Archiv der Kategorie: Herzens-Weg

Vergänglich möglich

Folgendes Gedicht hab ich bei einer Lesung von Reiner Kunze in den 1990er Jahren in Wien kennengelernt.

Bittgedanke, dir zu Füßen

Stirb früher als ich, um ein weniges
früher

Damit nicht du
den weg zum haus
allein zurückgehn musst

Es verkörpert für mich die Liebe und das Leben.
Es verkörpert für mich, dass es sich lohnt, bis zum Ende zuzuhören (bzw. bis zum Ende zu lesen) – weil man oft erst dann wirklich versteht.
Es verkörpert für mich, dass man auch dann, wenn man glaubt, verstanden zu haben, doch noch nicht ganz verstanden hat.

Es verkörpert für mich, dass wir einander berühren.
Es verkörpert für mich die Liebe.

Und es erinnert mich daran, dass unser Leben – mit all seinen Möglichkeiten – ein begrenztes und flüchtiges Gut ist. Wir wissen weder, wann wir selber sterben – noch wann die Anderen sterben. Und darum möchte ich alle, die es betrifft, daran erinnern, dass sich bei jemandem zu entschuldigen nicht eine Last ist – sondern eine Entlastung. Die nur eine begrenzte Zeit lang möglich ist. Ein vergänglich möglicher Weg.

Und damit mache ich mich auf einen Weg in dem diese Website (zumindest) für einige Zeit keine so große Rolle mehr spielen wird – und auf dem doch Worte ganz gewichtig sein werden.

Zum Weiterlesen:
Meine Gedanken zu vergangenen Wegen in Haag am Hausruck:
* Tourismus an der Luisenhöhe: Offiziell abgesegneter Diebstahl (Förderungen an der Luisenhöhe 2013-2017)
* Umgang mit Altlasten und den davon betroffenen Menschen: So ein Müll

Die Wahrheit sich und den anderen zumuten

Was ich in meinem Leben ganz spannend find, ist, dass mich die Menschen mit denen ich tief verbunden bin für etwas schätzen, was paradox erscheint: Dass ich ihnen Dinge sag, von denen man meinen würde, dass ich mich dadurch bei ihnen unbeliebt mach.

Nun bin ich auf einen Text von Erich Fromm gestossen, der das erklärt – und der auch erklärt, warum ich bei andren Menschen oft auf eine ganz andre Reaktion stoss: Die Wahrheit sich und den anderen zumuten weiterlesen

Entweder – oder … und gleichzeitig

Am Stammtisch sagen sie von mir: Die ist stur.

Möglich.

Und zwar dann, wenn sie damit Folgendes meinen: Auch wenn mir alle sagen, dass es nur die zwei Möglichkeiten “entweder” und “oder” gibt und ich mich für eine entscheiden muss – und aber weder die eine noch die andre für mich geht: Dann suche ich so lange, bis ich eine dritte finde, nämlich “… und gleichzeitig”. Weil ich sonst eingehe. Und ich lebe aber lieber.

Man kann das entweder als stur bezeichnen. Oder als mutig. Und gleichzeitig ist es der einzige Weg den ich gehen kann: Mein Herzens-Weg. Entweder – oder … und gleichzeitig weiterlesen

Sich selber wagen

für Konrad – zum 2-Jahres-Jubiläum von unserem Parkplatz-Vertrag

 

Einleitende Anmerkungen (für die Leser*innen des Posts):

Es erstaunt mich immer wieder aufs Neue, wie oft Meinungen zu mir viel mehr das wiederspiegeln, was die betroffenen Personen selber sind als das was ich bin.

In dem Sinn weise ich vorsorglich darauf hin, dass Interpretationen des folgenden Videos + Text womöglich mehr über dich/Sie aussagen, als über mich.

Und nun zum Video und Zitat:

 

„Es ist nicht der Kritiker, der zählt,
nicht derjenige, der aufzeigt, wie der Starke gestolpert ist
oder wo der, der Taten vollbracht hat, sie hätte besser machen können.

Die Anerkennung gebührt dem,  der wirklich in der Arena ist;
Sich selber wagen weiterlesen

Ent-Täuschung

160506 Steinherz bei Rückweg vom Lauenersee

Oft mache ich mir ein Bild davon, wie jemand ist oder zu sein hat.

