Lebensraum für Hummeln schaffen

“Ich habe ein paar Blumen für Dich nicht gepflückt, um Dir Leben zu schenken”
(angeblich: Christian Morgenstern)

Ich habe von 2006-2014 eine Alm in der Schweiz bewirtschaftet und hatte dort einen Heilkräutergarten angelegt, mit dem ich Tiere und Menschen pflegte – und die Hummeln erfreute. Die allermeisten dieser Heilkräuter habe ich im Frühling 2015 auf der Alm ausgegraben und zu Fuß je 500 Höhenmeter ins Tal getragen und dann per Bus und Zug nach Österreich gebracht.

Am 8. Mai 2015 (70-jähriger Jahrestags des Endes des 2. Weltkrieges) hab ich sie am Parkplatz eingepflanzt und gewässert, am nächsten Tag hat die Natur gleich selbständig nachgespritzt. Viele der Almpflanzen haben sich gut eingelebt – andere haben sich in andere Welten verabschiedet. Später haben mir dann Freundinnen aus verschiedenen Ländern Blumen und Kräuter aus ihren Gärten geschenkt und ich hab auch selber welche auf verschiedenen Wiesen ausgegraben und am Parkplatz angesiedelt.

Ingesamt ist ein bunter Migrations-Kräuter-Garten entstanden. Die Kräuter verschiedener Herkunft bringen – in wechselnder Schar – farbige Energie an den Ort, liefern meinen geliebten Hummeln Nahrung und geben den Pflanzenelfen ein Zuhause (als Ausgleich zur Deponiewiese unterhalb vom Parkplatz…).

Infos zu den Heilpflanzen-Tupfern auf meinem Parkplatz

alphabetisch geordnet – und inhaltlich bunt gemischt:

aus wissenschaftlicher, magischer, volksmedizinischer und Liebes-Sicht

Auf den Pflanzennamen klicken, um direkt zum Pflanzenfoto und der Beschreibung der Pflanze zu springen:

Alant Baldrian Bohnenkraut Engelwurz Fenchel Goldmelisse Goldrute Heidelbeere Heilziest Immergrün Kren Lavendel Mädesüss Majoran Marienblatt Pfefferminze Pfingstrose Purpur-Sonnenhut Salbei Schlüsselblume Schnittlauch Seifenkraut Süssdolde Steppen-Beifuss Thymian Weisse Taubnessel Wermut Ysop Zitronenmelisse

 Alant

(Inula helenium) – lindert Husten

Schmetterlings– und Bienenpflanze

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Meinen Alant habe ich in einer Bio-Gärtnerei gekauft – weiss aber nicht mehr genau in welcher. Seine Blüten begleiten mich schon einige Jahre – zuerst im Tal, dann auf dem Berg -und jetzt wieder im Tal. Ein Teil ist auch auf dem Berg geblieben, wie ja immer einerseits ein Teil von uns an den Orten lassen wo wir mal waren – und wir  andrerseits immer einen Teil diesen Orten mitnehmen auf unseren weiteren Weg. So bin ich denn auch ein Teil Haagerin, ein Teil Almbewohnerin, ein Teil Inselbewohnerin, ein Teil Städterin, ein Teil Französin, ein Teil Irin, ein Teil Schweizerin etc.

Und mein Alant ist auch ganz multinational.  Da ist es gut, dass er gut verwurzelt ist und es wird in der Tat auch seine Wurzel genutzt. Wichtig für seine Wirkung sind nämlich deren sekretlösenden ätherischen Öle. Der Wurzelstock hat einen aromatischen Geruch, er enthält Inulin, ein dem Fruchtzucker ähnliches Kohlenhydrat.

Alanttee wirkt bei vielerlei Sachen: Einerseits bei Bronchialleiden, chronischem Husten und Reizhusten. Dann aber auch bei Appetitlosigkeit, Magenschwäche und Sodbrennen. Er ist stark harntreibend und fördert die Monatsblutung.

Die getrocknete Wurzel kann wie Weihrauch über Glut verbrannt werden und parfümiert so das Zimmer. Ob das auch auf dem Parkplatz gegen den Autogestank wirkt, wäre noch auszuprobieren.

Hildegard von Bingen empfahl den Alant bei Hautenzündungen und Juckreiz. In der Tat juckt mich in Bezug auf den Parkplatz so Einiges.

Quelle:

Die Kräuter in meinem Garten“, Siegrid Hirsch & Felix Grünberger, Freya Verlag, 2013, ISBN 978-3-902134-79-0

Baldrian

(Valeriana officinalis) – Balsam für die Nerven

Schmetterlings– und Bienenpflanze

Ich habe auf dem Parkplatz schon mehrmals versucht Baldrian zu pflanzen. Einen brachte ich im Mai 2015 von meiner ehemaligen Alm mit. Er war also rauhes Klima gewohnt. Trotzdem ging er ein. Die damalige Zwangsnutzung des Parkplatzes brachte wohl sogar den nervenberuhigenden Baldrian aus der Ruhe. Im Herbt 2017 versuchte ich es noch einmal – mit einem Baldrian aus einer Ostschweizer Biogärtnerei. Auch er ging ein. Meine These ist, dass er damit sagen will, dass er derzeit nicht für mein Wohlergehen stehen kann – weil es dazu Dinge bräuchte die er nicht geben kann und zwar insbesondere eine öffentliche Entschuldigung des Bürgermeisters, des Gemeinderates und der Verantwortlichen der beteiligten Unternehmen.

Der Baldrian ist nämlich eine der “neun” Heilpflanzen, die in früheren Zeiten in den heissen Hundstagen gesammelt und am “Fest des Lugh” geweiht wurden, die für das kommende Jahr in Haus und Hof, für Gesundheit und Wohlergehen vonnöten waren.

Ehe der Baldrian als nervenentspannendes Mittel entdeckt wurde, galt das “Hexenkraut” vor allem als Liebesmittel. Mann und Frau zusammen sollten die Wurzel in Wein einnehmen. Ich hab’s nicht ausprobiert, aber ich nehme an, dass es bei Frau & Frau und Mann & Mann genauso wirkt.

