden deines Gegners bzw. Deiner Gegnerin.

10. Gemeinsam mit dem/der Gegner/in unterzugehen ist allemal besser, als Zugeständnisse zu machen, schliesslich geht es ja um den Sieg der Wahrheit.

Aus: Theorien zur Gewalt "Homo homini lupus?" Was jeder über die Theorien, Ursachen, Bedingungen, Erklärungs- und Lösungsansätze von Gewalt wissen sollte. von Sibylle und Tim Bärsch, Gewalt-Akademie Villigst 

Schlau?

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Unter Leitung des Psychologen Robert Rosenthal machten Studenten Versuche mit angeblich “schlauen” und “dummen” Ratten. Diese waren aber gleich intelligent. In den Tests schnitten tatsächlich die “schlauen” Ratten viel besser ab als ihre “dummen” Artgenossen.

Aus: Theorien zur Gewalt "Homo homini lupus?" Was jeder über die Theorien, Ursachen, Bedingungen, Erklärungs- und Lösungsansätze von Gewalt wissen sollte. von Sibylle und Tim Bärsch, Gewalt-Akademie Villigst