Dieses Bild ist aber oft ein Täuschung – etwas das ich auf eine andere Person projiziere, das aber eigentlich zu mir gehört.

Wenn dieser Mensch dann ganz anders ist oder ganz anders handelt als ich es mir aufgemalt hatte, dann bin ich ent-täuscht.

Diese Ent-Täuschung ist ein Geschenk: Ent-Täuschung weiterlesen

Die Fabel vom Gewicht einer Schneeflocke

mädchen mit eule

Ich habe mich im Anfang 2015 auf die Suche nach einer Firma gemacht, die mit einheimischen Holz eine Tafel für mich graviert auf der steht, was in den Nutzungsvereinbarungen bezüglich dem Nutzungszweck des Parkplatzes festgelegt ist. Eine Firma brauchte ich, die meine Werte lebt… und ich fand sie auch … nach langer Suche … weil ich wusste was ich wollte und einfach nicht aufgab… einfacher wäre es gewesen,  ein billiges Schild zu bestellen ohne x Kriterien erfüllt haben zu wollen … aber ich wollte nicht einfach: ich wollte Menschlichkeit.

Ich fand den Handwerksbetrieb Schilder & Gravuren der Familie Holler, die alle meine Wünsche erfüllten. Ich konnte mir das zwar alles eigentlich zwar gar nicht leisten, aber das war mir egal. Weil für mich andere Werte mehr zählen als Geld. Einige der Holzschilder stehen bereits auf dem Parkplatz und ich freu mich so an ihnen und es wärmt mein Herz.

Und dann fand ich gestern noch etwas und mein Herz hüpfte ganz viel, hoppsedihopps, Die Fabel vom Gewicht einer Schneeflocke weiterlesen

Die 10+30 = 40 neuen Parkplätze

Einleitung Blogbeitrag
Fakten
Persönlicher (subjektiver) Kommentar


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Am Donnerstag 13.11.2014 war ich an der Gemeinderatssitzung.
Ich hab ja den totalen Blödsinn geschrieben in meinem Postwurf:

Es sind nicht 30 neue Parkplätze.
Sondern 10.
Bzw. 40.
Gleichzeitig aber sowohl 10, 30 als auch 40.


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Zuerst kurz die Fakten:
(für alle, die sich unabhängig von mir eine Meinung bilden wollen)

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Der Vertrag zwischen der Erlebnisberg GmbH und Frau Hatschek, zu den Bedingungen für die Errichtung der “Erlebnisbahn”, besagt Folgendes:
Die Bahn darf nur errichtet werden, wenn (bis 31.12.2014) 40 neue Parkplätze errichtet werden, wovon 10 durch neue Markierung geschaffen werden können. Ganz genau ist es jetzt so: Spätestens am 31.12.2014 muss mit dem Bau begonnen werden.

Der Gemeinderat hat am 13.11. nach einem Dringlichkeitsantrag mit mit einer Gegenstimme und einer Enthaltung beschlossen, dass die Gemeinde Haag 40 neue Parkplätze für die Erlebnisbahn errichtet. Mit Landesgeldern für die Attraktivierung der Luisenhöhe. Und dass die Gemeinde Haag diesen Parkplatz dann auf ihre Kosten pachtet. Ca. 700 m2 zu für 1 Euro/m2 und Jahr = ca. 700 Euro pro Jahr (zum Vergleich: Meine Eltern erhielten pro m2 ca. 42 Cent, ich selber verpachte den Parkplatz an Konrad gratis siehe ** ganz unten)

Die Fläche auf denen die Parkplätze errichtet werden (irgendwo Richtung Ditting, ohne Gewähr), ist als Grünland gewidmet. Es dürfen dort eigentlich also gar keine Parkplätze errichtet werden. Der Gemeinderat hat darum auch noch beschlossen, ein Umwidmung der Fläche einzuleiten, für die es u.a. eine naturschutzrechtliche Bewilligung braucht.


Dann – sehr lang!!! – mein persönlicher (subjektiver) Kommentar:

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Einleitung persönlicher Kommentar
Zu den neuen Parkplätzen
Kurzer Rückblick
Zurück zur Gegenwart


Es ist etwas kompliziert.
Aber immerhin ist es jetzt offiziell.