Die Wissenschaft hat jede Menge Wirkungen des Baldrians tatsächlich belegt: Die beruhigende Wirkung von Baldrian wurde in einer grossen Anzahl klinischer Studien eindeutig nachgewiesen. Eine “Schlaf-Studie” zeigte eine deutliche Verbesserung der Schlafqualität, beim Grad an Ausgeruhtheit nach dem Aufwachen und beim allemeinen Wohlbefinden. Im Gegensatz zu synthetischen Schlafmitteln wurde beim Baldrian kein “Hangover-Effekt” (= fühlt sich an wie ein Kater) am nächsten Morgen festgestellt.

Quellen:

“Hexenmedizin. Die Wiederentdeckung einer verbotenen Heilkunst – schamanische Traditionen in Europa.”, Claudia Müller-Eberling, Christian Rätsch, Wolf-Dieter Storl, AT-Verlag, 1998, ISBN 3-85502-601-7

“Grüne Apotheke”, Dr. Jörg Grünwald, Christof Jänicke, GU Verlag, 2004 ISBN 3-7742-6464-3

Bohnenkraut

(Satureja montanta)  – hilft bei der Verdauung

Bohnenkraut wurde in Notzeiten als Pfefferersatz verwendet. Heute wird es v.a. als Beikraut zu Hülsenfrüchten verwendet. Für Besucher*innen am Parkplatz wichtig: Zerdrückte Blätter sind ein altes Hausmittel bei Insektenstichen.

Das Bohnenkraut auf der Alp ist weitgereits. Von einem von der Gemeinde gepachteten Garten in einem Schweizer Alpental auf die Alm und von dort auf die Parkplatzböschung – transportiert per öffentlichem Verkehr und zu Fuss. So hat es meiner Verdauung schon allein durch die Bewegung beim es Tragen geholfen, welche ja auch sehr wichtig ist für eine gute Verdauung 😉

Engelwurz

(Angelica archangelica) – beruhigt Magen & Darm

Schmetterlings– und Bienenpflanze

Waldengelwurz

Lange habe ich nach der Engelwurz gesucht, bevor sie endlich zu mir fand. Dann aber blieb sie und vermehrte sich tatkräftig. Das erste Exemplar auf dem Parkplatz war eine echtes “Almkind”. Es hat sich aus einer Engelwurz versamt, die ich in einer Biogärtnerei gekauft und auf die Alm raufgetragen habe. Auf der Alm bin ich zwar nun nicht mehr, aber ich habe dort jede Menge Engel-Wurz-Kinder hinterlassen. Auf dem Parkplatz haben sich nach dem Ende der zweijährigen Lebenszeit der Alm-Engelwurz keine Kinder eingestellt. Also habe ich im Herbst 2017 in einer Biogärtnerei in der Ostschweiz eine neue Engelwurz gekauft. Der gefällt es dort bis jetzt.

Wolf-Dieter Storl bezeichnet in seinem Buch “Die Seele der Pflanzen” die Waldengelwurz als einen verkörperten Lichtengel: “Hält die Betrachterin inne, so schreibt er, wird ihr Herz berührt und der Vorhang zwischen dieser und der anderen Welt lüftet sich.” Berühren möchte ich in der Tat mit meinen Pflanzen – und ich denke, dass was für die Waldengelwurz gilt, gilt wohl auch für die “Echte” Engelwurz – die ich auserwählt hab.

Und weiter schreibt Wolf-Dieter Storl, dass der Waldengel uns nicht nur Baketerien und Viren vom Leibe hält, sondern auch bösen Zauber und böse Geister. Vom Fernhalten unerwünschter Baumaterialien und Baumaschinen ist nichts erwähnt – aber wer weiss: Vielleicht hilft der Waldengel ja auch dabei – und der “Echte” Engel erst recht.

Quelle:

“Die Seele der Pflanzen. Botschaften und Heilkräfte aus dem Reich der Kräuter”, Wolf-Dieter Storl, Kosmos-Verlag, 2009 ISBN 978-3-440-11565-7

Fenchel

(Foeniculum vulagere) – macht den Menschen fröhlich

Schmetterlingspflanze

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Mein Fenchel war ein Jahr lang voll der illegale Ausländer! Und ich hab das voll unterstützt. Wir sind ja alle Ausländer*nnen – fast überall.

Mein Fenchel, der kommt aus Biberau, das ist in Deutschland. Von einem kleinen Bio-Kräuterstand auf dem Wochenmarkt. Er reiste dann mit mir – völlig ohne Aufenthaltsbewilligung (!!!) in die Schweiz (ausserhalb EU)  und verbrachte dort einen Sommer auf der Alm. Dann verrreiste er weiter. Zurück in die EU. Nach Haag am Hausruck. Dort ist er jetzt total legal und wächst vor sich hin und kann Menschen glücklich machen.

Immer wieder wird nämlich berichtet, dass Fenchel  oder Fenchelöl psychoaktiv wirken können. So z.B. von Hildegard von Bingen: “Wie auch immer er gegessen wird, macht er den Menschen fröhlich. (…) Sogar ein Mensch, den die Melancholie plagt, der zerstosse Fenchel zu Saft, und er salbe oft die Stirn, Schläfen,Brust und Magen, und die Melancholie in ihm wird weichen.”

Wenn ich meinen Senf dazugeben darf (Senf wächst übrigens noch keiner auf dem Parkplatz): Wenn ich mich wieder mal unter Magenschmerzen krümme und dann einen Fencheltee trinke und der hilft: Dann bin ich in der Tat nachher fröhlicher als vorher.”

Und am Fröhlichsten bin ich, wenn alle Menschen willkommen sind. Unabhängig davon welchen Pass bzw. Aufenthaltsstatus sie haben – oder ob sie überhaupt einen haben.

Quelle:

Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen, Christian Rätsch, AT-Verlag, 1998, ISBN 3-85502-570-3

Goldmelisse

(Monarda didyma) – hilft beim Einschlafen

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Die Goldmelisse wächst in der Schweiz in fast jedem Garten. Von einem dieser Gärten kam sie zuerst in den “Schrebergarten”, den wir von der Gemeinde des Dorfes gepachtet  hatten, in dem wir wohnten und dann zu uns auf die Alm.  Und von dort aus wurde sie sorgsam runtergetragen und wächst nun auf dem Parkplatz. Sie hat wunderschöne rote Blüten und ist eine Zierde für jeden Tee – und verleiht ihm eine ganz besondere Farbe.

