Corona: Schweizer Behörden verordnen Bad bei Kerzenlicht

Dunkel ins Licht: Die neue Aktion der Schweizer Bundesregierung

War ich letztens einkaufen und wollt Glühbirnen erstehen – zwecks der Be- bzw. Erleuchtung. Der Erleuchtung meiner Wohnung genauer gesagt. Und stellte fest, dass Erleuchtung derzeit ziemlich schwierig zu erreichen ist. Sie wird von der Schweizer Regierung nämlich offensichtlich nicht als Grundbedürfnis eingestuft. Das Glühbirnen-Regal war doch glatt abgesperrt. Wer also – so wie ich – derzeit in der Schweiz Glühbirnen kaufen will hat Pech gehabt.

Na gut, dachte ich. Dann schaumma mal, was denn gemäß Schweizer Regierung ein Grundbedürfnis ist. Bieg um die Ecke (oder vielleicht auch zwei Ecken) und was seh ich: Corona: Schweizer Behörden verordnen Bad bei Kerzenlicht weiterlesen

Die Krux mit dem Klopapier

Nur eines fürchten die Schweizer*innen mehr als den Coronavirus: RECYCLING-Klopapier: ein wahrer Ladenhüter über dem leeren Regal für Nicht-Recycling-Klopapier

Achtung: Die in dieser Glosse erzählte Begebenheit ist wahr!

Geht letztens eine Bekannte einer guten Freundin von mir in den Supermarkt (in der Schweiz). Dort sieht sie einen Mann mit einem Einkaufswagen KOMPLETT voll mit NUR KLOPAPIER (in der Schweiz WC-Papier genannt, in der Folge hier trotzdem Klopapier genannt). Sie geht zu ihm hin und fängt an, ihn zu beschimpfen: Das ginge überhaupt nicht, dass er so viel Klopapier kaufe, andere bräuchten auch noch welches. ETC. Dann machte sie eine Pause. Und der Mann fragte: “Sind sie jetzt fertig?” Darauf sagte sie: “Ja.” Und der Mann sagte: “Dann kann ich ja jetzt das Klopapier ins Regal räumen.”

Und was lernen wir aus dieser Begebenheit:

  1. Nicht alles ist so wie es scheint.
  2. Es genügt nicht, kurz hinzuschauen, man muss auch fertig hinschauen.
  3. In Zeiten wie diesen noch wichtiger als bisher: Tief durchatmen und gut überlegen, bevor man jemanden beschimpft.

Und was lernen wir noch:

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Wertschätzung in Zeiten des Coronavirus

Wertschätzend aufeinander schauen – für unsere kostbare Gesellschaft

Die derzeitige Situation konfrontiert mich – und ich denke uns alle –  mit ganz grundlegenden Werten des gesellschaftlichen Zusammenlebens und der Frage, welche davon uns wie wichtig sind. Für mich sind jetzt zwei Dinge ganz zentral: Erstens eine offene, wertschätzende und kontroverse Diskussionskultur. Und zweitens Wertschätzung an sich. In dem Sinn möchte ich in diesem Artikel ein paar Gedanken teilen. 

Ich erlebe es so, dass jetzt viele Dinge darüber ans Licht kommen, wie wir miteinander umgehen und wie viel wir einander wert sind. Solche die Freude auslösen in mir – und solche, die mich traurig machen.

Es berührt mich z. B. positiv, Wertschätzung in Zeiten des Coronavirus weiterlesen

Was sich (nicht) rechnet

Der laufende Betrieb ist laut Vötsch [Aufsichtsratsvorsitzender der Erlebnisberg Luisenhöhe GmbH, Anm.] aber immer kostendeckend gewesen.

Michaela Krenn-Aichinger, OÖN, 16.10.2019 (1)

“Das Tagesgeschäft rechnet sich ja.”

Konrad Binder, Bürgermeister von Haag am Hausruck, zitiert am 16.10.2019 (1)

Die letzten beiden Saisonen sind für uns sehr gut gelaufen, wir konnten die Bahn und die Waldschenke kostendeckend führen.”

