Archiv der Kategorie: Transparenz

Wer nichts hat, dem nehme man?

Österreich ist eines der Länder mit der grössten Ungleichheit in der Verteilung des privaten Vermögens: Die unteren 50% (!) besitzen nur 4% des Vermögens – die oberen 1% ein Viertel. Umso wichtiger ist somit für die Mehrheit der Bevölkerung ein hohes öffentliche Vermögen bzw. ein starker Sozialstaat. Dies ermöglicht nämlich einen gewissen Ausgleich der großen Ungleichheiten im Privatvermögen.

Für mich liegt angesichts dieser Zahlen Folgendes auf der Hand:: Es ist im Interesse der Mehrheit der Bevölkerung, dass Wer nichts hat, dem nehme man? weiterlesen

Offiziell abgesegneter Diebstahl

Ich säe Samen – und dort wo der Boden fruchtbar ist wachsen sie

„Jedes angefertigte Gewehr, jedes zu Wasser gelassene Kriegsschiff, jede abgeschossene Rakete bedeutet im Endeffekt einen Diebstahl an jenen, die hungern und die nicht ernährt werden und an jenen, die nichts anzuziehen haben”
Dwight Eisenhower, US-Präsident 1953-1961, im Jahr 1953

Meine “Gedanken-Samen” dazu: Wenn ein Gemeinderat beschließt, 75% der Kostenüberschreitungen eines Tourismusprojektes mit Steuergeldern zu zahlen, obwohl diese Kostenüberschreitungen auf unverantwortliches Projektmanagement und/oder Verheimlichen von mangelnden Finanzierungsmöglichkeiten von Seiten der Projektverantwortlichen zurückzuführen sind: Das ist für mich Diebstahl an Menschen, die im selben Land diese Steuergelder für ihr tägliches, würdiges Überleben viel nötiger hätten.

Mein Ziel ist es, dass wir aus Fehlern lernen. Dazu bedarf es aber des Willens, seine Handlungen anzuschauen bzw. bereit zu sein, neutrale Sachverständige zuzuziehen. Ich habe den Mitgliedern des Gemeinderates von Haag am Hausruck im Herbst 2017 angeboten, dass sie einen Antrag an den Landesrechnungshof unterstützen, der beantragt, dass Offiziell abgesegneter Diebstahl weiterlesen

Müssen wir sparen?

“There’s no money for the homeless,
no money for welfare,
no money for schooling,
or adequate healthcare.

There’s just no money here,
say the rich to the poor,
but it’s funny how there is money,
when we are going to war.

And the billionaires, they don’t seem to have to pay taxes (…)
please don’t rock the boat, don’t do anything drastic,
just sit back and watch marine life chocking on plastic.”

Passenger, Strassenkonzert am 4.6.2018 in Berlin (Lied “Don’t scare away the dark, ab Minute 33:43)

 

Die Landes- und Bundesregierungen der ÖVP und FPÖ drücken Sparorogramme durch, die die Ärmsten in ihrem Alltag treffen. Währenddessen gleichzeitig die  Vertreter*innen der Regierungsparteien auf Ortsebene Millionen für ein Freizeitprojekt ausgeben Müssen wir sparen? weiterlesen

Ein Mass – für unermessliche Einzigartigkeit

Gestern hab ich einen Vortrag von Ran Goldstein gedolmetscht, dem Direktor von “Ärzte für Menschenrechte Israel”, einer Organisation, die sich seit 1988 für das Recht auf Gesundheit in Israel und den besetzten Gebieten einsetzt – u.a. mit einer “mobilen Klinik” in Palästina (Ärzt*innen fahren wöchentlich dorthin und behandeln kostenlos die Bevölkerung) und einer “offenen Klinik” in Israel (wo gratis Menschen behandelt werden, die in Israel leben und keine Krankenversicherung haben).

