Archiv der Kategorie: Mut

Die Freiheit der Andersdenkenen

“(…) ist und bleibt die revolutionärste Tat, immer ›das laut zu sagen, was ist‹.
Rosa Luxemburg

Rosa Luxemburg

Ich wurde vor ein paar Tagen angefragt, ob ich bei einer -Rosa-Luxemburg-Veranstaltung als Übersetzerin aushelfen kann. Ich tat, was ich in so Fällen immer tue: Ich las mich ein. Und stellte dabei fest: Das was Rosa Luxemburg schrieb und vertrat ist erstaunlich aktuell.

Vor allem aber stellte ich überrascht fest: Diese Frau hat ja Die Freiheit der Andersdenkenen weiterlesen

Nichts falsch

“”Ich habe”, sagte er, “im Leben viele Fehler gemacht. Aber nichts falsch.”

Aus: Ich nicht. Erinnerungen an einer Kindheit und Jugend, Joachim Fest, Rowolth, 2006 (einem Buch mit Erinnerungen an eine Kindheit und Jugend im Nationalsozialismus, das ich in der Gratis-Bücherkiste auf dem Foto oben gefunden hab).

 

Ich find auch: Fehler machen ist erlaubt. Wichtig ist, daraus zu lernen – damit man sein Leben trotz Fehler insgesamt richtig lebt. Das wirft die Frage auf: Was ist nun richtig? Für mich ist richtig, das zu tun, was ich mit meinem Gewissen vereinbaren kann. Und dafür ist es wichtig, mich für die zu interessieren, die von meinem Handeln betroffen sind. Mir Zeit zu nehmen. Um mir Wissen anzueignen. Zuzuhören. Zu überlegen. Und Entscheidungen zu treffen. Für die ich dann später die Verantwortung übernehme.

 

Ich nicht

“Er legte jedem von uns einen Zettel hin und diktierte: “Etiam si omnes – ego non”. (…) Die Maxime, die er uns nach seiner Erinnerung damals vermacht hatte (…) gehöre in der Tat zu jedem wirklich freien Leben hinzu, die schöne lateinische Sentenz: “Auch wenn alle mitmachen – ich nicht.””

Aus: “Ich nicht. Erinnerungen an eine Kindheit und Jugend”, Joachim Fest, 2006.

In seinen Erinnerungen an seine Kindheit und Jugend im 2. Weltkrieg beschreibt Joachim Fest auf für mich sehr beklemmende Weise die Argumente der Mitläufer*innen des Nazi-Regimes – und der Druck der von ihnen auf die ausgeübt wurde, die sich nicht Arrangieren wollten. Beklemmend für mich deswegen, weil es mich an Dinge erinnert, die ich in Österreich erlebt habe – insbesondere in Situationen, wo ich Dinge nicht mittrug und -trage, die ich nicht mit meinem Gewissen vereinbaren kann. Das Buch – meine eigene Erfahrung – wirft in mir die Frage auf: Warum handeln wir so wie wir es tun? Wissen wir das? Können wir da wirklich dahinter stehen – oder übernehmen wir einfach die uns vererbte Argumentation, die da ist: Es gab ja keine andere Wahl. Und wenn Letzteres der Fall ist, erklärt das vielleicht warum so grosser Druck ausgeübt wird auf die die eben doch was Andres wählen. Weil sie nämlich Ich nicht weiterlesen

Offiziell abgesegneter Diebstahl

Ich säe Samen – und dort wo der Boden fruchtbar ist wachsen sie

„Jedes angefertigte Gewehr, jedes zu Wasser gelassene Kriegsschiff, jede abgeschossene Rakete bedeutet im Endeffekt einen Diebstahl an jenen, die hungern und die nicht ernährt werden und an jenen, die nichts anzuziehen haben”
Dwight Eisenhower, US-Präsident 1953-1961, im Jahr 1953

Meine “Gedanken-Samen” dazu: Wenn ein Gemeinderat beschließt, 75% der Kostenüberschreitungen eines Tourismusprojektes mit Steuergeldern zu zahlen, obwohl diese Kostenüberschreitungen auf unverantwortliches Projektmanagement und/oder Verheimlichen von mangelnden Finanzierungsmöglichkeiten von Seiten der Projektverantwortlichen zurückzuführen sind: Das ist für mich Diebstahl an Menschen, die im selben Land diese Steuergelder für ihr tägliches, würdiges Überleben viel nötiger hätten.