Sie mag es gar nicht, wenn sie mehrere Jahre am selben Ort wächst und geht dann ein. Steht in den Büchern. Meiner Goldmelisse war diese Theorie schnurz. Sie wuchs auf der Alm am immer selben Ort jahrelang putzfröhlich vor sich hin. So eine ausdauernde und eigensinnige Gefährtin, die sich einen Deut drum schert ob das was sie praktisch macht theoretisch überhaupt funktionieren kann, ist genau das richtige für mich.

An Schönheit übertrifft die Goldmelisse so manch andere Heilpflanze, dafür hat sie bei den Inhaltsstoffen ein bisschen gespart. Die Wissenschaft hat noch nichts wirklich Handfestes gefunden. Aber das stört die Volksmedizin herzlich wenig. Der Tee aus den Blüten ist beliebt als Einschlafhilfe für Kinder und Erwachsene.

Quelle:

 Website von Martin Koradi: Phytotherapie und Heilpflanzenkunde

Goldrute

(Solidago virgaurea) – hilft bei Reizblase

Schmetterlings– und Bienenpflanze

Goldrute

Auf der Alm wuchsen die Goldruten auch wild. Aber da man sie aus Naturschutzgründen sowieso im Garten anbauen soll, passte es gut, dass nach der Auflösung des Schrebergartens im Tal auch eine dort von mir gepflanzte Goldrute einen neuen Platz suchte. Den fand sie dann neben dem Ziegenstall. Theoretisch war sie durch einen Zaun geschützt, aber die Geisslein haben sie ab und zu besucht. Schattig war es auch und die Humusdecke war auch nicht der Hammer, dafür die Schneedecke umso mächtiger. Das hat sie alles überlebt. Da wird sie sich wohl auch von Haag nicht unterkriegen lassen dachte ich mir. Dem war auch so. Sie ist zwar nach wie vor sehr klein, aber immer noch da.

Die Goldrute ist sowieso eine Pflanze die sich durchsetzt, wo andere schon lange aufgeben. Ihr Wirkung bei Reizblasen, Harnwegsinfektionen, Harnsteinen und Nierengries ist wissenschaftlich belegt. Sie wird als eines der besten Nierenmittel geschätzt und hat eine harntreibende, entgiftende und entzündungshemmende Wirkung.

Bei so viel Wissenschaft darf ein kleiner Verweis auf die Magie nicht fehlen: Die Goldrute dient als Wünschelrute, um Schätze zu finden. Dies deshalb, weil sich die Zwerge und Gnome, Behüter und Bewahrer der Schätze dieser Erde, der suggestiven Macht der “Goldenen Hexe” nicht entziehen können (im Buch von wo ich das abgeschrieben hab stand “Goldene Jungfrau”, aber an die Zauberkraft der Jungfräulichkeit glaube ich definitiv nicht, also hab ich das modernisiert).

Quellen:

“Grüne Apotheke”, Dr. Jörg Grünwald, Christof Jänicke, GU Verlag, 2004 ISBN 3-7742-6464-3

“Natürlich gesund mit Heilpflanzen”, Bruno Vonarburg, AT-Verlag, 6. Auflage, 2004, ISBN 3-85502-759-5

Die Kräuter in meinem Garten“, Siegrid Hirsch & Felix Grünberger, Freya Verlag, 2013, ISBN 978-3-902134-79-0

Heidelbeere

Vaccinium myrillus – einfach lecker! – hat es beim Parkplatz nicht gefallen – dzt. keine dort

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Die Heidelbeere auf der Parkplatzböschung war ein Almkind. Ich hab sie auf 1600m ausgegraben, im “Chreuel Mittelstafel”. Das war einer meiner Lieblingsorte auf der Alm. Dort wuchsen jede Menge Heidelbeeren – und Eierschwammerl. Die Kühe fanden das nicht so wahnsinnig toll – aber ich fand für die Menschen darf ja auch ein bisschen was wachsen. Alles was oben wuchs musste ich nicht rauftragen. Und die Bäurinnen und Bauern, die uns ihrer Tiere anvertraut haben, haben das Glas Heidelbeermarmelade als Dank für ihr Vertrauen auch immer sehr geschätzt. Vertrauen ist überhaupt ein ganz wichtiger Wert für mich – und steht auch im Zentrum meiner ganzen “Parkplatz-Erlebnisse” bzw. dem Weg den ich in Bezug auf den Parkplatz eingeschlagen habe (siehe Nutzungsvereinbarungen). In dem Sinn hoffte ich sehr, dass des der Heidelbeerpflanze – die mich daran erinnert – auch in Haag am Hausruck  gefällt. Leider war dem nicht so.

Die getrockneten Heidelbeeren sind pektinreich. Pektin hat die Eigenschaft, Flüssigkeiten im Darm an sich zu binden (und das Marmelade gut gelieren bzw. dick werden zu lassen, mit nur ganz wenig Geliermittel), wirkt also einem zu flüssigen Stuhl und Durchfall entgegen. Pektine binden auch schädliche freie Radikale an sich und sind drum nicht nur lecker sondern auch sehr gesund.

Quelle:

Die Kräuter in meinem Garten“, Siegrid Hirsch & Felix Grünberger, Freya Verlag, 2013, ISBN 978-3-902134-79-0

Heilziest

(Betonica officinalis / Stachys officinalis) – bei Alpträumen und Liebeswahn

Schmetterlingspflanze

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Der Heilziest hat mich immer schon fasziniert. Ich hab ihn in einem meiner zahlreichen Kräuterbücher entdeckt – fragt mich jetzt ja nicht in welchem. Dann suchte ich ihn auf den Pflanzlisten diverser Bio-Wildstaudengärtnereien. Er kam dann per Post zu mir, wurde zu Fuss auf die Alm getragen, blühte dort mehrere Jahre fröhlich im Almgarten, im Schatten der Stachelbeere – und vollführte wohl auch die eine oder andere Zauberei – bevor ich ihn dann runtertrug und er eine neue Heimat auf der Parkplatzböschung fand.

Der Heilziest ist eine stark magisch verankerte Pflanze. So verwundert es nicht, dass der gelbe Farbstoff, den die frische Pflanze liefert sogar grauem Haar goldene Lichter aufsetzt.

Für  Verliebte galt er als Wundermittel, das von der quälenden Liebe frei machen konnte.

