Archiv der Kategorie: Gewaltfreiheit

Die Freiheit der Andersdenkenen

“(…) ist und bleibt die revolutionärste Tat, immer ›das laut zu sagen, was ist‹.
Rosa Luxemburg

Rosa Luxemburg

Ich wurde vor ein paar Tagen angefragt, ob ich bei einer -Rosa-Luxemburg-Veranstaltung als Übersetzerin aushelfen kann. Ich tat, was ich in so Fällen immer tue: Ich las mich ein. Und stellte dabei fest: Das was Rosa Luxemburg schrieb und vertrat ist erstaunlich aktuell.

Vor allem aber stellte ich überrascht fest: Diese Frau hat ja Die Freiheit der Andersdenkenen weiterlesen

Für wen?

“Man glaubt fürs Vaterland zu sterben, aber man stirbt für die Rüstungsindustrie.” 

Marcelle Capy, französische Pazifistin

Grad hab ich das Buch “Frauen gegen Hitler. Schicksale im Nationalsozialismus” ausgelesen. Im Buch wird u.a. über Hildegard Hamm-Brücher berichtet, die von den Widerstands-Aktivitäten der “Weissen Rose” wusste, aber selbst nie wirklich politisch aktiv wurde.  Nach dem 2. Weltkrieg engagierte sie sich für ein liberales und demokratisches Deutschland . Über sie steht in dem Buch: “Ihr politisches Engagement (…). Sie sah es als ein Vermächtnis – wenn es so etwas überhaupt gib – dieser lauteren Menschen an, daraus zu lernen, nämlich Verantwortung mitzutragen für eine menschenwürdige staatliche und gesellschaftliche Ordnung, das eigene Gewissen zu schärfen und gegen Unrecht und Unmenschlichkeit aufzubegehren – selbst um den Preis der persönlichen Freiheit, oder, wie bei den Geschwistern Scholl, des eigenen Lebens.”

Ich denke auch, Für wen? weiterlesen

Konsequenzen

Vor zwei Tagen hab ich etwas Interessantes gelesen:

“Aus der Lerntheorie wissen wir, dass das verlässliche Erfahren von Konsequenzen eine wichtige Unterstützung beim Erlernen von sozial adäquatem Verhalten ist.

Viele Personen (…) scheuen sich aber davor, konsequent zu handeln, weil sie Angst vor der Reaktion (…)  haben. Die Betroffenen lernen dadurch, dass es für sie immer eine Ausflucht gibt.”  (Zitat leicht abgeändert)

Das hat mich an die Erlebnisberg Luisenhöhe GmbH erinnert. Denn so weit ich mitbekommen habe, hat deren Verhalten eigentlich auch keine Konsequenzen.  Also z.B. nicht für die überwiegende Mehrheit der Gemeinderät*innen. Egal wie verschiedene Menschen der Erlebnisberg GmbH Luisenhöhe ihr Projekt umsetzen, wie sie mit den Menschen umgehen,  wie intransparent sie arbeiten, wie sie Aufträge vergeben, wie sehr die Kosten steigen – bis dato gab’s z.B. im Gemeinderat immer Unterstützung für ihr Projekt wenn sie darum fragten – sei es in Form von unterstützenden Beschlüssen oder gleich direkt in Form von Geld. Daraus werden sie dann wohl kaum lernen, dass es angebracht wäre, besser zu planen und anders mit Menschen umzugehen etc. – sondern eher Folgendes: Konsequenzen weiterlesen

Mobbing

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“Der Knackpunkt einer opferbezogenen Sichtweise wird auch daran deutlich, dass sogar Opfer in Mobbingsituationen fälschlicherweise immer wieder die Schuld bei sich suchen und immer wieder erfolglos probieren sich zu ändern, vermeintlich anzupassen, anders zu verhalten oder gar anzubiedern. Das ist nutzlos. Egal wie sich das Opfer auch verhalten wird, den Mobbingprozess wird es kaum durchbrechen, weil es dem/der Täter/in und Gehilfen, sowie allen anderen, gar nicht um Verhaltensänderung beim Opfer geht. (…)

Aus: Mobbing. Ein Praxis- und Methodenhandbuch. Zweite, neubarbeitete und erweiterte Auflage, von Nicole Marjo Gerlach, 2009, IBSN 978-3-00-027273-8l, Gewaltakademie Villigst

Worauf bauen wir?

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Dort wo wir wertgeschätzt werden als wer wir sind können wir uns in Geborgenheit zurücklehnen – wie die Katze auf dem Bild

“Wer sein eigenes Selbsdtwertgefühl aufbessern will, wertet sich heutzutage vielfach einfach selbst auf, indem er andere abwertet. Vermeintliche Defizite anderer bieten willkommene Anlässe, sich abzugrenzen, in der Hoffnung sich dann besser zu fühlen.
(…)

Menschen brauchen Anerkennung (z.B. durch Lob, Achtsamkeit, Wertschätzung, Solidarität, Liebe usw.). Je weniger Anerkennung ein Mensch erfährt und je schlechter damit seine persönliche Anerkennungsbilanz insgesamt ausfällt, desto weniger ist er/sie selbst in der Lage und dazu bereit denjenigen, den er/sie als anders erlebt, zu respektieren.

Ohne Anerkennung entwickeln wir keine Überzeugung von der Selbstwirksamkeit* der eigenen Person. Ohne Selbstwirksamkeitsüberzeugung gibt es keine Bereitschaft, Verwantwortung zu übernehmen.”