Er erzählte, dass seine Organisation zunehmend unter Druck ist – wie auch andere Menschenrechtsorganisationen in Israel. Ein Mass – für unermessliche Einzigartigkeit weiterlesen

Selfie-Anzeige

Meine Selbst-Anzeige
Ich setze mich seit Jahren für Umwelt- und Friedensthemen ein. Dabei ist mir wichtig, dass ich öffentlich zu meinen Handlungen stehe – und damit einen Dialog über die aus meiner Sicht notwendigen Änderungen ermöglich. Selfie-Anzeige weiterlesen

Behaltet Euer Wechsel-Geld ;)

Ich will einen System-Wechsel

I want change

Auf dieses Bild stiess ich bei einer Konferenz über Kunstvermittlung an der ich im November 2014 dolmetschte.

Dort wurde u.a. die sehr spannende Frage der Rolle der Bevölkerung in der “Kunstvermittlung” diskutiert. Wen die Bevölkerung Teil von Aktivitäten von Museen wird – wer vermittelt da wem was? Wer entscheidet?

Wie an der Luisenhöhe: Wer entscheidet, welches Projekt für die Bevölkerung das Beste ist? Und wie findet man das raus?

Alle über einen Kamm? – Wer ist die Erlebnisberg Luisenhöhe GmbH?


Fakten Stand 2013 und 2014 (Gesellschafter gemäss Firmenbuch – geordnet nach Anteilen und Nachnamen)
Persönliche Interpretation


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Fakten  – für alle, die sich unabhängigen von mir eine Meinung bilden wollen (ohne Gewähr)

ACHTUNG: Diese Fakten stammen aus den Jahren 2013 und 2014 und sind inzwischen tlw. veraltet – für die neuesten Infos zum Firmenbuch siehe www.firmenabc.at)

Link zum Firmenbuch der Erlebnisberg GmbH (Stand Oktober 2013).

Link zu den GesellschafterInnen der Erlebnisberg GmbH gemäss Firmenbuch online (geordnet nach Anteilen) (Info gemäss www.firmenabc.at vom 19.11.2014)

Link zu den GesellschafterInnen der Erlebnisberg GmbH gemäss Firmenbuch online (geordnet nach Nachname) (Info gemäss www.firmenabc.at vom 19.11.2014))

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ACHTUNG: (am 23.07.2017 – dem 3. Jahrestag der Unterzeichnung der Nutzungsvereinbarungen mit Konrad Binder – eingefügte Vorbemerkung): Diese Sicht stammt aus dem November 2014. Inzwischen haben sich z.B. die Zusammensetzung des Gemeinderats geändert und auch der Geschäftsführer des Unternehmens wechselte seither mehrmals (gemäss Firmenbuch gab es seither zwei neue Geschäftsführer – dazu kommt der im Firmenbuch nicht erwähnte Mann, der bei der Zwangsräumung am 29.9.2015 als neuer Geschäftsführer auftrat, im Firmenbuch aber nicht aufscheint – also insgesamt seither drei neue Geschäftsführer)

Meine persönliche, subjektive – wie üblich etwas längere 😉 –  Sicht

Wenn ICH von “der Erlebnisberg GmbH” (ehemals Hausruck Sessellift Luisenhöhe GmbH) spreche, “schere” ich dann  “alle über einen Kamm”?

Oder verstecken sich DIE MENSCHEN DIE DIE ERLEBNISBERG GMBH AUSMACHEN, hinter der GmbH und machen sich damit unangreifbar?

Oder etwas dazwischen?

 

Jetzt kommt die schon wieder mit Fragen  & Gedanken, die alle verwirren – statt mit fixfertigen Antworten Klarheit zu schaffen.

Immer will sie dass man selber denkt! Dabei wäre es doch so praktisch, das zu delegieren.

 

Ok, ok – ein bisschen vorgedacht hab ich schon – zumindest ein paar Fakten zusammengestöpselt (Fehler dürfen gerne gemeldet werden!). Wer ist denn nun diese Erlebnisberg GmbH (ehemalige Hausruck Sessellift Luisenhöhe GmbH) wirklich?