Der Römer Plinius schreibt: “Diese Pflanze ist mehr als alle anderen Kräuter… Ihr Ruhm ist so gross, dass das Haus, wo sie gepflanzt wurde, gegen alle Gefahren gesichert ist.” Im Mittelalter mit dieser Pflanze auch viel gezaubert – auch von Schwarzkünstlern. Was es vor diesem Hintergrund wohl zu bedeuten hat, dass der Heilziest eine der wenigen Pflanzen ist, die auf meinem Parkplatz nicht so recht gedeihen will?

Quellen:

Wolf-Dieter Storl, “Die Seele der Pflanzen. Botschafen und Heilkräfte aus dem Reich der Kräuter”, Kosmos-Verlag, 2009, ISBN978-3-440-11565-7

Die Kräuter in meinem Garten“, Siegrid Hirsch & Felix Grünberger, Freya Verlag, 2013, ISBN 978-3-902134-79-0

Immergrün

(Vinca minor) – macht das Hirn munter

Schmetterlingspflanze

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Mein Immergrün hab ich in der Natur ausgegraben und dann auf der Alm eingesetzt. Von dort durfte es dann im Mai 2015 zurück in die Freiheit, ausserhalb dem Gartenzaun. Leider hat es das nicht überlebt. Da mir Freiheit sehr wichtig ist hab ich im Frühling 2018 ein zweites Immergrün ausgegraben, wieder in der Natur und zwar dort, wo als ich klein war eine Nachbarin wohnte, die mir immer ihren Tierschutzkalender schenkte –  aus dem ich dann mit Begeisterung Tierbilder ausschnitt. In dem Sinn ist das Immergrün eine Verbindung von Tier- und Pflanzenliebe.

Blätter und Blüten des Immergrüns enthalten eine ganze Reihe von Wirkstoffen. Dieser Wirkstoffkomplex zeigt u.a.tonisierende Wirkung auf die Hirngefässe, indem der Sauerstoffverbrauch und die Hirndurchblutung durch Immergrün zunimmt.

Quelle:

“Natürlich gesund mit Heilpflanzen”, Bruno Vonarburg, AT-Verlag, 6. Auflage, 2004, ISBN 3-85502-759-5

Kren

(Armoracia rusticana) – heizt die Liebe an – hat es am Parkplatz auch nicht so gefallen (dort tut sich wohl nicht so viel mit hitziger Liebe 😉

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Wie auch von anderen scharfen Gewürzen heisst es vom Kren, er heize die Liebe an. Wie gut, dass wenige Meter neben dem Kren eine Parkbank steht: Dort können danng gleich die heissen Küsse ausgetauscht werden (diese Nutzung des Parkplatzes ist zwar in den Nutzungsvereinbarungen nicht vorgesehen, aber die Liebe hat sich sowieso noch nie an Gesetze gehalten).

Meinen Kren hab ich erstanden, damit er meine Alm-Erdäpfel vor Krankheiten schützt. Die Erdäpfel haben sich dann tatsächlich gut vermehrt. Also zumindest in diesem Sinn kann ich aus persönlichen Erfahrung seine Liebes-Wirkung bestätigen. Für den Rest muss ich mich auf Bücher stützen.

Mein Kren ist – wie all meine Heilkräuter – ein Bio-Kind. Er ist darum arm an Spritzmitteln – dafür reich an Vitamin C und Mineralstoffen (Kalium, Kalzium, Magnesium, Eisen), enthält zudem ein ätherisches Öl und verschiedene Enzyme. Er regt die Magen-Darm-Tätigkeit an (Schmetterlinge im Bauch!), wirkt schleimlösend (das kommentier ich jetzt nicht…) und  harntreibend (na dann hoffen wir mal, die Erlebnisberg Luisenhöhe GmbH hat genügend Klos aufgestellt).

Quelle:
“Pflanzen der Liebe. Aphrodisiaka in Mythos, Geschichte und Gegenwart. Mit Rezepten und praktischen Anwendungen”, Christian Rätsch, AT-Verlag, 1990, ISBN 3-85502-524-X

Lavendel

(Lavendula angustifolia) – beruhigt und desinfiziert

Meinem ersten Lavendel hab ich das Leben gerettet. Ich fand ihn auf dem Weg zur Alm im Grünabfall. Dort rauf nahm ich ihn mitt und dort gedieh er prächtig – und schenkte vielen Hummeln Lebensglück. Später trug ich noch mehr Lavendel auf die Alm. Einen davon grub ich später wieder aus und brachte ihn nach Haag. Dort wollte ich ihn eigentlich auf dem Parkplatz eingraben. Doch dann schenkte ich ihn einer Freundin. Wie ich halt so bin 😉

Lavendel ist aber ein ganz wichtiges Heilkraut zur Abwehr von Unheil missgünstiger Geister – und ganz  super für die Nerven. Es darf also auf meinem Parkplatz nicht fehlen. Drum hab ich im Herbst 2017 in einer Biogärnterei in der Schweiz einen neuen Lavendel gekauft. Er wurde rein mit Zug und zu Fuss transportiert bis zum Parkplatz. Er ist klein, aber sehr nett und mensch darf ihn gerne anschauen. Am besten freundlich – böse Blicke wehrt der Lavendel ab 🙂

Lavendel ist nicht nur ein klassisches Nervenberuhigungsmittel (er entspannt ohne müde zu machen), sondern auch ein Desinfektionsmittel und das ätherische Öl ist deshalb eine gute Begleiterin in der Haushaltsreinigung. So mensch denn Lust zum Putzen hat.

Quelle:

Die Kräuter in meinem Garten“, Siegrid Hirsch & Felix Grünberger, Freya Verlag, 2013, ISBN 978-3-902134-79-0

Mädesüss

(Filipendula ulmaria) – Natürliches Aspirin

Schmetterlings– und Bienenpflanze

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Das Mädesüss wurde schon seit keltischen Zeiten als schweisstreibendes, fiebersenkendes, entzündungshemmendes, schmerzstillendes, antirheumatisches, “blutreinigendes” und stimmungserhellendes Heilkraut verwendet. Es enthält nämlich ätherisches Öl mit freier Salizylsäure, die im Körper zu Acetylsalicylsäure (=Aspirin) verstoffwechselt wird.

Der Markenname Aspirin  ist ein zusammengesetztes Kunstwort A(cetyl)+spir(ea)+in, in dessen Mittelsilbe sich eben die Spirea befindet. Tatsächlich kann das Mädesüss alles, was der synthetische Stoff kann: Neben seiner schmerzstillenden Wirkung ist er auch blutverdünnend und kann Blutgerinnsel verhindern. Da die Pflanzendroge auch Gerbstoffe, Flavonide und andere Wirkstoffe enthält, verursacht sie keine Magendarmschleimhaut-Reizung oder-Blutung als Nebenwirkung, wie es beim Aspirin der Fall ist.