Aufsichtsratsvorsitzender der Erlebnisberg Luisenhöhe GmbH, Gerhard Vötsch, zitiert am 29.10.2019 (2)

Ein Minus von 20.000 Euro steht in der Bilanz der vergangenen Saison.

Michaela Krenn-Aichinger, OÖN, 14.1.2020 (3)

“Schade, dass hier keine Ruhe einkehrt. Aber aufgrund der vielen Auflagen, die sich im Bewilligungsverfahren ergeben haben, war es schon länger absehbar, dass ein zumindest kostendeckender Betrieb kaum möglich ist.”

Konrad Binder, Bürgermeister von Haag am Hausruck, zitiert am 21.1.2020 (4)

“Nun ist der Masseverwalter am Zug. Es stimmt mich positiv, dass er das Ziel formuliert, dass die Bahn im Frühling weiterfahren soll. Damit hat er das gleiche Ziel wie ich. (…) Es muss nun entschieden werden, ob, beziehungsweise unter welchen Bedingungen wir [ die Marktgemeinde Haag am Hausruck, Anm. ] uns [ mit Steuergeldern, Anm. ] an einer eventuellen neuen Gesellschaft beteiligen.”

Konrad Binder, Bürgermeister von Haag am Hausruck, zitiert am 21.1.2020 (4)

Die Erlebnisberg Luisenhöhe GmbH errichtete und betrieb – mit kräftiger Unterstützung durch Steuergelder – eine Bahn in Haag am Hausruck. Die Kosten für die Bahn Was sich (nicht) rechnet weiterlesen

Theorie und Praxis

“Das griechisches Wort Theorie meint ursprünglich ein genaues Hinschauen und ein Nachdenken über das Geschaute.”

Esther Klein-Tarolli

Ich geh mal davon aus, dass alle, die das hier lesen, schon mal irgendwelche Lebensmittel irgendwo gelagert haben. Oder Kleider. Oder sonstige Dinge. Lagern tut man nämlich viel im Leben – und zwar eben genau das was ich beschrieben habe: Dinge. Einen Hund lagert man nicht. Und auch keinen Menschen. Die sind nämlich lebendig. Warum schreibe ich das?

In der Pflege (von Mitmenschen) ist oft von “Umlagern” die Rede. Wenn ich mir das nun genau anschaue und drüber nachdenke, dann stell ich fest: Ich rede hier von einem Menschen wie von einem Kartoffelsack. Und behandle ihn dann auch so. Theorie und Praxis weiterlesen

Wo ich daheim bin

Friedensschals der Aktion Wool against Weapons in Haag am Hausruck

Ich bin dort daheim, wo

  • ich sicher bin, d.h. meine Grenzen respektiert werden,
  • ich verstanden werde,
  • ich respektiert werde,
  • ich – ohne mich rechtfertigen zu müssen – Ich sein darf,
  • mein Wert geschätzt wird,
  • ich geliebt werde.

Im Zusammenleben verletzen wir oft die Grenzen Anderer. Dann ist ein Gespräch wichtig – und eine Entschuldigung, die zeigt: Das war nicht Absicht, mir ist es ein Anliegen, deine Grenzen zu respektieren. Wenn diese Entschuldigung nicht erfolgt, dann muss ich davon ausgehen, dass sich die Grenzverletzung jederzeit wiederholen kann. So erlebe ich es leider – in Bezug auf für mich lebenswichtige Grenzen – in Haag am Hausruck.

Ich habe ein Recht daheim zu sein. Auch und gerade in Haag am Hausruck. Meine Grenzen sind genauso wichtig wie die aller anderen Menschen dort. Ich bin genauso wichtig. Und darum setze ich mich für meine Grenzen und für mich ein – mit all meiner Energie. Und mit Liebe.

Wo Menschen daheim sind

“Nicht da ist man daheim, wo man seinen Wohnsitz hat, sondern wo man verstanden wird.

Christian Morgenstern

Unter dem Motto dieses Zitates standen zwei Weiterbildungen, die ich diesen Herbst zum Thema Demenz gemacht habe. Ich finde es einen wunderschönen Zugang in der Betreuungsarbeit und hab mir jetzt ganz bewusst zum Ziel gemacht, Menschen so zu pflegen und betreuen, dass sie sich verstanden fühlen – und damit daheim an dem Ort wo sie wohnen bzw. ich für sie arbeite.

