Probleme anderer Leute

Heute beim Übersetzen bin ich auf ein ganz interessantes Wort gestossen: Abjekte. Wenn ich etwas übersetzen will, dann muss ich ja zuerst immer verstehen was es heisst – damit ich den richtigen Sinn bzw. die richtige Entsprechung wiedergebe. Also habe ich nachgelesen und rausgefunden: Abjekte sind – u.a. – Dinge, die man geistig verdrängt. Das ist eine voll interessante Ergänzung zum Wort Tabu – und erklärt vielleicht warum viele Menschen oft überhaupt nicht sehen, was für mich in Bezug auf meinen Parkplatz an der Luisenhöhe (und andere Dinge) so glasklar im Raum steht. Womöglich rede ich dann von Abjekten: Dingen, die Menschen geistig verdrängen – also Dingen die sie nicht sehen, auch wenn sie klar vor ihnen stehen bzw. sie klar damit konfrontiert sind.  Abjekte gehen nämlich sozusagen noch tiefer als Tabus: Während sich eine Gesellschaft im Wesentlichen über Tabus bewusst ist, sind Abjekte eher halb- oder unbewusst. Über Tabus spricht man vielleicht nicht, doch man denkt darüber viel nach, Abjekte jedoch werden auch geistig ignoriert oder verdrängt.

Einer meiner Lieblingsautoren, Douglas Adams, hat das in einem Buch der Serie “Per Anhalter durch die Galaxis” mit dem “Problem-Anderer-Leute”-Feld (PAL-Feld) illustriert. Das PAL-Feld beruht auf der angeborenen Neigung der Leute, nichts zu sehen, was sie nicht sehen wollen, nicht erwartet haben oder nicht erklären können. Sie erklären es einfach zum Problem anderer Leute und nehmen es daher einfach nicht wahr. Im Buch steht dann mitten auf einem Kricket-Feld ein Raumschiff, aber keiner sieht es.

Vielleicht sind sind darum die für mich offensichtlichen massiven Probleme an der Luisenhöhe für die Gemeinderät*innen von Haag am Hausruck und die Behörden das Landes Oberösterreich unsichtbar – und vielleicht haben sie darum insgesamt 1,6 Millionen in dieses für mich so bedenkliche Projekt fliessen lassen.  Wenn das Ganze für sie tatsächlich “Abjekte” bzw. ein “Probleme-anderer-Leute-Feld” sind, werden sie vielleicht auch beim nächsten Gesuch des Unternehmens Erlebnisberg Luisenhöhe wieder Geld fliessen lassen (direkt oder indirekt) – oder sich womöglich (=Spekulation) sogar am Unternehmen beteiligen und damit die finanziellen Folgen des aus meiner Sicht völlig unverantwortlichen Projektmanagement völlig auf die Steuerzahlenden überwälzen. Dann allerdings wäre die Art und Weise wie das Projekt an der Luisenhöhe durchgezogen wurde nicht mehr das Problem anderer Leute – sondern würde zum Problem aller derjenigen deren Steuern über Jahre die Folgen ausbügeln müssen.

Wie dem auch sei: Ich empfehle als Sommerlektüre das Buch “Das Leben, das Universum und der ganze Rest” von Douglas Adams.

Quelle:

Elfensteinbungalow: Mehrsprech – Abjekte