Imker benutzen das Kraut – auch Bienenkraut oder Immenkraut genannt – um Bienenstöcke damit auszureiben. Das mögen die Honigtierchen, so dass junge Völker den Stock nicht verlassen.

Das Mädesüss, das auf dem Parkplatz wächst dient also den Bienen in doppelter Hinsicht, erstens zum Essen und zweitens für ihre Wohnung – und noch dazu hat die Pflanze die auf dem Parkplatz wächst schon Bienen aus zwei Ländern ernährt: Schweizer und österreichische Bienen. Eine wahrlich völkerverbindende Pflanze!

Quelle:
“Die Seele der Pflanzen. Botschaften und Heilkräfte aus dem Reich der Kräuter”, Wolf-Dieter Storl, Kosmos-Verlag, 2009 ISBN 978-3-440-11565-7

Majoran

(Origanum majorana) – beruhigt den Magen

Der jetztige Majoran auf der Parkplatzböschung kam auf indirektem Weg von meiner ehemaligen Alm zu mir. Derjenige den ich 2015 von der Schweizer Alm runtertrug hat sich nämlich nicht  in Österreich eingelebt und ging ein. Dann aber besuchte ich Anfang 2016 eine Freundin in der Schweiz und der hatte ich mal einen Ableger von meinem Alm-Majoran gegeben (ich teile und verschenke gerne). Und jetzt hab sie mir wiederum davon einen Ableger. Der zog dann mit mir in eine WG auf einem Biobauernhof, von dort zu einem Im-Topf-Zwischenaufenthalt in den Kanton Luzern und schliesslich auf die Parkplatzböschung. Ein richtiger Nomade! Und dem gefällt es jetzt am Parkplatz des stetigen Kommens und Gehen von Menschen aus aller Menschen Länder.

Majorantee wird bei leichten Magenbeschwerden oder auch Blähungen getrunken. Man kann daraus auch eine Blähungssalbe für Säuglinge und Kinder herstellen.

Quelle:
Die Kräuter in meinem Garten“, Siegrid Hirsch & Felix Grünberger, Freya Verlag, 2013, ISBN 978-3-902134-79-0

Marienblatt

(Chrysantemum balsamita)  – desinfiziert und kühlt

Die Existenz des Marienblatts entdeckte ich in einem Buch von Terre Vivante, einer französischen Genossenschaft, die seit 1979  im Bereich Biogärten aktiv ist (Bücher, Ausbildungen, Biogarten-Magazin etc.). Prompt habe ich mich auf die Suche nach einem Bio-Marienblatt gemacht und es auch gefunden. Das erste ging prompt ein. Davon liess ich mich nicht drausbringen und erstand noch eine Pflanze. Auf der Alm tobte die sich dann so richtig aus. Die Pfefferminze fand das nicht so toll und ich musste sie ziemlich bändigen. Jetzt wo ich nicht mehr oben bin, geht’s dort wahrscheinlich voll ab.

Ein kleiner Ableger von der Alm hab ich auf die Parkplatzböschung gesetzt. Ich bin nicht sicher, ob es ihm dort gefallen hat bzw. es überlebt hat. Gut wär es schon, weil es als dämonenabwehrendes Mittel und Blitzkraut gilt.

Wem das zu esoterisch ist, dem kann das Marienblatt auch Handfesteres bieten: Als Notfallmedizin ist der Blättersaft desinfizierend und kühlend bei Insektenstichen und kleinen Verletzungen. Gemeinsam mit z.B. Lavendelblüten kann man es auch gegen Motten und Fliegen im Schrank aufbewahren oder in der Küche aufhängen.

Quelle:

Die Kräuter in meinem Garten“, Siegrid Hirsch & Felix Grünberger, Freya Verlag, 2013, ISBN 978-3-902134-79-0

Pfefferminze

(Mentha piperita) – lässt Kopf & Darm zur Ruhe kommen

Schmetterlings– und Bienenpflanze

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Nicht umsonst gibt es in fast jedem Wirtshaus Pfefferminztee. Diese Pflanze hat es wirklich in sich.

Meine Pfefferminze steht für mich nicht nur für ihre Heilkraft – sondern auch für die Kraft der Freundschaft. Die Pfefferminze hab ich von einer Freundin geschenkt bekommen und sie wuchs zuerst auf 550m im Schrebergarten, den wir von der Gemeinde des Schweizer Dorfes gepachtet hatten, in dem ich damals wohnte. Dann zog sie um auf die Alm, auf 1300 m. Dort gefiel es ihr auch ganz prächtig. Und nun ist sie auf die Parkplatzböschung gezogen, wieder auf 550 m. Sie erinnert mich daran, welch unbändige Kraft Freundschaft entwickeln kann und wie lange einen scheinbar kleine Geschenke begleiten und stärken können.

Pfefferminzblätter helfen beider Behandlung von Verdauungsstörungen, Bähungen und Magenschleimhautentzündungen, sowie bei krampfartigen Beschwerden der Gallenblase und Gallenwege.

Die innere Anwendung von Pfefferminzöl hilft bei Verdauungsbeschwerden sowie Husten & Erkältungen. Die äussere Anwendung wird bei Husten & Erkältungen, rheumatischen Beschwerden, Spannungskopfschmerz, Juckreiz, Nesselsucht und Schmerzen bei empfindlicher Haut sowie bei Muskel- und Nervenschmerzen empfohlen.

Bei innerer Einnahme von Pfefferminzöl kann Sodbrennen auftreten. Bei äusserer Anwendung sind Hautreaktionen möglich. Die Inhalation kann in seltenen Fällen Atembeschwerden verursachen – eine alternative Heilplanze ohne Menthol ist die Apfelminze (der hat es aber beim Parkplatz nicht so gefallen bis dato – mal schauen, ob sie doch noch ihr Köpfchen irgendwo raussteckt…).