Sie ist

  • Eine Firma (Geschäftszweig: Erlebnistourismus) mit der Rechtsform Gesellschaft mit beschränkter Haftung und einem Kapital von 800 000 ATS = ca. 58.000 Euro (Stand Oktober 2013)
  • Eine Gesellschaft hinter der ganz viele verschiedene Menschen stehen, mit unterschiedlichem Gewicht, unterschiedlichen Interessen und unterschiedlicher Vernetzung etc.
  • Diese Menschen haben einen Geschäftsführer gewählt und der vertritt ihre Interessen. Täte er es nicht, hätten sie ihn wieder abgewählt (also das wär das was ich gemacht hätte, dazu gibt es ja das Stimmrecht). Und weil wir schon beim Thema sind und ich es schon x-mal gefragt wurde: NEIN, für mich ist Franz Breiteneder NICHT arrogant.
  • Es haben dort sehr viele unterschiedliche Menschen Geld investiert, manche mehr, manche weniger
  • Die Gesellschaft hat enge Verbindungen zum Gemeindevorstand: 2 der 6 Mitglieder des Gemeindevorstands sind Gesellschafter: Fritz Binder FPÖ und Peter Grausgruber SPÖ
  • Der Prokurist der Erlebnisberg GmbH ist ehemaliger Bürgermeister und sitzt im Gemeinderat: Anton Grausgruber SPÖ.
  • Sonstige Vernetzung zum derzeitigen Gemeinderat: Gesellschafter Michael Moosmayr ist auch ÖVP-Gemeinderat
  • Einer der Gesellschafter ist Altbürgermeister Franz Ziegelböck, der gleichzeitig Obmann des Wegs der Sinne (Verein Naturerlebnispfad Luisenhöhe im Hausruckwald)  ist.
  • Der Aufsichtsrat, Dr. Gerhard Lutz,  ist ehemaliger Gemeindearzt. Die Freundin des Sohns des Aufsichtsratspräsidenten arbeitet auf dem Gemeindeamt.

Insgesamt: Bei so vielen Vernetzungen ist die Optik schon sehr schief.
Das an sich muss ja noch nichts Schlechtes sein. Wenn – WENN man sie offenlegen würde, darauf achten würde, dazu stehen würde. Aussensichten einholt – damit man nicht (unbewusst) Interessen vermischt.
Wenn hingegen stattdessen der Prokurist der Erlebnisberg GmbH sich in der Gemeinderatssitzung anbietet, dass er “für ein kleines Honorar”  die 40 Parkplätze (die mit öffentlichen Geldern finanziert werden – für das Projekt der privaten GmbH deren Geselslchafter und Prokurist er ist)  errichten würde –  günstiger als die in den Raum gestellten 30-40’000 Euro – also da ist für mich nicht mehr nur die Optik schief.
So lange ich selber Teil des Interessenskonflikt wars (ich wurde ja schliesslich enteignet) wollte ich das nicht thematisieren. Wäre mir nicht sicher gewesen, ob ich damit nicht versuche, irgendwas/irgendwen zu meinen Gunsten auszuspielen. So bin ich nun mal (mag sein, dass das “taktisch” unklug war/ist, aber ich bin nun mal vom Typ Idealistin).

Jetzt ist mein Parkplatz ja draussen (rein rechtlich gesehen). Ich habe keine “persönlichen” Interessen mehr (irgendwelche Rechtsstreitigkeiten zu gewinnen). Und merke: Es liegt mir immer noch am Herzen.

Also – schliesse ich daraus – geht es mir tatsächlich darum wovon ich seit Monaten schreibe: Offenheit. Transparenz. Miteinander.

Miteinander.offen.verändern.

