OÖ: “Führend” im Boden-Verbrauch

Oberösterreich ist seit 2022 das Bundesland mit dem österreichweit höchsten Bodenverbrauch (Copyright: WWF Österreich).

Oberösterreich bildet gemeinsam mit der Steiermark und Niederösterreich das “Traurige Bodenfraß -Trio” Österreichs: In Oberösterreich wurden 2022 15,5 Quadratkilometer verbraucht, in der Steiermark 9.3 und in Niederösterreich 8.4. Das Bodenschutzziel der derzeitigen Regierung bietet – nach wie vor – die Chance für eine Trendumkehr.

Egal ob auf Bundesebene oder in Haag, das Muster ist dasselbe: Die Politker:innen erklären durch die Bank, dass Ihnen Bodenfraß ein ganz wichtiges Anliegen ist – und es steht auch im Regierungsprogramm. Wenn es dann aber darum geht, die Böden wirklich zu schützen, schaffen es Politiker:innen von Gemeinde- bis Bundesebene es nicht, das zu tun, was sie angeblich wollen.

Österreichs Bodenschutzpolitik hat ein Umsetzungsproblem: „Seit 2002 verspricht die offizielle Nachhaltigkeitsstrategie des Bundes, den Bodenverbrauch auf 2,5 Hektar pro Tag zu reduzieren. Passiert ist das Gegenteil: Der Bodenverbrauch ist in dieser Zeit fast dreimal so schnell gewachsen wie die Bevölkerung. Allein die Anzahl der Fachmärkte und Shoppingcenter hat sich mehr als verdoppelt“, stellte WWF-Bodenschutzsprecherin Maria Schachner im Vorfeld des Bodenschutzgipfels am 20.10.2021 fest. Fast zwei Jahre später hat sich daran nichts geändert.

Ungenutzte Möglichkeiten

Konkret war der Bodenverbrauch im Jahr 2022 fast fünfmal höher als das Regierungsziel von gesamtösterreichisch 2,5 ha/Tag. Wie kann das sein? Einer der Gründe ist, dass es nach wie vor keine österreichweit verbindliche Obergrenze für den Bodenverbrauch gibt – die Länder und Gemeinde also nicht von oben verpflichtet werden, eine Obergrenze einzuhalten. Die künftige “Bodenstrategie für Österreich” seit Jahren immer wieder vertagt.Der andere – nicht weniger wichtige – Grund ist, dass die Länder und Gemeinden sich selber auch keine Grenzen setzen.

Kurz: Es wird verabsäumt, von Worten zu Taten zu schreiten.

Druck von unten

Von Seiten Politik ist also in Bezug auf den Bodenschutz Haag am Hausruck leider derzeit keine große Eigeninitiative zu erwarten. Der Druck von unten – durch Bürger:innen-Initiativen, kritische Fragen im Gemeinderat (siehe Fragestunde) und Information der Bevölkerung durch andere Informationsquellen als die der örtlichen Politiker:innen – gewinnt damit umso mehr an Bedeutung.

Veröffentlicht am 24. Oktober 2021
Letzte Aktualisierung: 18.08.2023

Änderungen:

Zum Weiterlesen:

Bodenverbrauch: Warum Österreich hier ein Top-Team ist, Der Standard, 27.06.2021
Natur statt Beton – Petition und Hintergrundinfos des WWF

Quellen:
WWF: Bodenverbrauch auf 12 ha pro Tag gestiegen, WWF Österreich, 06.06.2023, abgerufen am 18.08.2023
Neuer WWF-Report zeigt enormen Flächenfrass der Bundesländer, WWF Österreich, 17.10.2021
WWF-Protestaktion “Natur statt Beton”: Bodenschutzgipfel muss Flächenverbrauch stoppen, Presse-Nachrichten, 19.10.2021.