Den Genuss von Pfefferminztee beim geselligen Zusammensein (z.B. in Form von Eistee) kann ich jedenfalls allen ohne Bedenken empfehlen – und man darf dafür gerne von meiner Pfefferminze pflücken 🙂 Wenn die Pfefferminze am Parkplatz grad aus ist, dann gibt´s im Nachbarort ganz tolle Säfte zu kaufen, ganz regional:  Säfte vom Trauner aus Geboltskirchen). Regionale Produkte vermeiden Verkehr – und dann braucht es nicht mehr so viele Parkplätze.

Quelle:

“Grüne Apotheke”, Dr. Jörg Grünwald, Christof Jänicke, 2004, Gräfe undUnzer Verlag, ISBN 3-7742-6464-3

Pfingstrose

(Paeonia officinalis) – die heilige Pflanze des Götterarztes

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Meine Pfingstrose tauchte aus dem Nichts auf. Plötzlich wuchs sie in meinem Garten. Ich spürte von Anfang an eine besondere Verbindung zu ihr. Also  nahm sie, als ich den Garten unten im Tal auflöste, mit auf die Alm. Als dann meine Zeit auf der Alm zu Ende war kam eine Freundin mit hoch, um mir beim Runtertragen meiner Sachen zu helfen (die Alm ist nur zu Fuss erreichbar und aus Umweltschutzgründen räumten wir sie ohne Hubschrauber). Sie verliebte sich in die Pfingstrose und ich schenkte sie ihr. Jetzt wächst sie in ihrem Garten. Ein Teil der Pflanze aber wollte bei mir bleiben. Den fand ich bei meinem nächsten Besuch im Almgarten. Ich grub ihn aus und setzte ihn am Parkplatz ein.

Der Götterarzt Paian oder Paion soll die Pflanze im Garten der Hekate entdeckt und Pluto damit geheilt haben. Die Mysterienpflanze galt als “vom Mond gezeugt”.

Die Pfingstrose stand schon früh mit der Hexenmedizin in Verbindung. Sie soll auch Stürme vertreiben können. Vielleicht wollte sie deswegen mit. Um den Parkplatz – und mich – vor weiteren Stürmen zu schützen.

Quelle:

“Hexenmedizin. Die Wiederentdeckung einer verbotenen Heilkunst – schamanische Traditionen in Europa.”, Claudia Müller-Eberling, Christian Rätsch, Wolf-Dieter Storl, AT-Verlag, 1998, ISBN 3-85502-601-7

Purpur-Sonnenhut

(Echinacea purpurea) – stärkt das Immunsystem

Schmetterlings– und Bienenpflanze

Die Echinacea auf dem Bild (bzw. auf dem Parkplatz) hab ich bei der Wildstauden-Gärtnerei von Patricia Willi gekauft, und wohnte zuerst im von der Gemeinde gepachteten Schrebergarten in Diesbach/CH, auf 550 m Seehöhe. Als ich diesen kündigte (weil es sich mit der Alm nicht vereinbaren liess), trug ich sie im Herbst 2012 auf die Alm Chreuel Unterstafel auf 1300 m Seehöhe. Im April 2015 trug ich sie wieder runter und brachte sie am 8.5. nach Haag, wo sie wieder auf eine  Seehöhe um die 550 m weiterwächst.

Ich bereite aus – mindestens 4 Jahre alter – Echinacea Tinktur, die ich einnehme, wenn eine Erkältung im Anmarsch ist, oder mein Immunsystem sonstwie geschwächt.

Kennengelernt hab ich die Echinacea-Tinktur über die Firma von Dr. Vogel, der wiederum von Sioux-Häuptling Black Elk von ihr erfuhr und von ihm Samen geschenkt bekam. Die Echinacea steht für mich darum auch für Freundschaft & Schenken – und all das Schöne, das daraus entsteht.

Salbei

(Salvia officinalis) – bringt Schweissperlen zum Verschwinden

Schmetterlings– und Bienenpflanze

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Der Salbei hat in meinem Alm-Heilkräutergarten eine Sonderstellung, er steht für mich dafür, dass in schwierigen Zeiten mir wichtige Dinge von anderne (mit)getragen werden und für die Pflege meines inwendigen Gartens (siehe hier). Der Salbei auf meinem Parkplatz stammt ganz ursprünglich von einer Gärtnerei in der Nähe des Zürichsees, die Menschen mit Behinderung beschäftigt. Dort hat sie eine Bekannte von mir als Kind gekauft und in ihrem Beet gepflanzt. Ungefähr zwei Jahrzehnte später hab ich dann einen Ableger davon dort ausgegraben und mit Abstecher über die Gerichtsverhandlung gegen die Erlebnisberg Luisenhöhe GmbH im Juni 2015 zu meinem Parkplatz transportiert.

Aufgrund dieser besonderen Vorgeschichte gibt es zum Salbei auch einen besonderen Text, nämlich einen “Pflanzenbrief” von Jürg Reinhard:

“Lieber Salbei,

wie schön ist es, dass ich Dir auch im Winter begegnen kann, dass Du Deine samtenen Blätter selbst bei Schnee nicht fallen lässt. Ist dies vielleicht Dein Geheimnis, dass Du bei Kälte und Winter Kräfte im Menschen zu entfalten und mit Deinen Atmungsorganen, den Blättern, den Atemwegen die Hitze ätherischer Öle einzuverleiben vermagst? Sind Deine samtpelzigen Blätter selbst so etwas wie ein Flimmerepithel der menschlichen Atemwege auf pflanzlicher Stufe? Deine aschgraue Farbe verrät den lebendigen Veraschungsprozess in der Weisheit Deines Chemismus. Ist dies nicht das biochemische Geheimnis der die Lebenskräfte begleitenden Verbrennung in den Lungen, die bei Erkältung unserer Atemwege nicht mehr genügend erwärmt? Du hast mir – mit kalten Füssen und entzündlichen Schmerzen im Gaumen-Rachen- und Luftröhrenbereich im Schnee stehend – schon so oft geholfen. Du stärkst mir aber auch die Milz mit iher wärmeerzeugenden, immunstärkenden Tätigkeit. Du hilfst meinem Ich, im Stoffwechsel des Bauchraums wieder die Regie zu übernehmen und lässt ihn die Vertikale Deines Blütenstengels erfahren. Du hast die Kraft, mich gegen allerhand Süchte zu feien, ist Sucht doch der Zustand, in dem nicht mehr mein Ich, sondern das Es in mir bestimmt. Ein Bad in Dir hilft Sucht überwinden, stärkt Milz, Pankreas, Leber und Galle. Lieber Salbei, Dich als Lebewesen will ich ansprechen, mit Deinem physischen Leib will ich sorgsam umgehen, damit Dein Geist in Dir und um Dich herum den behandelten Menschen viel Heilung geben kann.”