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Die 10+30 = 40 neuen Parkplätze

Einleitung Blogbeitrag
Fakten
Persönlicher (subjektiver) Kommentar


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Am Donnerstag 13.11.2014 war ich an der Gemeinderatssitzung.
Ich hab ja den totalen Blödsinn geschrieben in meinem Postwurf:

Es sind nicht 30 neue Parkplätze.
Sondern 10.
Bzw. 40.
Gleichzeitig aber sowohl 10, 30 als auch 40.


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Zuerst kurz die Fakten:
(für alle, die sich unabhängig von mir eine Meinung bilden wollen)

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Der Vertrag zwischen der Erlebnisberg GmbH und Frau Hatschek, zu den Bedingungen für die Errichtung der “Erlebnisbahn”, besagt Folgendes:
Die Bahn darf nur errichtet werden, wenn (bis 31.12.2014) 40 neue Parkplätze errichtet werden, wovon 10 durch neue Markierung geschaffen werden können. Ganz genau ist es jetzt so: Spätestens am 31.12.2014 muss mit dem Bau begonnen werden.

Der Gemeinderat hat am 13.11. nach einem Dringlichkeitsantrag mit mit einer Gegenstimme und einer Enthaltung beschlossen, dass die Gemeinde Haag 40 neue Parkplätze für die Erlebnisbahn errichtet. Mit Landesgeldern für die Attraktivierung der Luisenhöhe. Und dass die Gemeinde Haag diesen Parkplatz dann auf ihre Kosten pachtet. Ca. 700 m2 zu für 1 Euro/m2 und Jahr = ca. 700 Euro pro Jahr (zum Vergleich: Meine Eltern erhielten pro m2 ca. 42 Cent, ich selber verpachte den Parkplatz an Konrad gratis siehe ** ganz unten)

Die Fläche auf denen die Parkplätze errichtet werden (irgendwo Richtung Ditting, ohne Gewähr), ist als Grünland gewidmet. Es dürfen dort eigentlich also gar keine Parkplätze errichtet werden. Der Gemeinderat hat darum auch noch beschlossen, ein Umwidmung der Fläche einzuleiten, für die es u.a. eine naturschutzrechtliche Bewilligung braucht.


Dann – sehr lang!!! – mein persönlicher (subjektiver) Kommentar:

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Einleitung persönlicher Kommentar
Zu den neuen Parkplätzen
Kurzer Rückblick
Zurück zur Gegenwart


Es ist etwas kompliziert.
Aber immerhin ist es jetzt offiziell.

Womit hier auch gleich alle zu lesen aufhören können, die glauben ich werde jetzt Konrad (den Bürgermeister) beschimpfen (bzw. ihm irgendwelche Schuld zuweisen).

Wenn ich das richtig verstanden habe, wurde nämlich mein Postwurf von einigen Leuten so interpretiert. Das ist interessant. Dort stand nämlich (u.a.):
“Konrad (…) Hot vazöit vo an Parkplatz mit Streuobstbäumen
und hot mit damit brocht zum Träumen
Von einer Wöt wo statt Geld, Ellbogen, Vitamin B,
mia Raum schoffn fia Öpflbäum, Nähe, Vitamin C

I hätt hoit glaubt, dass des in Haag wirkli passiert
Nachn Vertrag mitn Konrad – do hab i mi girrt”

Anders ausgedrückt:
Da steht, dass ich enttäuscht war von etwas, das nach dem Vertrag passiert ist – nicht dass es wegen Konrad war (wobei Konrad & ich uns natürlich auch nicht in allem einig sind, aber das machen wir uns schon selber aus, dafür brauche ich keinen Postwurf) . Wer mehr wissen will, kann gern mit mir reden. So weit zu diesem Thema.


Nun zu den neuen Parkplätzen.
Auch hier habe ich mich geirrt.
In der Anzahl. (Wie oben bereits gesagt)

Seit Donnerstag sind die Zahlen nun – endlich! – offiziell, dank der offenen Informationspolitik von Konrad an Gemeinderatssitzungen:
Der Vertrag zwischen der Erlebnisberg GmbH und Frau Hatschek besagt Folgendes:
Die “Erlebnis”-Bahn darf nur errichtet werden, wenn (bis 31.12.2014) 40 neue Parkplätze errichtet werden, wovon 10 durch neue Markierung geschaffen werden können. Ganz genau ist es jetzt so: Spätestens am 31.12.2014 muss mit dem Bau begonnen werden.