Womit hier auch gleich alle zu lesen aufhören können, die glauben ich werde jetzt Konrad (den Bürgermeister) beschimpfen (bzw. ihm irgendwelche Schuld zuweisen).

Wenn ich das richtig verstanden habe, wurde nämlich mein Postwurf von einigen Leuten so interpretiert. Das ist interessant. Dort stand nämlich (u.a.):
“Konrad (…) Hot vazöit vo an Parkplatz mit Streuobstbäumen
und hot mit damit brocht zum Träumen
Von einer Wöt wo statt Geld, Ellbogen, Vitamin B,
mia Raum schoffn fia Öpflbäum, Nähe, Vitamin C

I hätt hoit glaubt, dass des in Haag wirkli passiert
Nachn Vertrag mitn Konrad – do hab i mi girrt”

Anders ausgedrückt:
Da steht, dass ich enttäuscht war von etwas, das nach dem Vertrag passiert ist – nicht dass es wegen Konrad war (wobei Konrad & ich uns natürlich auch nicht in allem einig sind, aber das machen wir uns schon selber aus, dafür brauche ich keinen Postwurf) . Wer mehr wissen will, kann gern mit mir reden. So weit zu diesem Thema.


Nun zu den neuen Parkplätzen.
Auch hier habe ich mich geirrt.
In der Anzahl. (Wie oben bereits gesagt)

Seit Donnerstag sind die Zahlen nun – endlich! – offiziell, dank der offenen Informationspolitik von Konrad an Gemeinderatssitzungen:
Der Vertrag zwischen der Erlebnisberg GmbH und Frau Hatschek besagt Folgendes:
Die “Erlebnis”-Bahn darf nur errichtet werden, wenn (bis 31.12.2014) 40 neue Parkplätze errichtet werden, wovon 10 durch neue Markierung geschaffen werden können. Ganz genau ist es jetzt so: Spätestens am 31.12.2014 muss mit dem Bau begonnen werden.


Kurzer Rückblick:

Also: Der Gemeinderat hat ja am 12.6. beschlossen, meinen Parkplatz zu asphaltieren also ganz viele m2 zu versiegeln). Damit hätte man nämlich – im Gegensatz zum derzeitigen geschotterten Parkplatz – die Stellplätze markieren können (und es hätten mehr Autos parken können). Plan war also den bestehenden Parkplatz so zu verändern, dass – neu – zusätzliche Parkplätze geschaffen werden. Wie sie eben die GmbH brauchte, damit sie die Erlebnisbahn bauen kann. Die Erlebnisberg GmbH und ihr Vertrag mit Frau Hatschek wurden aber bei der Vorstellung der entsprechenden Pläne mit keinem Wort erwähnt. Diese Pläne waren übrigens vom Bauausschuss (für Zusammensetzung bitte auf Link klicken)  in Auftrag gegeben worden. Und wurden im Rahmen der vom Gemeinderat eingeleiteten Zwangsumwidmung vorgestellt, wobei der sie vorstellende Planer auch ganz klar sagte, dass die Gemeine eine Enteignung plane. Vom Erlebnisbahn-Projekt war nicht die Rede. Im Gegenteil, als Gemeinderat Walter Mayrhuber sagte er würde sich enthalten, weil (sinngemäss, gemäss meiner Erinnerung) er es nicht mittragen könne, dass die Gemeinde Hunderttausende Euro für einen Parkplatz für die private Erlebnisberg GmbH finanziere, wurde entgegnet, der Parkplatz würde ja sowieso gebraucht …

Ich ärgerte mich – weil ich so was einfach nicht packe… also was soll ich sagen: Warum wurde nicht gesagt, dass mit dem Gemeindebeschluss auch ein Vertrag der Erlebnisberg GmbH mitumgesetzt wird? Dass die Gemeinde Parkplätze für eine private GmbH finanziert. Aus was auch immer für einem Grund. Warum konnte man dazu nicht stehen? Es lief alles so hintenrum. Das kann ich einach nicht haben. Ich habe im Übrigen keine Ahnung ob diejenigen Gemeinderät/innen, die JA gestimmt haben sich bewusst waren, was sie da abstimmen. Aber das macht es für mich auch nicht besser. Im Gegenteil. Es ist für mich fast noch beunruhigender, mir zu denken, dass Haag von Menschen gelenkt wird, die vielleicht gar nicht immer wissen, was sie genau abstimmen? Keine Ahnung – es war ja wie gesagt kein (offizielles) Thema. Ich weiss nur, dass ein Vertreter der Erlebnisberg GmbH nach dem Beschluss des Gemeinderates im Juni tatsächlich auf der Gemeinde nachfragte – eine Bestätigung wollte, dass durch diese Umwidmung mehr Parkplätze entstehen … Die sind aber dann eben nicht entstanden: Weil ich diese für mich korrupte Verwendung von öffentlichen Geldern verhindern wollte und Konrad anbot, ihm die Parkplätze als Privatperson zu verpachten – wobei ich meine Ziele gegenüber ihm klar offenlegte. Der Gemeinderat hat diese Verpachtung an Konrad am 22.7.2014 akzeptiert. Und die Erlebnisberg GmbH hat sie ebenfalls akzeptiert.

