Schlagwort-Archive: Sebastian Kurz

Selbstwert und Sorry

Selbstbewusstsein – wichtig für Kuh und Mensch

Ich mach derzeit grad ganz viele Fehler. An meiner Arbeitsstelle ist Vieles für mich neu und drum läuft noch nicht alles rund. Manche Fehler verzeih ich mir leichter – andere nicht so leicht. Wichtig ist mir bei allen: Sie zu reflektieren – damit sie nicht wieder vorkommen. Zu ihnen zu stehen – um eine offene Fehlerkultur zu fördern. Und mich wenn notwendig bei den Betroffenen für meine Fehler zu entschuldigen – damit sie wissen, dass mir der Respekt ihrer Grenzen wichtig ist und sie Vertrauen zu mir aufbauen können.

Ich stelle fest: Dafür braucht es eine gehörige Portion Selbstbewusstsein. Ich freue mich, dass ich dieses meistens habe. Und frage mich: Ist fehlendes Selbstbewusstsein vielleicht der – oder: auch ein – Grund warum der Bürgermeister und die Mitglieder des Gemeinderats von Haag am Hausruck sich bis dato noch nicht bei mir entschuldigt haben? Bisher war ich ja eher davon ausgegangen, dass sie der Meinung sind, dass es für den Umgang mit mir nichts zu entschuldigen gibt – dass ihr Umgang mit mir also für sie sozusagen der “normale” Umgang mit Menschen ist, den sie auch in Zukunft fortzusetzen gedenken (mit mir und anderen). Im Lichte meiner derzeitigen Erfahrungen stellt sich mir die Frage: Wissen die Betroffenen zwar vielleicht eh, dass es nicht recht war, was sie getan haben, haben aber vielleicht nicht den Mut und den Selbstwert für eine Entschuldigung? Nachdem was kürzlich im Kleinwalsertal passiert ist – und wofür der österreichische Bundeskanzler keinerlei Entschuldigung über die Lippen brachte – denk ich mir außerdem: Bei solchen “Anti-Vorbildern” werden sie in dem Verhalten von oben ja – leider! – auch noch bestärkt.

Ich empfinde es so: Es braucht viel Selbstliebe um zu sagen – v.a. öffentlich: “Da hab ich einen Fehler gemacht. Es tut mir leid.” Es strahlt aber gleichzeitig auch viel Selbstvertrauen aus. Und das wiederum erzeugt – zumindest bei mir – Vertrauen in solche Menschen. Solche Menschen wünsche ich mir in Führungspositionen und versuche selber auch in einem solchen Geist zu leben und handeln. Ich freue mich über jede einzelne Person, die das ebenfalls tut (und damit Vorbild für Sebastian Kurz ist) – und wünsche allen, die diesen Weg gehen oder sich auf diesen Weg machen, ganz viel Mut und Selbstwert dazu.

Nachtrag vom 24.05.2020, 14:11:
Kaum hab ich das geschrieben, zeigt der österreichische Bundespräsident vor: Politiker sind fähig, sich zu entschuldigen :))))))) (siehe “Bundespräsident war zu lange im Gastgarten. Entschuldigte sich dafür”, Der Standard, 24.05.2020, abgerufen gerade eben). Ich habe eine Riesenfreude, dass ein führender Politiker zeigt, dass es geht, zu seinen Fehlern zu stehen :))) Er hat auch vorgezeigt: Man stirbt nicht von einer Entschuldigung. Er lebt nämlich immer noch ;)

Zum Weiterlesen:
Never say Sorry, Hans Rauscher, Der Standard, 16.5.2020 (abgerufen am 18.5.2020)
Scharfe Kritik an Kurz-Auftritt im Kleinwalsertal, vorarlberg.orf.at, 14.5.2020 (abgerufen am 23.5.2020)

Hab ich die Wahl?

Als ich im September die FPÖ-Wahlplakate sah, traute ich meinen Augen nicht. Das stand: “Koalition für Österreich fortsetzen”. Mein Hirn produzierte spontan die Idee: Da sollte eigentlich stehen: “Korruption für Österreich fortsetzen.” Das brachte mich zum Lachen. Und daran merkte ich: Die Lage ist todernst.

Achtung: Todernst!

Hier stand ursprünglich eine Satire. Am 15.11.2019 bekam ich dann von Konrad Binder das Feedback, dass er meine Satiren als menschenverachtend und entwürdigend empfindet. Ich prüfte daraufhin die Satiren, die ich seit unserem letzten Gespräch vor dieser Kritik geschrieben hatte. Zu diesen gehörte auch der Text, der vorher hier stand und in dem es um das oben abgebildete FPÖ-Wahlplakat ging. Ich las ihn und stellte fest: Das worum es mir hier geht, ist für mich wichtig – und todernst. Und so entschloss ich mich, den Text völlig umzuschreiben, d.h: dieselben Themen auf völlig andere Art aufzuarbeiten und dabei einen kleinen Einblick in meine Seele zu geben bzw. in das, was hinter meinen Satiren steht und darin, wie sie entstehen.