Kurzer Rückblick:

Also: Der Gemeinderat hat ja am 12.6. beschlossen, meinen Parkplatz zu asphaltieren also ganz viele m2 zu versiegeln). Damit hätte man nämlich – im Gegensatz zum derzeitigen geschotterten Parkplatz – die Stellplätze markieren können (und es hätten mehr Autos parken können). Plan war also den bestehenden Parkplatz so zu verändern, dass – neu – zusätzliche Parkplätze geschaffen werden. Wie sie eben die GmbH brauchte, damit sie die Erlebnisbahn bauen kann. Die Erlebnisberg GmbH und ihr Vertrag mit Frau Hatschek wurden aber bei der Vorstellung der entsprechenden Pläne mit keinem Wort erwähnt. Diese Pläne waren übrigens vom Bauausschuss (für Zusammensetzung bitte auf Link klicken)  in Auftrag gegeben worden. Und wurden im Rahmen der vom Gemeinderat eingeleiteten Zwangsumwidmung vorgestellt, wobei der sie vorstellende Planer auch ganz klar sagte, dass die Gemeine eine Enteignung plane. Vom Erlebnisbahn-Projekt war nicht die Rede. Im Gegenteil, als Gemeinderat Walter Mayrhuber sagte er würde sich enthalten, weil (sinngemäss, gemäss meiner Erinnerung) er es nicht mittragen könne, dass die Gemeinde Hunderttausende Euro für einen Parkplatz für die private Erlebnisberg GmbH finanziere, wurde entgegnet, der Parkplatz würde ja sowieso gebraucht …

Ich ärgerte mich – weil ich so was einfach nicht packe… also was soll ich sagen: Warum wurde nicht gesagt, dass mit dem Gemeindebeschluss auch ein Vertrag der Erlebnisberg GmbH mitumgesetzt wird? Dass die Gemeinde Parkplätze für eine private GmbH finanziert. Aus was auch immer für einem Grund. Warum konnte man dazu nicht stehen? Es lief alles so hintenrum. Das kann ich einach nicht haben. Ich habe im Übrigen keine Ahnung ob diejenigen Gemeinderät/innen, die JA gestimmt haben sich bewusst waren, was sie da abstimmen. Aber das macht es für mich auch nicht besser. Im Gegenteil. Es ist für mich fast noch beunruhigender, mir zu denken, dass Haag von Menschen gelenkt wird, die vielleicht gar nicht immer wissen, was sie genau abstimmen? Keine Ahnung – es war ja wie gesagt kein (offizielles) Thema. Ich weiss nur, dass ein Vertreter der Erlebnisberg GmbH nach dem Beschluss des Gemeinderates im Juni tatsächlich auf der Gemeinde nachfragte – eine Bestätigung wollte, dass durch diese Umwidmung mehr Parkplätze entstehen … Die sind aber dann eben nicht entstanden: Weil ich diese für mich korrupte Verwendung von öffentlichen Geldern verhindern wollte und Konrad anbot, ihm die Parkplätze als Privatperson zu verpachten – wobei ich meine Ziele gegenüber ihm klar offenlegte. Der Gemeinderat hat diese Verpachtung an Konrad am 22.7.2014 akzeptiert. Und die Erlebnisberg GmbH hat sie ebenfalls akzeptiert.