Ich glaubt es seien 30 Parkplätze, die gemäss Gemeinderatsbeschluss vom 12.6. von der Gemeinde für die Erlebnisberg GmbH im Rahmen der geplanten Enteignung meines Parkplatzes “versteckt” finanziert worden wären (daher die Zahl in meinem Postwurf). Ich habe schlussendlich keine Ahnung wie viele es waren – was Frau Hatschek als “erledigt” vorgelegt worden wäre. Ich weiss nur, dass ich bei gewissen Arten vorzugehen nicht mitkann und mich dann abgrenze, nicht mitmache. Ob das nun für 10 Parkplätze ist oder für 30 ist für mich im Endeffekt nicht so wichtig. wichtig ist mir, wo immer möglich nur Dinge mitzutragen, die ich mit meinem Gewissen vereinbaren kann.


Zurück zur Gegenwart

Die Erlebnisbahn wurde am 30.10. vom Verkehrsministerium genehmigt. Gemeinderatssitzung war am 13.11. Die Einladung hierfür muss eine Woche vorher ausgehängt werden. Die Erlebnisberg GmbH hätte also einige Tage Zeit gehabt, um einen Tagesordnungspunkt zu beantragen. Sie wusste v.a. seit mehreren Jahren, dass sie im Fall eines positiven Bescheids 40 Parkplätze nachweisen muss. Sie wusste seit spätestens 22.7.2014, dasss sie diese nicht auf meinem Grundstück nachweisen kann. Sie hätte also wirklich Zeit gehabt, dass Ganze offen, transparent und in Ruhe anzugehen. ALLE Anrainer/innen einzubeziehen. die Gemeinde anfragen, entsprechende Flächen-Umwidmungen vorzunehmen …

Nun: Am 13.11. wurde mittels Dringlichkeitsantrag das Anliegen der Erlebnisberg GmbH eingebracht, dass die Gemeinde für sie 40 Parkplätze errichtet. Richtung Ditting so weit ich das erspähen konnte (der genaue Plan wurde nur den GemeinderätInnen gezeigt, nicht den ZuschauerInnen).  Ich muss ganz ehrlich sagen: Das allein wäre für mich schon Grund genug zu sagen: Wer so arbeitet, wer so organisiert ist, der ist selber schuld. Den unterstütze ich sicher nicht noch in seiner Vorgangsweise. Die überwiegende Mehrheit der Gemeinderätinnen und Gemeinderäte sieht das offensichtlich anders:

Sie haben offensichtlich kein Problem damit, dass die Erlebnisberg GmbH (ein privates, gewinnorientiertes Unternehmen) einen Vertrag mit Frau Hatschek macht für den dann die Gemeinde geradesteht, dass sie noch dazu so arbeitet , dass unmögliche Fristen rauskommen. Im Gegenteil: Dadurch, dass die Gemeinderät/innen keine Grenzen setzen, bestärken sie die Erlebnisberg GmbH noch in ihrer Vorgangsweise.