Mein Ziel ist es, dass wir aus Fehlern lernen. Dazu bedarf es aber des Willens, seine Handlungen anzuschauen bzw. bereit zu sein, neutrale Sachverständige zuzuziehen. Ich habe den Mitgliedern des Gemeinderates von Haag am Hausruck im Herbst 2017 angeboten, dass sie einen Antrag an den Landesrechnungshof unterstützen, der beantragt, dass Offiziell abgesegneter Diebstahl weiterlesen

Regierungspolitik

“Löwen! Schlummert immer noch?
Unbesiegbar seid ihr doch.
Brecht ihr eure Ketten nicht,
dann verfällt die Chance schlicht––
Ihr––ihr zählt––sie zählen nicht.’”

Perce Bysshey Shelley

Auf dieses Zitat (bzw. dessen engisches Original) stiess ich gerade in dem Buch, dass ich derzeit lese: ” A people’s history of the United States”. Darin erzählt der Auto die US-amerikanische Geschichte aus der Perspektive der Durchschnittsbevölkerung bzw. von Gruppen, die regulären Geschichtsbüchern unerwähnt bleiben. Das resultiert in einer eine ganz spannenden und aufschlussreichen Lektüre. V.a. wenn er beschreibt, mit wie viel Brutalität über wie lange Zeit die Forderung nach einem 8-Stunden-Tag niedergeschlagen wurde. Wie die Menschen sich aber einfach nicht unterkriegen liessen – und Regierungspolitik weiterlesen

Danke! Ehrliche Politikerinnen und Politiker


Diejenigen die meinen Blog aufmerksam lesen wissen es schon: Ich bin doch glatt der Meinung, dass nicht alle Politikerinnen und Politker gleich sind. Vielmehr bin ich der Meinung, dass es für die Nicht-Politikerinnen und Nicht-Politker zu allen Zeiten gleich praktisch ist, von ihrer Verantwortung abzulenken und die gesamte Verantwortung “den Politikern” zuzuschieben, die  “vor der Wahl des Blaue vom Himmel versprechen” und “alle in die eigene Tasche arbeiten”. Dann kann man (und frau) nämlich selber nix machen – und muss drum auch auch  nicht.

Mal abgesehen vom Team Danke! Ehrliche Politikerinnen und Politiker weiterlesen

Nur eins


Gestern – am 72. Jahrestags des Atombombenabwurfs auf Nagasaki – habe ich eine Flaschenpost in den Rhein geworfen. Es war eine Antwort auf einen anonymen Brief, den ich im Vorjahr erhalten habe, weil ich Nachforschungen zu Geschehnissen während dem 2. Weltkrieg gemacht hatte.  Nachdem die Flasche im Rhein ihre Reise in Angriff genommen hatte Nur eins weiterlesen

Vertrauen trauen

«Es wird nie mehr so sein, nie mehr. Sie machen das Mädchen fertig. Wenn nicht die Polizei, dann die ZEITUNG, und wenn die ZEITUNG die Lust an ihr verliert, dann machen’s die Leute.»

«Die verlorene Ehre der Katharina Blum» Heinrich Böll

 

Wir haben alle unsere uns ganz eigene Art mit Herausforderungen umzugehen. Es beeindruckt mich, wie Jolanda Spiess-Hegglin und ihr Ehemann sich gemeinsam auf ihre jeweilige Art dagegen wehren, dass man Gras über die Ereignisse vom Dezember 2014 und die Berichterstattung darüber wachsen lässt – und damit die negative öffentliche Darstellung von Jolanda Spiess-Hegglin so stehen lassen würde als wären sie richtig. Es bestärkt mich wie die beiden damit und miteinander umgehen – wie eine Liebe unter einer Tsunami-Belastung Vertrauen trauen weiterlesen

Kontostand und Hand

Was uns am Ende rettet, ist nicht unser Kontostand, sondern jemand, der uns die Hand reicht“.

Das war das Motto einer Kunst-Aktion am G20-Gipfel in Hamburg (siehe Video unten) – in der eine Gruppe von etwa 1000 Menschen eine zweistündige Choreographie auf die Beine stellte und mithilfe mehrerer hundert Menschen umsetzte – um uns alle zu mehr Menschlichkeit und Eigenverantwortung aufzurufen.

 

Und das für mich Besondere an dieser Aktion ist, dass ich genau das jetzt erlebe. Kontostand und Hand weiterlesen