Ich glaubt es seien 30 Parkplätze, die gemäss Gemeinderatsbeschluss vom 12.6. von der Gemeinde für die Erlebnisberg GmbH im Rahmen der geplanten Enteignung meines Parkplatzes “versteckt” finanziert worden wären (daher die Zahl in meinem Postwurf). Ich habe schlussendlich keine Ahnung wie viele es waren – was Frau Hatschek als “erledigt” vorgelegt worden wäre. Ich weiss nur, dass ich bei gewissen Arten vorzugehen nicht mitkann und mich dann abgrenze, nicht mitmache. Ob das nun für 10 Parkplätze ist oder für 30 ist für mich im Endeffekt nicht so wichtig. wichtig ist mir, wo immer möglich nur Dinge mitzutragen, die ich mit meinem Gewissen vereinbaren kann.


Zurück zur Gegenwart

Die Erlebnisbahn wurde am 30.10. vom Verkehrsministerium genehmigt. Gemeinderatssitzung war am 13.11. Die Einladung hierfür muss eine Woche vorher ausgehängt werden. Die Erlebnisberg GmbH hätte also einige Tage Zeit gehabt, um einen Tagesordnungspunkt zu beantragen. Sie wusste v.a. seit mehreren Jahren, dass sie im Fall eines positiven Bescheids 40 Parkplätze nachweisen muss. Sie wusste seit spätestens 22.7.2014, dasss sie diese nicht auf meinem Grundstück nachweisen kann. Sie hätte also wirklich Zeit gehabt, dass Ganze offen, transparent und in Ruhe anzugehen. ALLE Anrainer/innen einzubeziehen. die Gemeinde anfragen, entsprechende Flächen-Umwidmungen vorzunehmen …

Nun: Am 13.11. wurde mittels Dringlichkeitsantrag das Anliegen der Erlebnisberg GmbH eingebracht, dass die Gemeinde für sie 40 Parkplätze errichtet. Richtung Ditting so weit ich das erspähen konnte (der genaue Plan wurde nur den GemeinderätInnen gezeigt, nicht den ZuschauerInnen).  Ich muss ganz ehrlich sagen: Das allein wäre für mich schon Grund genug zu sagen: Wer so arbeitet, wer so organisiert ist, der ist selber schuld. Den unterstütze ich sicher nicht noch in seiner Vorgangsweise. Die überwiegende Mehrheit der Gemeinderätinnen und Gemeinderäte sieht das offensichtlich anders:

Sie haben offensichtlich kein Problem damit, dass die Erlebnisberg GmbH (ein privates, gewinnorientiertes Unternehmen) einen Vertrag mit Frau Hatschek macht für den dann die Gemeinde geradesteht, dass sie noch dazu so arbeitet , dass unmögliche Fristen rauskommen. Im Gegenteil: Dadurch, dass die Gemeinderät/innen keine Grenzen setzen, bestärken sie die Erlebnisberg GmbH noch in ihrer Vorgangsweise.

Ich frage mich einfach: Tourismus auf der Luisenhöhe zu unterstützen, heisst das denn,

  • -dass die Erlebnisberg GmbH jedesmal wenn sie mit einem Anliegen kommt Geld bekommen muss?
  • -und heisst das, dass man der Gemeinderat dann einfach alle Flächenwidmungspläne über den Haufen wirft, nicht mal noch warten kann/darf bis die Umwidmung durch ist? Wozu macht er denn dann überhaupt Flächenwidmungspläne? Warum kann man nicht so arbeiten, dass man über  einen Pachtvertrag abstimmt, den alle zuhause sich in Ruhe durchlesen konnten und überlegen? Anstatt über einen Vorvertrag abzustimmen, der an der Gemeinderatssitzung vom Bürgermeister kurz erklärt wird – und dann halt später nochmal über den ausgearbeiteten Vertrag?
  • -Was ist denn wenn das Projekt nicht rentiert? Werden die Landesgelder dann auch wieder für die Erlebnisberg GmbH verwendet? Und wenn sie aus sind, wird Konrad schon wieder welche holen? Und genau dasselbe Land hat aber kein Geld für ein Projekt für Menschen die es im Leben halt schwerer haben (in der Sportplatzstrasse)?
  • Dürfen die einfach irgendwie arbeiten? Weil ohne Erlebnisbahn stirbt ja Haag?
  • Wessen Wohl vertritt der Gemeinderat? Wirklich alle  EinwohnerInnen von Haag? Das Allgemeinwohl? Ist DAS das Allgemeinwohl?
  • Oder wie soll ich das verstehen? Ich sag’s ganz ehrlich: Ich versteh es nicht.