 

*Selbstwirksamkeit = die Überzeugung, dass wir durch unser Handeln etwas bewirken können, d.h. dass wir Probleme lösen und Erfolg haben können. Wenn ich an mich glaube, gewinne ich das Vertrauen anderer, wodurch meine Möglichkeit auf gute Gelegenheiten und Erfolg steigt.

Aus: Mobbing. Ein Praxis- und Methodenhandbuch. Zweite, neubarbeitete und erweiterte Auflage, von Nicole Marjo Gerlach, 2009, IBSN 978-3-00-027273-8l, Gewaltakademie Villigst

Anders… störend?

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Empfinden wir die in einem Konflikt zu Tage getretene Unterschiedlichkeit zum Gegenüber als normal und können wir sie akzeptieren? Können wir uns in die konkrete Situation des anderen hineinversetzen? Sind wir in der Lage auch die Wünsche und Bedürfnisse unseres Konflitkpartners zu verstehen und eine gemeinsame Lösung zu finden? Falls ja, dann setzen wir uns “konstruktiv” auseinander. Wir versuchen den Konflikt zu bearbeiten und können so ein Gleichgewicht wiederherstellen in dem sich besser “leben” und miteinander umgehen lässt.

Empfinden wir die Unterschiedlichkeit hingegen als störend, ärgerlich, nervenaufreibend  oder gar bedrohlich? Haben wir das Bedürfnis den anderen zu ändern? Versuchen wir ihn zu überzeugen oder gar zu besiegen? Akzeptieren wir die Meinung des anderen nicht? Ist unsere Standpunkt der bessere? Wollen wir Recht haben und gewinnen? Dann führen wir einen Machtkampf. Die Mittel zum Sieg führen meist zu Verletzungen auf beiden Seiten. Hier geht es nicht mehr darum, ein Gleichgewicht herzustellen, sondern ein Ungleichgewicht zu Gunsten eines Siegers zu verfestigen.

 Aus: Mobbing. Ein Praxis- und Methodenhandbuch. Zweite, neubarbeitete und erweiterte Auflage, von Nicole Marjo Gerlach, 2009, IBSN 978-3-00-027273-8l, Gewaltakademie Villigst

Fatal

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Zehn fatale Regeln nach dem Körpersprachetrainer Holger R Schlafhorst

1. Beharre unbedingt auf deinem Standpunkt, der andere wird schon nachgeben

2. Mache permanent und lautstark in der Öffentlichkeit bekannt, dass das Recht auf deiner Seite ist und der Gegner Unrecht begeht.

3. Suche nur Lösungen, die deine Lösungen maximal befriedigen, schliesslich bist Du ja im Recht.

4. Stelle den/die Gegner/in vor vollendete Tatsachen, das nimmt ihm/ihr den Wind aus den Segeln.

5. Suche dir Verbündete, die dir bedingungslos folgen, das schüchtert ein.

6. Wenn der/die Gegner/in nicht einlenkt, so drohe ihm/ihr Gewalt an, das zeigt immer Wirkung.

7. Akzeptiere auf keinen Fall Vermittlungsversuche Dritter, denn diese wollen nur Deine/n Gegner/in unterstützten.

8. Ziehe Erkundigungen über das Privatleben deines Gegners bzw. deiner Gegnerin ein und gib diese an die Presse weiter.

9. Wenn die nicht ausreicht, so lanciere Gerüchte, über geplatzte Schecks, drohende Zahlungsunfähigkeit oder sexuelle Eskapaden deines Gegners bzw. Deiner Gegnerin.

10. Gemeinsam mit dem/der Gegner/in unterzugehen ist allemal besser, als Zugeständnisse zu machen, schliesslich geht es ja um den Sieg der Wahrheit.

Aus: Theorien zur Gewalt "Homo homini lupus?" Was jeder über die Theorien, Ursachen, Bedingungen, Erklärungs- und Lösungsansätze von Gewalt wissen sollte. von Sibylle und Tim Bärsch, Gewalt-Akademie Villigst 

Schlau?

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Unter Leitung des Psychologen Robert Rosenthal machten Studenten Versuche mit angeblich “schlauen” und “dummen” Ratten. Diese waren aber gleich intelligent. In den Tests schnitten tatsächlich die “schlauen” Ratten viel besser ab als ihre “dummen” Artgenossen.

Aus: Theorien zur Gewalt "Homo homini lupus?" Was jeder über die Theorien, Ursachen, Bedingungen, Erklärungs- und Lösungsansätze von Gewalt wissen sollte. von Sibylle und Tim Bärsch, Gewalt-Akademie Villigst 

Grenzen behaupten lernen

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“(…) Entwicklen Mädchen persönliche Grenzen, werden diese oftmals nicht respektiert. Damit ist nicht nur der sexuelle Missbrauch als extremste Ausformung der Grenzverletzung gemeint, sondern die alltägliche Respektlosigkeit, die Mädchen erfahren und die von ihrer Umwelt gar nicht als solche wahrgenommen wird.

Die von den Mädchen empfundenen Grenzmissachtungen werden oftmals nicht ernst genommen oder als solche erkannt. Dadurch haben Mädchen häufig nicht gelernt, ihre persönlichen Grenzen wahrzunehmen und zu behaupten. Grenzen behaupten lernen weiterlesen