Archiv der Kategorie: Herzens-Weg

Ich hatte keine Zeit

“”Ich musste es tun”, Ich hatte keine andere Wahl”, “Befehl von oben”, “Ich hatte keine Zeit”, “Das haben wir schon immer so gemacht”, “Weil es das Gesetz so will” – jegliche Versuche, die eigene Verantwortung zu verweigern, nenne ich Amtssprache.”

Marshall B. Rosenberg

Ich gestalte mein Leben so, dass ich meine Zeit dem widme was mir wichtig ist. Spannend ist, wie meine Mitmenschen darauf reagieren.

Menschen die auch klar wissen, was ihnen im Leben wichtig ist und dem genug Platz in ihrem Leben einräumen können mich gut so stehenlassen wie ich bin. Dabei ist völlig egal, ob das was ich wichtig finde für sie auch wichtig ist, sondern: Sie haben die Verantwortung für ihr Leben übernommen und darum stört es sie auch nicht wenn ich dasselbe für mein Leben machen.

Menschen, die ihr Leben nach dem ausrichten “was man tun soll” – haben mit mir oft ein Problem. Ich konfrontiere sie nämlich Ich hatte keine Zeit weiterlesen

Emotionale Unterstützung

Wie es Menschen mit mir geht – in Briefform

Ich bin ein Mensch der genau hinschaut und dann sagt, was ich sehe. Das ist nicht immer einfach – weder für mich, noch für die Anderen. Ich kann verstehen, dass es überfordert und man versucht ist diese Überforderung damit zu erklären, dass man sagt: “Es geht eh allen gleich mit dir.” Nur: Es stimmt nicht. Es geht Menschen schlicht und einfach unterschiedlich mit mir. Weil das was ich bin immer auf das trifft was mein Gegenüber ist. Um das zu illustrieren habe ich am 11. und 12. August 3 Briefe auf meinem Parkplatz aufgehängt, in dem 3 Menschen die mich näher kennen schildern, wie es ihnen mit mir geht.

Ich denke, es führt für Menschen, die ein Problem mit mir haben kein Weg darum herum, sich zu fragen: Warum hab ich denn so ein Problem mit der Renate? Was für ein Bedürfnis, das ich habe wird denn da nicht erfüllt? Und: Gibt es einen Weg, wie ich es erfüllen kann?

Und für mich führt kein Weg darum, mich zu fragen: Was mach ich denn, wenn ich mit Aussagen über mich konfrontiert werde, die meine Grenzen verletzen? Wie kann ich mir die Hilfe holen, die ich brauche um wieder ins Gleichgewicht zu kommen? Und als ich mich das nach einem Vorfall in Haag am Hausruck am 14. Juni 2019 – bei dem ich mir vorkam als sei ich soeben zum Freiwild erklärt worden, mit dem man umgehen kann, wie man will – fragte, da kam raus: Ich brauche emotionale Unterstützung. Worte von Menschen, die sagen: Wir erleben Renate als wertvoll. Und ich kam auf die Idee, Emotionale Unterstützung weiterlesen

Vergänglich möglich

Folgendes Gedicht hab ich bei einer Lesung von Reiner Kunze in den 1990er Jahren in Wien kennengelernt.

Bittgedanke, dir zu Füßen

Stirb früher als ich, um ein weniges
früher

Damit nicht du
den weg zum haus
allein zurückgehn musst

Es verkörpert für mich die Liebe und das Leben.
Es verkörpert für mich, dass es sich lohnt, bis zum Ende zuzuhören (bzw. bis zum Ende zu lesen) – weil man oft erst dann wirklich versteht.
Es verkörpert für mich, dass man auch dann, wenn man glaubt, verstanden zu haben, doch noch nicht ganz verstanden hat.

Es verkörpert für mich, dass wir einander berühren.
Es verkörpert für mich die Liebe.

Und es erinnert mich daran, dass unser Leben – mit all seinen Möglichkeiten – ein begrenztes und flüchtiges Gut ist. Wir wissen weder, wann wir selber sterben – noch wann die Anderen sterben. Und darum möchte ich alle, die es betrifft, daran erinnern, dass sich bei jemandem zu entschuldigen nicht eine Last ist – sondern eine Entlastung. Die nur eine begrenzte Zeit lang möglich ist. Ein vergänglich möglicher Weg.

Und damit mache ich mich auf einen Weg in dem diese Website (zumindest) für einige Zeit keine so große Rolle mehr spielen wird – und auf dem doch Worte ganz gewichtig sein werden.