Quelle: “Sanfte Heilpraxis mit selbstgemachten Medikamenten”, Jürg Reinhard, AT-Verlag, 2008, ISBN 978-3-03800-427-1

Schlüsselblume

(Primula veris) – beruhigt und lässt die Liebesglocken läuten

Schmetterlings– und Bienenpflanze

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Schnittlauch

(Allium schoenoprasum) – hilft bei Insektenstichen

Schmetterlingspflanze

Schnittlauch

Zahlreiche Schnittlauche hat es gebraucht, bis ich einen fand, der den harten Almwinter überlebte. Das Exemplar, dass es geschafft hat ist ein Bio-Schnittlauch aus Tirol, den ich im Sommer 2014 bei einer meiner “Parkplatzreisen” an einem meiner Umsteigebahnhöfe erstand, in die Schweiz importierte und auf die Alm rauftrug. Im Frühling 2015 wurde er dann wieder runtergetragen und neben dem Parkpaltz eingepflanzt. Auch dort behauptet er sich prächtig.

Der Schnittlauch hat wunderbare Eigenschaften als Mineralstoffspender in fast allen Salat-, Suppen- und Kartoffelgerichten.. Er bringt mit seinem schwefelhaltigen Öl die Verdauungssäfte auf Vorderfrau.

Schnittlauchblüten sind hübsche Farbflecke in Salat, Suppen und auf kalten Platten.

Wichtiger Hinweis für WanderInnen an der Luisenhöhe: Äusserlich verwendet Pfarrer Küenzle den zerquetschten Schnittlauch, um Insektenstiche zu behandeln. Darf im Bedarfsfall gerne ausprobiert werden!

Schnittlauch liebt Kaffeesatz als Dünger.

Quelle: “Die Kräuter in meinem Garten“, Siegrid Hirsch & Felix Grünberger, Freya Verlag, 2013, ISBN 978-3-902134-79-0

Seifenkraut

(Saponaria officinalis) – tut der Haut gut

Schmetterlings– und Bienenpflanze

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Mein Seifenkraut wucherte in der Schweiz im Tal genauso wie auf der Alm. Und in Österreich scheint es ihm auch recht gut zu gefallen.

Bei Pilzerkrankungen der Haut sind Umschläge und Kompressen hilfreich. Es ist hier egal, ob man die Abkochung aus der Wurzel oder aus dem Kraut bereitet.

Quelle:

Die Kräuter in meinem Garten“, Siegrid Hirsch & Felix Grünberger, Freya Verlag, 2013, ISBN 978-3-902134-79-0

Steppen-Beifuss

(Artemisia tridentata) – steht für die Kraft auch in schwierigen Zeiten zu überleben

Der Steppenbeifuss auf dem Parkplatz wächst direkt unter den zwei Ständern der ehemaligen Werbetafel von McDonalds. Die habe ich entfernen lassen, weil mir erstens wichtig ist, dass Menschen ihr Leben gesund geniessen dürfen – und die Ernährung bei McDonalds dem entgegenwirkt. Ausserdem ist mir wichtig, dass wir aufeinander schauen – und dazu braucht es Steuern. Die Steuerpraktiken von internationale Unternehmen wie McDonalds sind aber leider äusserts fragwürdig – die EU hat drum 2015 ein Prüfverfahren gegen McDonalds eingeleitet. Mit so einem Unternehmen will ich keine Geschäftsbeziehungen haben. Also habe ich McDonalds aufgefordert, das Werbeplakat zu entfernen. Das haben sie auch getan. Die Ständer – die eigentlich auch dazu gehören – haben sie stehen gelassen. Darauf habe ich nun meine Gedanken aufgehängt – an selbstgehäkelten Schnüren. So setze ich einen farbigen Gegenpunkt zum derzeitigen Wirtschaftssystem – versuche auf eine Art zu überleben, die nicht vorgesehen ist.

Der Steppen-Beifuss passt da gut dazu. Er steht für die Kraft, auch in schwierigen Situationen zu überleben. Er steht auch für die Bereicherung durch kulturellen Austausch: ursprünglich kommt er aus Nordamerika. In der indianischen Mythologie besänftigt der Coyote mit dieser Pflanze das Wassserungeheuer. Auch wenn nach seiner Ankunft auf dem Parkplatz eher die Dürre das Problem war: Eine Pflanze die die Naturgewalten einbremst kann in Zeiten von immer häufiger werdenden Wetterextremen nicht schaden.

Die Pflanze wird von der indigenen Bevölkerung der USA zu Rächerstäbchen gebunden. Der Druft der Pflanze gibt Kraft in Zeiten in denen wir uns innerlich geschwächt fühlen, er hilft uns, zu unserer inneren Kraftreserve zurückzufinden. Darum hoffe ich, dass er rasch wächst, damit möglichst viele Menschen von ihm profitieren können.

Quelle: “Botschaft an den Himmel. Anwendungen, Wirkung und Geschichten von duftendem Räucherwerk”, Susanne Fischer-Rizzi, Edition Grüne Erde

Süssdolde

(Myrrhis odorata) – Ersatz für Anis und Fenchel

Süssdolde

Die Süssdolde erinnert mich daran, dass die allermeisten Geschenke  zu einem zurückkommen. Sie hat sich nämlich auf der Alm so tatkräftig vermehrt, dass ich sie – wie andere Pflanzen an pflanzeninteressierte Besuche weiterverschenkt hab. Mein Ursprungspflanze hat also jetzt so viel Zuhause gefunden, dass sie auf jeden Fall weiterwächst – auch wenn das Exemplar auf der Parkplatzböschung es dort nicht so so toll finden sollte.

Die Blätter liefern etwas Süsse, deshalb fügt mensch sie dort ein,wo er/sie Zucker sparen will. Geheimtipp: Macht das Rhabarberkompott weniger sauer!

In die Gärten gelangte sie als Gewürzpflanze und als Kerbel- oder Anisersatz.