Quelle Zitat: Morgenstern, Stufen. Eine Entwicklung in Aphorismen und Tagebuch-Notizen, 1918 (posthum). 1891

Verantwortungsbewusst und aus Liebe

“Es gibt kein für alle gültiges Bewertungssystem, kein richtig oder falsch. Die Entscheidung ist dann richtig, wenn sie reflektiert und verantwortungsbewusst und aus Liebe zu sich und anderen getroffen wurde.”

Erich Gleisser, Geschäftsführer und Teilhaber von Changemaker

Es ist nicht einfach, richtige Entscheidungen zu treffen. So sass ich in den letzten Wochen Tag für Tag an einem Brief an die Mitglieder des Gemeinderats von Haag am Hausruck. Ich empfand es als meine Verantwortung, Dinge mit ihnen zu teilen, die ich entdeckt habe. Es war mich wichtig, den Mut zu haben, zu meiner Meinung und meinen Werten zu stehen. Und dabei stand ich jeden Tag neu vor der Frage: Wie schreibe ich es? Wie kann ich gleichzeitig fachlich korrekt, ehrlich, offen und wertschätzend sein? Kann ich das?

Während ich nochmal überlege, ob mir das gelungen ist fällt mir Verantwortungsbewusst und aus Liebe weiterlesen

Draussen und drinnen

Stellenausschreibung der Gemeinde Haag vom 19.10.2019 (Zusammenschnitt)

Achtung: Todernst

Hier stand ursprünglich eine Satire. Am 15.11.2019 bekam ich dann von Konrad Binder das Feedback, dass er meine Satiren als menschenverachtend und entwürdigend empfindet. Ich prüfte daraufhin die Satiren, die ich seit unserem letzten Gespräch vor dieser Kritik geschrieben hatte. Zu diesen gehörte auch der Text, der vorher hier stand und in dem es um den Umgang und das Menschenbild von Mitarbeitenden und Führungsverantwortlichen der Gemeinde Haag am Hausruck ging. Ich las ihn und stellte fest: Das worum es mir in dem Text ging, ist für mich wichtig – und todernst. Und so entschloss ich mich, den Text völlig umzuschreiben, d.h: dieselben Themen auf völlig andere Art aufzuarbeiten und dabei einen kleinen Einblick in meine Seele zu geben bzw. in das, was hinter meinen Satiren steht und darin, wie sie entstehen.

Der neue Text liest sich so: Ich ging gegen Ende der Bauarbeiten an der Bahn auf die Luisenhöhe mit meinem ehemaligen Partner dort spazieren. Er war mit mir aus der Schweiz angereist, um mir helfen, meine Almkräuter nach Österreich zu transportieren, zum Einsetzen auf meinem Hummel-Parkplatz an der Luisenhöhe. Mir kam bei diesem Spaziergang alles ganz normal vor, im Sinn von: Es war wie immer. Mein ehemaliger Partner hingegen erlebte das anders. Er erzählte mir, dass er folgendes wahrgenommen hatte: die Menschen, die wir dort angetroffen hatten begegneten mir, als sei ich ein feindliches Element (sinngemäß, die genauen Worte weiß ich nicht mehr).

Als ich nun reflektierte, warum ich nach dem Lesen einer Stellenanzeige für eine Mitarbeiterin bzw. einen Mitarbeiter im Außendienst der Marktgemeinde Haag am Hausruck eine Satire darüber geschrieben hatte, dass in der Anzeige nur von Freundlichkeit gegenüber Bürgern die Rede war, aber nicht von Freundlichkeit gegenüber Bürgerinnen, fiel mir genau dieses Ereignis wieder ein. Und es fiel mir eine Begegnung mit einem Außendienstmitarbeiter der Marktgemeinde Haag am Hausruck vom letzten März ein – und wie überraschend und berührend es für mich war, dass er mir mit Wertschätzung und Freude begegnete – also wie ungewohnt dies für mich war. Draussen und drinnen weiterlesen