Ich frage mich einfach: Tourismus auf der Luisenhöhe zu unterstützen, heisst das denn,

  • -dass die Erlebnisberg GmbH jedesmal wenn sie mit einem Anliegen kommt Geld bekommen muss?
  • -und heisst das, dass man der Gemeinderat dann einfach alle Flächenwidmungspläne über den Haufen wirft, nicht mal noch warten kann/darf bis die Umwidmung durch ist? Wozu macht er denn dann überhaupt Flächenwidmungspläne? Warum kann man nicht so arbeiten, dass man über  einen Pachtvertrag abstimmt, den alle zuhause sich in Ruhe durchlesen konnten und überlegen? Anstatt über einen Vorvertrag abzustimmen, der an der Gemeinderatssitzung vom Bürgermeister kurz erklärt wird – und dann halt später nochmal über den ausgearbeiteten Vertrag?
  • -Was ist denn wenn das Projekt nicht rentiert? Werden die Landesgelder dann auch wieder für die Erlebnisberg GmbH verwendet? Und wenn sie aus sind, wird Konrad schon wieder welche holen? Und genau dasselbe Land hat aber kein Geld für ein Projekt für Menschen die es im Leben halt schwerer haben (in der Sportplatzstrasse)?
  • Dürfen die einfach irgendwie arbeiten? Weil ohne Erlebnisbahn stirbt ja Haag?
  • Wessen Wohl vertritt der Gemeinderat? Wirklich alle  EinwohnerInnen von Haag? Das Allgemeinwohl? Ist DAS das Allgemeinwohl?
  • Oder wie soll ich das verstehen? Ich sag’s ganz ehrlich: Ich versteh es nicht.

Und noch was versteh ich nicht: Auch wenn Familie Dobner (die den Grund zur Verfügung stellt) nur an die Gemeinde verpachten will (was die meisten wahrscheinlich verstehen, obwohl ich es nicht verstehe, denn wenn sie der Projektträgerin nicht einmal so weit vertrauen, dass sie ihr einen Parkplatz verpachten, warum unterstützen sie dann das Projekt bzw. dass man dieser Projektträgerin FAST ZWEI MILLIONEN EURO anvertraut um das Projekt umzusetzen?):

Warum hat der Gemeinderat nicht beschlossen, dass die Gemeinde den Parkplatz nur unter der Bedingung pachtet, dass die Erlebnisberg GmbH mit der Gemeinde einen Unterpachtvertrag abschliesst und damit zumindest die Pachtkosten wieder reinkommen? Weil das sind ja immerhin 700 Euro pro Jahr – und die wird dann kaum das Land finanzieren, nehm ich an (und auch dann wären es öffentlich Gelder). Sondern die Gemeinde – die eh schon ein knappes Budget hat. Für mich sieht ein achtsamer Umgang mit Gemeindegeldern anders aus. Für mich sind 700 Euro sehr viel Geld.

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P.S.: Natürlich kann man sich zu Recht fragen, ob es nicht sinnvoller gewesen wäre, dass diese Autos  – anstatt wie jetzt “aufgegleist” (so denn diese  “Erlebnis”-Bahn + 40 Parkplätze wirklich gebaut werden) da Richtung Ditting rumkurven – direkt am Lift auf meinem Parkplatz ein Plätzchen finden. Dazu einfach so viel: Ich habe dieses Projekt nicht gewollt. Ich will es auch jetzt nicht. Ich werde es darum nicht unterstützen. Eben grad deswegen weil man – wie bei der Kündigung – mich vor vollendete Tatsachen stellt. Ich will auf dieser Welt nicht mehr Autoverkehr. Ich will weniger Autos & Asphalt (der neue Parkplatz wird übrigens geschottert). Und mehr Eulen & Uhus.

Egal als wie böse man mich hinstellt und wie wenig das irgendwer versteht. Diese Worte und dieser Umgang gehen zwar nicht spurlos an mir vorüber. Aber mit Druck erreicht man bei mir nichts. Ausser, dass ich nicht mehr so klar denken kann und dass ich kein Vertrauen mehr habe. Und wenn ich nicht mehr klar denken kann, dann gibt es auch keine Lösungen – weil mir keine mehr einfallen – UND es gibt auch deswegen keine Lösungen, weil ich nicht darauf vertrauen kann, dass das was mir erzählt wird auch wirklich stimmt.