Und noch was versteh ich nicht: Auch wenn Familie Dobner (die den Grund zur Verfügung stellt) nur an die Gemeinde verpachten will (was die meisten wahrscheinlich verstehen, obwohl ich es nicht verstehe, denn wenn sie der Projektträgerin nicht einmal so weit vertrauen, dass sie ihr einen Parkplatz verpachten, warum unterstützen sie dann das Projekt bzw. dass man dieser Projektträgerin FAST ZWEI MILLIONEN EURO anvertraut um das Projekt umzusetzen?):

Warum hat der Gemeinderat nicht beschlossen, dass die Gemeinde den Parkplatz nur unter der Bedingung pachtet, dass die Erlebnisberg GmbH mit der Gemeinde einen Unterpachtvertrag abschliesst und damit zumindest die Pachtkosten wieder reinkommen? Weil das sind ja immerhin 700 Euro pro Jahr – und die wird dann kaum das Land finanzieren, nehm ich an (und auch dann wären es öffentlich Gelder). Sondern die Gemeinde – die eh schon ein knappes Budget hat. Für mich sieht ein achtsamer Umgang mit Gemeindegeldern anders aus. Für mich sind 700 Euro sehr viel Geld.

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P.S.: Natürlich kann man sich zu Recht fragen, ob es nicht sinnvoller gewesen wäre, dass diese Autos  – anstatt wie jetzt “aufgegleist” (so denn diese  “Erlebnis”-Bahn + 40 Parkplätze wirklich gebaut werden) da Richtung Ditting rumkurven – direkt am Lift auf meinem Parkplatz ein Plätzchen finden. Dazu einfach so viel: Ich habe dieses Projekt nicht gewollt. Ich will es auch jetzt nicht. Ich werde es darum nicht unterstützen. Eben grad deswegen weil man – wie bei der Kündigung – mich vor vollendete Tatsachen stellt. Ich will auf dieser Welt nicht mehr Autoverkehr. Ich will weniger Autos & Asphalt (der neue Parkplatz wird übrigens geschottert). Und mehr Eulen & Uhus.

Egal als wie böse man mich hinstellt und wie wenig das irgendwer versteht. Diese Worte und dieser Umgang gehen zwar nicht spurlos an mir vorüber. Aber mit Druck erreicht man bei mir nichts. Ausser, dass ich nicht mehr so klar denken kann und dass ich kein Vertrauen mehr habe. Und wenn ich nicht mehr klar denken kann, dann gibt es auch keine Lösungen – weil mir keine mehr einfallen – UND es gibt auch deswegen keine Lösungen, weil ich nicht darauf vertrauen kann, dass das was mir erzählt wird auch wirklich stimmt.