Zum Weiterlesen:
Meine Gedanken zu vergangenen Wegen in Haag am Hausruck:
* Tourismus an der Luisenhöhe: Offiziell abgesegneter Diebstahl (Förderungen an der Luisenhöhe 2013-2017)
* Umgang mit Altlasten und den davon betroffenen Menschen: So ein Müll

Die Wahrheit sich und den anderen zumuten

Was ich in meinem Leben ganz spannend find, ist, dass mich die Menschen mit denen ich tief verbunden bin für etwas schätzen, was paradox erscheint: Dass ich ihnen Dinge sag, von denen man meinen würde, dass ich mich dadurch bei ihnen unbeliebt mach.

Nun bin ich auf einen Text von Erich Fromm gestossen, der das erklärt – und der auch erklärt, warum ich bei andren Menschen oft auf eine ganz andre Reaktion stoss: Die Wahrheit sich und den anderen zumuten weiterlesen

Entweder – oder … und gleichzeitig

Am Stammtisch sagen sie von mir: Die ist stur.

Möglich.

Und zwar dann, wenn sie damit Folgendes meinen: Auch wenn mir alle sagen, dass es nur die zwei Möglichkeiten “entweder” und “oder” gibt und ich mich für eine entscheiden muss – und aber weder die eine noch die andre für mich geht: Dann suche ich so lange, bis ich eine dritte finde, nämlich “… und gleichzeitig”. Weil ich sonst eingehe. Und ich lebe aber lieber.

Man kann das entweder als stur bezeichnen. Oder als mutig. Und gleichzeitig ist es der einzige Weg den ich gehen kann: Mein Herzens-Weg. Entweder – oder … und gleichzeitig weiterlesen

Sich selber wagen

für Konrad – zum 2-Jahres-Jubiläum von unserem Parkplatz-Vertrag

 

Einleitende Anmerkungen (für die Leser*innen des Posts):

Es erstaunt mich immer wieder aufs Neue, wie oft Meinungen zu mir viel mehr das wiederspiegeln, was die betroffenen Personen selber sind als das was ich bin.

In dem Sinn weise ich vorsorglich darauf hin, dass Interpretationen des folgenden Videos + Text womöglich mehr über dich/Sie aussagen, als über mich.

Und nun zum Video und Zitat:

 

„Es ist nicht der Kritiker, der zählt,
nicht derjenige, der aufzeigt, wie der Starke gestolpert ist
oder wo der, der Taten vollbracht hat, sie hätte besser machen können.

Die Anerkennung gebührt dem,  der wirklich in der Arena ist;
Sich selber wagen weiterlesen

Ent-Täuschung

160506 Steinherz bei Rückweg vom Lauenersee

Oft mache ich mir ein Bild davon, wie jemand ist oder zu sein hat.

Dieses Bild ist aber oft ein Täuschung – etwas das ich auf eine andere Person projiziere, das aber eigentlich zu mir gehört.

Wenn dieser Mensch dann ganz anders ist oder ganz anders handelt als ich es mir aufgemalt hatte, dann bin ich ent-täuscht.

Diese Ent-Täuschung ist ein Geschenk: Ent-Täuschung weiterlesen

Die Fabel vom Gewicht einer Schneeflocke

mädchen mit eule

Ich habe mich im Anfang 2015 auf die Suche nach einer Firma gemacht, die mit einheimischen Holz eine Tafel für mich graviert auf der steht, was in den Nutzungsvereinbarungen bezüglich dem Nutzungszweck des Parkplatzes festgelegt ist. Eine Firma brauchte ich, die meine Werte lebt… und ich fand sie auch … nach langer Suche … weil ich wusste was ich wollte und einfach nicht aufgab… einfacher wäre es gewesen,  ein billiges Schild zu bestellen ohne x Kriterien erfüllt haben zu wollen … aber ich wollte nicht einfach: ich wollte Menschlichkeit.

Ich fand den Handwerksbetrieb Schilder & Gravuren der Familie Holler, die alle meine Wünsche erfüllten. Ich konnte mir das zwar alles eigentlich zwar gar nicht leisten, aber das war mir egal. Weil für mich andere Werte mehr zählen als Geld. Einige der Holzschilder stehen bereits auf dem Parkplatz und ich freu mich so an ihnen und es wärmt mein Herz.

Und dann fand ich gestern noch etwas und mein Herz hüpfte ganz viel, hoppsedihopps, Die Fabel vom Gewicht einer Schneeflocke weiterlesen