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Vergänglich möglich

Folgendes Gedicht hab ich bei einer Lesung von Reiner Kunze in den 1990er Jahren in Wien kennengelernt.

Bittgedanke, dir zu Füßen

Stirb früher als ich, um ein weniges
früher

Damit nicht du
den weg zum haus
allein zurückgehn musst

Es verkörpert für mich die Liebe und das Leben.
Es verkörpert für mich, dass es sich lohnt, bis zum Ende zuzuhören (bzw. bis zum Ende zu lesen) – weil man oft erst dann wirklich versteht.
Es verkörpert für mich, dass man auch dann, wenn man glaubt, verstanden zu haben, doch noch nicht ganz verstanden hat.

Es verkörpert für mich, dass wir einander berühren.
Es verkörpert für mich die Liebe.

Und es erinnert mich daran, dass unser Leben – mit all seinen Möglichkeiten – ein begrenztes und flüchtiges Gut ist. Wir wissen weder, wann wir selber sterben – noch wann die Anderen sterben. Und darum möchte ich alle, die es betrifft, daran erinnern, dass sich bei jemandem zu entschuldigen nicht eine Last ist – sondern eine Entlastung. Die nur eine begrenzte Zeit lang möglich ist. Ein vergänglich möglicher Weg.

Und damit mache ich mich auf einen Weg in dem diese Website (zumindest) für einige Zeit keine so große Rolle mehr spielen wird – und auf dem doch Worte ganz gewichtig sein werden.

Zum Weiterlesen:
Meine Gedanken zu vergangenen Wegen in Haag am Hausruck:
* Tourismus an der Luisenhöhe: Offiziell abgesegneter Diebstahl (Förderungen an der Luisenhöhe 2013-2017)
* Umgang mit Altlasten und den davon betroffenen Menschen: So ein Müll

Probleme anderer Leute

Heute beim Übersetzen bin ich auf ein ganz interessantes Wort gestossen: Abjekte. Wenn ich etwas übersetzen will, dann muss ich ja zuerst immer verstehen was es heisst – damit ich den richtigen Sinn bzw. die richtige Entsprechung wiedergebe. Also habe ich nachgelesen und rausgefunden: Abjekte sind – u.a. – Dinge, die man geistig verdrängt. Das ist eine voll interessante Ergänzung zum Wort Tabu – und erklärt vielleicht warum viele Menschen oft überhaupt nicht sehen, was für mich in Bezug auf meinen Parkplatz an der Luisenhöhe (und andere Dinge) so glasklar im Raum steht. Womöglich rede ich dann von Abjekten: Dingen, die Menschen geistig verdrängen – also Dingen die sie nicht sehen, auch wenn sie klar vor ihnen stehen bzw. sie klar damit konfrontiert sind.  Abjekte gehen nämlich sozusagen noch tiefer als Tabus: Probleme anderer Leute weiterlesen