Der neue Text liest sich so: Ich arbeitete in der Anfangs-Nacht des Ibiza-Skandals als freiwillige Nachtwache in einem Ferienaufenthalt für Menschen mit Multipler Sklerose in der Schweiz. Hab ich die Wahl? weiterlesen

Mitverantwortlich

Am 21.5.2019 erstellter Screenshot der Facebookseite der ÖVP Haag am Hausruck

Vorspann: Ich bin wie Bundespräsident van der Bellen überzeugt:
“Politikerinnen und Politiker wollen das Leben in einer Gesellschaft verbessern und ordnen diesem Ziel für gewöhnlich viel unter im Privatleben und in anderen Bereichen. Und manchmal kommen sie von ihrem Weg ab und überschreiten Grenzen, verletzen Menschen, zerstören Vertrauen.” Es ist meiner Erfahrung nach völlig falsch zu glauben, dass “eh alle Politiker gleich sind”. Es ist vielmehr bequem. Ich bin überzeugt: Menschen – in- und außerhalb der Politik – können aus Fehlern lernen und Verantwortung übernehmen.

Oberösterreich tickt anders: Meine Erfahrung ist: Man(n) kann sich dort fast alles leisten – ohne je die Verantwortung dafür übernehmen zu müssen. Und so verwundert es mich – leider – nicht, dass Mitverantwortlich weiterlesen

Wehret dem Faulobst!

Achtung Satire!

Jetzt haben wir schon seit bald einem Jahr eine Regierung, die sich die Belohnung der Fleissigen auf die Fahnen geschrieben hat. Und was ist: Sie kümmert sich überhaupt nicht um die Beseitigung des faulen Fallobstes, dass sich derzeit immer mehr ausbreitet!

Nicht einmal die FPÖ  (=Faulobst-Partei Österreichs) geht gegen diese  rumlungernden Obst-Genoss*innen vor. Sondern kümmert sich stattdessen um Ausländer*innen! Die FPÖ hat nämlich glatt genau in den Tagen (!) in denen das Obstproblem völlig akut wurde (!!) der ungarischen (??) Regierungs-Partei von Victor Orban eine neue Heimat in ihrer (!!!) EU-Parlaments-Fraktion angeboten (???). Dass diese Ausländer gegen grundlegene rechtsstaatliche Prinzipien verstossen haben war ihnen schnurz. Nicht so dem Wehret dem Faulobst! weiterlesen

Regierungspolitik

“Löwen! Schlummert immer noch?
Unbesiegbar seid ihr doch.
Brecht ihr eure Ketten nicht,
dann verfällt die Chance schlicht––
Ihr––ihr zählt––sie zählen nicht.’”

Perce Bysshey Shelley

Auf dieses Zitat (bzw. dessen engisches Original) stiess ich gerade in dem Buch, dass ich derzeit lese: ” A people’s history of the United States”. Darin erzählt der Auto die US-amerikanische Geschichte aus der Perspektive der Durchschnittsbevölkerung bzw. von Gruppen, die regulären Geschichtsbüchern unerwähnt bleiben. Das resultiert in einer eine ganz spannenden und aufschlussreichen Lektüre. V.a. wenn er beschreibt, mit wie viel Brutalität über wie lange Zeit die Forderung nach einem 8-Stunden-Tag niedergeschlagen wurde. Wie die Menschen sich aber einfach nicht unterkriegen liessen – und Regierungspolitik weiterlesen

Unser fescher Wunderwuzzi

Achtung bitterböse Satire!

Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn. Oder einen Kurz, der ihm ein paar Brösel hinstreut, die noch viel leckerer aussehen als die vom Strache. Dann rennt es ihm erfreut hinterher und macht sofort bei ihm sein Kreuzerl. Ich hingegen find schon allein die Frisur zum Schreien und renn lieber davon. Konkret: Ich bin für einen Monat in den Stall meiner Lieblingskuh geflüchtet.

Davongaloppieren tun im Übrigen nach der Abschaffung vom Pflegeregress durch Kurz & Co. auch die Sozialausgaben für die Gemeinden. Da hat wohl wer nicht ganz mit offenen Karten gespielt vor der Wahl  – oder sich verrechnet. Beides nicht grad Eigenschaften, die einen ins Top-Rating als vertrauenswürdiger, kompetenter Kanzler katalpultieren. Das gibt dann für Bürgermeister die mit “Ich mit-Kurz”-Selfies Wahlwerbung gemacht haben ein böses Unser fescher Wunderwuzzi weiterlesen

Es ist Zeit.

Achtung Satire!

Mein Kurzzeitgedächtnis war auch schon mal besser. Kann ich mich doch tatsächlich nicht mehr genau an den Inhalt des Wahlplakates erinnern, das ich heute nachmittag gelesen hab. Da ist es tröstlich, dass sich viele Politker*innen ihre Wahlkampfversprechen auch höchstens bis zur Wahl merken (wenn überhaupt) – und das obwohl es ihre Plakate sind..

Ausserdem – das kann ich wirklich nicht ausschliessen – ist mein Kurzzeitgedächtnis vielleicht eh noch intakt – und nur das Kurz-Zeitgedächtnis ist betroffen. Womöglich  Es ist Zeit. weiterlesen

Zu Kurz gegriffen

Dort wo das Schicksal von Menschen Parteislogans geopfert wird, da ist die Lösung für mich zu kurz gegriffen. Zu Kurz gegriffen weiterlesen