Und es geht doch :)

Letzens war ich im Bio-Hofladen. Da radelte ich wieder am Bauernhof vorbei, wo im Herbst wochenlang Kürbisfest ist. Das Fest ist bei den Leuten der totale Hit. Massenhaft reisen sie in das kleine Dorf mit dem viel zu kleinen Parkplatz. Und das mich immer wieder Erstaunende: Trotzdem steht dort kein einziges Auto in der Wiese. Dafür stehen je 1-2 vom Bauernhof bezahlte “Verkehrskadett*innen” vor dem kleinen Parkplatz neben dem Bauernhof und informieren die Autofahrenden, dass der Parkplatz voll ist und wo es den nächsten Parkplatz gibt (= 1,7 km und ca. 60 Höhenmeter vom Bauernhof entfernt). An diesem Parkplatz, der vor einem kleinen Bahnhof liegt hat der Kürbisfest-Bauernhof – weil der Bahnhof-Parkplatz in der “Kürbisfestzeit” zu klein ist – für die Kürbisfestwochen eine Wiese gepachtet, auf der dann Autos parken können. Von dort gibt’s für Fussgänger*innen eine Wegbeschreibung.

Und für die, die lieber fahren, haben die Kürbisfest-Verantwortlichen  während der Kürbisfest-Zeit einen Shuttle organisiert.

Ich find das cool. Der veranstaltende Bauernhof nimmt voll seine –  insbesondere auch finanzielle – Verantwortung wahr und löst das Verkehrsproblem, das durch sein Kürbisfest verursacht wird.  In Haag am Hausruck an der Luisenhöhe ist das nach wie vor anders: Dort wurde ein Freizeitprojekt ohne eine funktionierende, umfassende Parkplatzlösung geplant und ohne finanzielles Augenmass und mit Zwangsmassnahmen durchgedrückt. Resultat dieser Vorgangsweise ist u.a., dass regelmässig Autos in den umliegenden Wiesen parken und auch Verkehrssicherheitsprobleme entstehen – und mir gesagt wird, es sei kein Geld da, um diese Probleme zu lösen.

Ich finde: Es ist eine Frage des Respekts, dass man beim Aufziehen von Freizeit-Angeboten (auch finanziell) so plant und handelt, dass der Nachbarschaft keine Nachteile entstehen. Ich wünsche mir, dass die Verantwortlichen das verstehen und diesen Respekt auch leben. Möglich ist es.