Quelle:
Die Kräuter in meinem Garten“, Siegrid Hirsch & Felix Grünberger, Freya Verlag, 2013, ISBN 978-3-902134-79-0

Thymian und Quender (wilder Thymian)

(Thymus vulgaris) & (Thymus serpyllum) – Antibiotikum der armen Leute

Schmetterlings– und Bienenpflanze

Die Thymiane auf meiner Alm kommen aus ganz verschiedenen Ecken. Der eine Thymian kommt aus einer Biogärtnerei in der Ostschweiz, der andere aus dem Garten einer Freundin in Deutschland und der wilde Thymian von einem Schweizrand – ausgegraben im Rahmen einer Wanderung mit einer dortigen Freundin.

Quendel und Thymian wirken ähnlich. Beide sind gute Hustenmittel. Ausserdem töten sie Bazillen und Viren. Auch den Ameisen ist diese Eigenschaft bekannt. Sie planzen den Quendel auf ihren Wohnungen an, um den Staat vor Viren- und Bakterienbefall zu schützen.

Quellen:
Die Kräuter in meinem Garten“, Siegrid Hirsch & Felix Grünberger, Freya Verlag, 2013, ISBN 978-3-902134-79-0
“Natürlich gesund mit Heilpflanzen”, Bruno Vonarburg, AT-Verlag, 6. Auflage, 2004, ISBN 3-85502-759-5

Weisse Taubnessel

(Lamium album) – hilft bei Ausfluss

Schmetterlings– und Bienenpflanze

Auf der Alm fand es die weisse Taubnessel ganz toll – beim Parkplatz weniger. Sie verkroch sich gleich unter die Erde zurück. Also hab ich 2016 eine Taubnessel nachgesetzt, die ich am Biohof ausgegraben hab, wo ich damals in der Schweiz wohnte. Auch der gefällt es an der Luisenhöhe nicht wahnsinnig. Also hab dann im Herbst 2017 ein Exemplar im Garten meiner Tante in Norddeutschland ausgegraben gemäss dem Prinzip: Wenn diese Pflanze so viel aushält wie meine Tante, dann wächst sie auch auf der Luisenhöhe. Und tatsächlich hat die Pflanze den Umzug von Nordeutschland nach Oberösterreich überlebt und nach ihrem ersten Winter in der neuen Heimat ganz freudig geblüht – und den heimischen Hummeln so zu Nahrung verholfen.

Wermut

(Artemisa absinthum)

Ich hab den Wermut der jetzt auf dem Parkplatz wächst im Schweizer Wallis ausgegraben, bei einem Besuch bei einem befreundeten Paar, die mich als ich vor 2 Jahrzehnten in die Schweiz kam um dort zu arbeiten mit offenen Armen in ihrem Haus aufnahmen bis ich eine Wohnung fand. Mit genauso offenen Armen nahm ich dann den Wermut in Österreich auf. Das hat der dann wohl gespürt und nach dem Winter war er immer noch da. Für mich ist er ein Zeichen dafür, wie wichtig und schön es ist, Menschen an einem für sie neuen Ort willkommen zu heissen.

Der Wermut steht für mich auch dafür, dass Dinge nicht einfach “gut” oder “schlecht” sind. Einerseits werden seine ätherischen Öle nicht von allen vertragen, Überdosierungen können zu rauschartigen Zuständen führen, auch Krämpfe können auftreten. Andrerseit gibt es kaum ein besseres Kraut bei Magen-, Darm- und Galleerkrankungen. Es ist also wichtig seine Verwendung achtsam anzugehen – ihn differenziert zu sehen. Genauso differenziert wie es sich auch empfiehlt den sonstigen Lebewesen zu begegnen – Mensch inklusive.

Quelle:
Die Kräuter in meinem Garten“, Siegrid Hirsch & Felix Grünberger, Freya Verlag, 2013, ISBN 978-3-902134-79-0

Ysop

(Hyssopus officinalis) – engelhaft duftiger Lebenswecker

Bienenpflanze

Den Ysop auf der Parkplatzböschung hab ich im Jahr 2016 für den Kräutergarten gekauft, den ich auf einem Schweizer Biobauernhof anlegte, in dem ich damals in einer WG wohnte. Nach meinem Auszug aus der WG nahmich ihn mit und brachte ihn nach Österreich. Dort wächst und blüht er nun.

In früheren Zeiten legten sich Menschen Ysop ins Gebetbuch, um nicht in der Kirche einzuschlafen. Das Wirkstoffgemisch des Ysop hat in der Tat eine belebende, stärkende, blutdrucksteigernde, schweisshemmende, verdauungsstärkende und appetitanregende Wirkung. Ausserdem blüht er wunderschön.

Quelle:
“Natürlich gesund mit Heilpflanzen”, Bruno Vonarburg, AT-Verlag, 6. Auflage, 2004, ISBN 3-85502-759-5

Zitronenmelisse

(Melissa officinalis) – wirkt gegen Herpes-Viren

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Die Zitronenmelisse ist eine meiner meistverwendeten Heilpflanzen. So durfte sie natürlich beim Grossumzug von der Alm auf den Parkplatz nicht fehlen.

Die Zitronenmelisse gilt als eine der typischen Pflanzen des Klostermedizin – kann aber erst in den Heilkräuterbüchern des hohen Mittelalters eindeutig identifziert werden. Die Blätter der Zitronenmelisse erinnerten die Menschen des Mittelalters an das Herz. Deshalb wurden die Blätter für Herzbeschwerden eingesetzt.

Tatsächlich wird auch heute noch das ätherische Öl als beruhigendes Mittel bei Herzproblemen geschätzt und die Melisse zu den ausgleichenden und entspannenden Heilpflanzen gezählt.

Die Melisse ist eine der Pflanzen des “Sieben-Zeiten-Tees”. In den benediktinischen Klöstern gibt es 7 Gebetszeiten. In einem dieser Klöster hat eine Freundin von mir mehrmals Kerzen für mich angezündet – um mir durch “schwierige Parkplatz-Zeiten” zu helfen. Und mir von dort ein kleines Kräuterbüchlein mitgebracht. Und dort ist geschrieben, dass die Melisse für die Gebetszeit “Non” steht (um 15 Uhr),  an welcher der Todesstunde Jesu gedacht wird. Sie steht für die Mönche für die Zuversicht, die ihr Herz erfüllen darf, weil Jesus den Tod am Kreuz überwunden hat.

Quelle:

“Sieben Kräuter für die Seele. Wohlfühltees aus dem Kloster”, Anselm Grün, Johannes G. Mayer, Katharina Englert,Vier-Türme-Verlag, 2009 ISBN 978-3-89680-406-8