Die Parkplätze hat Konrad nicht deswegen bekommen, weil er genug Druck gemacht hat, sondern: eben nicht nur, weil ich mich von der Vorgangsweise der überwiegenden Mehrheit des Gemeinderats abgrenzen wollte und ganz vielen anderen Gründen – sondern auch, weil ich in Konrad jemand hatte, der Druck WEGNAHM,  dem ich vertrauen konnte (mit dem ich fähig war, einen Vertrag zu unterschreiben), einen Menschen, der mich anders behandelt hat…  der mir Hoffnung gab, dass wir als Menschen einen anderen Umgang miteinander finden (der Traum vom  Apfelbaum) – was für mich eine der Hauptvoraussetzungen für einen Weg zu einem anderen Verkehrssystem ist. Wir haben eigentlich ganz klar vorgezeigt, was ich brauche. Wären nach der Unterzeichnung die NachbarInnen zu mir gekommen (wären sie zumindest alle an den Infoabend gekommen und nicht nur 4 von ihnen), hätten sich die Gemeinderät/innen für ihren Umgang mit mir entschuldigt, hätten verstanden oder versucht zu verstehen, wenn nicht das Muster von vorher wieder so stark weitergewirkt hätte, wäre ich von (mehr) Menschen aus der  Bevölkerung kontaktiert worden, die versucht hätten zu verstehen …  – dann hätten wir vielleicht gemeinsam den Weg weitergehen können, den Konrad und ich vorgepfadet haben … Wenn ich eben as Gefühl hätte ich bin Teil einer Veränderung – so wie ich es beim Vertrag mit Konrad hatte und immer noch habe – und wenn diese Veränderung in die Richtung geht, die ich mir wünsche, dann eben: Hat man ja beim Vertrag mit Konrad gesehen: Es wird Unmögliches möglich.

Abgesehen von irgendwelchen Vielleicht-Spekulationen: Eine wirkliche Lösung sieht für mich anders aus. Aber die ist ganz offensichtlich nicht gefragt. Die Erlebnisberg GmbH baut ihre Bahn hin und nach mir die Sintflut. Hauptsache der Vertrag mit Frau Hatschek ist erfüllt und Konrad holt Geld vom Land und man baut was man halt bauen kann. Die Autos kurven irgendwo in der Gegend rum und stellen sich irgenwo hin (wahrscheinlich u.a. in meine Wiese).

Natürlich kann man so vorgehen. Es hat ja in der Vergangenheit auch immer funktioniert. Warum sollte man es anders machen? Nur weil so eine Übergscheite daher kommt wie ich?

Belebt wird Haag dadurch in der Tat. Mir sehr viel Verkehr. Es ist halt nicht die Art von Belebung, die ich mir wünsche.

Drum mach ich (auch jetzt nicht!) nicht mit und denk mir: Ich hab halt einen anderen Traum. Dann bin ich zuerst wütend und dann traurig. Und schreibe Postwürfe. Oder Beiträge auf meine Website. Um meine Gefühle zu verarbeiten und mich abzugrenzen. Weil ich mir denke: Ein Gemeinerat und ein Bürgermeister, die handeln nicht einfach im luftleeren Raum.

Von Anfang an und immer noch träume ich eben davon: Dass wir alle unsere Verantwortung übernehmen. Und sie nicht abschieben. Und ich denke: Jan… Was andere dann von mir denken weiss ich nicht. Ich weiss einfach, dass ich versuche mir treu zu bleiben. Und dass ich mein Leben mit Menschen teilen möchte, mit denen ich gemeinsam träumen kann – und Träume wahrmachen. Von Apfelbäumen (die dürfen auch ruhig auf der Böschung stehen, wenn der Schotter auf dem Parkplatz zu verdichtet ist). Von Nähe. Von Miteinander. Und vielem, vielem mehr.

 

 

Anmerkungen:

Sternchen im Text:
** ich verpachte den Parkplatz an Konrad unentgeltlich, weil ich nicht will, dass er als Privatperson dafür aufkommt und ich aber auch nicht will, dass er den Pachtzins via Gemeinde oder Erlebnisberg GmbH finanziert und zwar deswegen, weil ich kein Geld von Menschen annehmen kann, die so mit mir umgegangen sind und so arbeiten.

Allgemeine Anmerkung:Ich habe diesen Text ursprünglich im November 2013 verfasst und dann zu Weihnachten 2016 redigiert (d.h. Sachen rausgestrichen, umgestellt auch umgeschrieben), damit ich ihn wieder veröffentlichen kann (vorher waren manche Absätze doppelt usw.) Dabei bin ich so vorgegangen bzw. war mein Ziel, dass der Text nach wie vor meine damalige Sicht wiederspiegelt. Aus meiner Sicht ist mir das auch gelungen.