Das Wildbienenparadies Luisenhöhe wird jedes Jahr grüner und es gibt jetzt im April schon ganz viel Spannedes zu sehen – und zu hören.
Zur Erinnerung: Seit 2013 werden die Böschungen und Hecken beim Wildbienenparadies Luisenhöhe hummelfreundlich gepflegt – um möglichst viel Futter & Verstecke für sie und andere wertvolle Tiere zu schaffen.
2023 gab’s dann den großen Schritt: Der Start der Rekultivierung der unteren, größeren der ehemals zwei Parkplatzflächen. Dort habe ich eine Wildblumenmischung ausgesät, durch die neue, einheimische Blumen (und mit ihnen Pollen- und Nektar) an die Luisenhöhe gekommen sind.
Von Kätzchen und Zwiebeln

Den Anfang machen an der Luisenhöhe jedes Jahr die Weiden: Sie erfreuen mit ihren wunderhübschen Palmkätzchen und stillen den ersten Bienenhunger des Jahres. Dazu kommen verschiedene Zwiebelgewächse, die dank ihrer überwinternden Zwiebeln schon ganz früh ihre Köpfchen aus dem Boden stecken. Dan Anfang machten die Krokusse. Jetzt sind die Traubenhyazinthen dran.
Zwitscherhecken zum Verstecken

Nicht nur Bienen, auch Vögel lieben das Wildbienenparadies. Sie finden dort zahlreiche Verstecke und Sitzplätze. Auch dieses Jahr haben sich bereits zahlreiche von ihnen eingefunden, die kräftig um die Wette zwitschern.

Die Bienen sind ebenfalls schon aktiv. Die Erdhummeln suchen in Bodennähe nach Löchern für ihre Nester, andere Arten richten es sich im Bienenhotel gemütlich ein.

Die Wildbienen nutzen die Röhrchen des Wildbienenhotels im Wildbienenparadies für die Ablage von Eiern. Die Eier werden dabei in ein Bett von Pollen gelegt, damit die Larven während ihrer Entwicklung genug zu futtern haben.



Für das Futter der bereits erwachsenen Bienen sorgen die Blumen & Obstbäume in der Umgebung. Derzeit blüht z.B. der Birnbaum in der Hecke. Ganz in der Nähe vom Bienenhotel wachsen auch Buschwindröschen, die ich dort gepflanzt habe. Ich habe eine Riesenfreude, dass sie überlebt haben. Die Bienen sicher auch. Sie sind nämlich gemäss NaturaDB wichtige Insektenpflanzen, die viel Nektar und Pollen liefern.

Auch der erste Rotklee lässt sich schon blicken. Seine Hauptbestäuberinnen sind die Hummeln, mit ihren langen Rüsseln.

Die unscheinbaren Gänseblümen sind auch schon da und werden gemäß NaturaDB von sage und schreibe 75 Wildbienenarten besucht! Von ihnen ist es nicht weit zum Kriechenden Günsel auf dem nächsten Bild:

Der kriechende Günsel ist eine super Insektenpflanze kann insbesondere mit viel Nektar trumpfen.

Die rote Lichtnelke lässt sich auch schon blicken und kann trotz eher geringer Nektar- und Pollenwerte vom ökologischen Wert her voll mit ihren Bienenparadies-Genossinnen mithalten: Gemäß NaturaDB nutzen 21 Schmetterlinge die Blüten als Nektarquelle oder die Blätter als Raupenfutter.

Die Schmalwand ist zwar kein Bienenliebling, aber dafür knabbern 9 verschiedene Käferarten gerne daran. Darum ist sie natürlich ein hochgeschätztes Mitglied im Widlbienenparadies.

Hier drinnen wohnen gemäß der App Insektensommer des NABU (Naturschutzbund) wahrscheinlich entweder die Nachkommen von Zikaden oder Blattläusen. Das freut dann die Marienkäfer, die ich im Wildbienenparadies schon mehrmals angetroffen habe.

Das Vergissmeinnicht erfreut auch schon das Auge – und die Insekten.

Die Schlüsselblumen gehören zu den Blumen, die seltener werden. Darum habe ich auf den Böschungen und am Heckenrand welche gepflanzt. Ich freue mich sehr, dass es im Wildbienenparadies gefällt und sie heuer so farbenfroh blühen. Die langrüsseligen Wildbienen wie Hummeln und Pelzbiene, sowie Schmetterlinge freuen sich sicher auch.

Auch das wertvolle Lungenkraut – wie der Name sagt eine Heilpflanze für Husten, genau wie die Schlüsselblume – habe ich an mehreren Orten gepflanzt. Es wird auch Hänsel & Gretel genannt, weil es zwei unterschiedliche Blütenfarben hat.

Das Immergrün ist eine ganz spannender Gast im Wildbienenparadies: Gemäß NaturaDB ist es vor langer Zeit aus den Kloster- und Burggärten ausgebüxt, wo es im Mittelalter häufig als Zier- und Heilpflanze gehalten wurde. Die Ameisen freuts, weil die Samen nämlich fettreiche Anhängsel namens Elaiosome produzieren, die die Ameisen gerne mitnehmen.
Auch die bereits blühende Gundelrebe produziert solche Samen. Sehr erfreulich für die Ameisen!

Weniger erfreulich sind Autofahrer:innen, die in die Wiese reinfahren. Sie sind der Grund, warum ich jedes Jahr einen Zaun aufstelle. Dieses Jahr mit Häkelblumen.


Glücklicherweise hat dieses wiesenparkenden Auto nicht die hübsche Schnecke erwischt. Darum heisst es feiern, und dazu gibt es jetzt als Abschluss einfach noch ein paar Fotos von den restlichen Blumen, die derzeit das Frühlingserwachen im Wildbienenparadies Luisenhöhe einleiten. Schönen Frühling Euch allen!



Zum Weiterlesen
Quellen
Infos zum ökologischen Wert: NaturaDB, abgerufen am 22.04.2026
Insektenbestimmung: App Insektensommer des NABU (Naturschutzbund Deutschland), abgerufen am 22.04.2026
Pflanzenbestimmung: PlantNet, abgerufen am 22.04.2026
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