Die Parkplätze hat Konrad nicht deswegen bekommen, weil er genug Druck gemacht hat, sondern: eben nicht nur, weil ich mich von der Vorgangsweise der überwiegenden Mehrheit des Gemeinderats abgrenzen wollte und ganz vielen anderen Gründen – sondern auch, weil ich in Konrad jemand hatte, der Druck WEGNAHM,  dem ich vertrauen konnte (mit dem ich fähig war, einen Vertrag zu unterschreiben), einen Menschen, der mich anders behandelt hat…  der mir Hoffnung gab, dass wir als Menschen einen anderen Umgang miteinander finden (der Traum vom  Apfelbaum) – was für mich eine der Hauptvoraussetzungen für einen Weg zu einem anderen Verkehrssystem ist. Wir haben eigentlich ganz klar vorgezeigt, was ich brauche. Wären nach der Unterzeichnung die NachbarInnen zu mir gekommen (wären sie zumindest alle an den Infoabend gekommen und nicht nur 4 von ihnen), hätten sich die Gemeinderät/innen für ihren Umgang mit mir entschuldigt, hätten verstanden oder versucht zu verstehen, wenn nicht das Muster von vorher wieder so stark weitergewirkt hätte, wäre ich von (mehr) Menschen aus der  Bevölkerung kontaktiert worden, die versucht hätten zu verstehen …  – dann hätten wir vielleicht gemeinsam den Weg weitergehen können, den Konrad und ich vorgepfadet haben … Wenn ich eben as Gefühl hätte ich bin Teil einer Veränderung – so wie ich es beim Vertrag mit Konrad hatte und immer noch habe – und wenn diese Veränderung in die Richtung geht, die ich mir wünsche, dann eben: Hat man ja beim Vertrag mit Konrad gesehen: Es wird Unmögliches möglich.

Abgesehen von irgendwelchen Vielleicht-Spekulationen: Eine wirkliche Lösung sieht für mich anders aus. Aber die ist ganz offensichtlich nicht gefragt. Die Erlebnisberg GmbH baut ihre Bahn hin und nach mir die Sintflut. Hauptsache der Vertrag mit Frau Hatschek ist erfüllt und Konrad holt Geld vom Land und man baut was man halt bauen kann. Die Autos kurven irgendwo in der Gegend rum und stellen sich irgenwo hin (wahrscheinlich u.a. in meine Wiese).

Natürlich kann man so vorgehen. Es hat ja in der Vergangenheit auch immer funktioniert. Warum sollte man es anders machen? Nur weil so eine Übergscheite daher kommt wie ich?

Belebt wird Haag dadurch in der Tat. Mir sehr viel Verkehr. Es ist halt nicht die Art von Belebung, die ich mir wünsche.

Drum mach ich (auch jetzt nicht!) nicht mit und denk mir: Ich hab halt einen anderen Traum. Dann bin ich zuerst wütend und dann traurig. Und schreibe Postwürfe. Oder Beiträge auf meine Website. Um meine Gefühle zu verarbeiten und mich abzugrenzen. Weil ich mir denke: Ein Gemeinerat und ein Bürgermeister, die handeln nicht einfach im luftleeren Raum.

Von Anfang an und immer noch träume ich eben davon: Dass wir alle unsere Verantwortung übernehmen. Und sie nicht abschieben. Und ich denke: Jan… Was andere dann von mir denken weiss ich nicht. Ich weiss einfach, dass ich versuche mir treu zu bleiben. Und dass ich mein Leben mit Menschen teilen möchte, mit denen ich gemeinsam träumen kann – und Träume wahrmachen. Von Apfelbäumen (die dürfen auch ruhig auf der Böschung stehen, wenn der Schotter auf dem Parkplatz zu verdichtet ist). Von Nähe. Von Miteinander. Und vielem, vielem mehr.

 

 

Anmerkungen:

Sternchen im Text:
** ich verpachte den Parkplatz an Konrad unentgeltlich, weil ich nicht will, dass er als Privatperson dafür aufkommt und ich aber auch nicht will, dass er den Pachtzins via Gemeinde oder Erlebnisberg GmbH finanziert und zwar deswegen, weil ich kein Geld von Menschen annehmen kann, die so mit mir umgegangen sind und so arbeiten.

Allgemeine Anmerkung:Ich habe diesen Text ursprünglich im November 2013 verfasst und dann zu Weihnachten 2016 redigiert (d.h. Sachen rausgestrichen, umgestellt auch umgeschrieben), damit ich ihn wieder veröffentlichen kann (vorher waren manche Absätze doppelt usw.) Dabei bin ich so vorgegangen bzw. war mein Ziel, dass der Text nach wie vor meine damalige Sicht wiederspiegelt. Aus meiner Sicht ist mir das auch gelungen.