Wahr Sagen

“Wahr zu sagen ist die Bemühung, alle relevanten Fakten auf den Tisch zu bekommen und diese Fakten kritisch zu analysieren.”

Denknetz (Forum für den Austausch zu aktuellen Themen aus Wirtschafts-, Sozial- und Arbeitspolitik)

Die Erlebnisberg Luisenhöhe GmbH hat am 13.1.2019 Konkurs eingereicht. Und wenn ich mich nun seither bemühe, alle relevanten Fakten zu bekommen, um sie kritisch zu analysieren, dann stelle ich fest: Geht nicht wirklich. Dies deswegen, weil die Transparenz und die offene, wertschätzende Konfliktkultur, die hierfür notwendig wären in Haag am Hausruck nicht gelebt werden.

Was mache ich dann?

Einerseits schreibe ich Satiren: Sie werfen Schlaglichter auf einzelne Aspekte des Ganze. Ist das denn wirklich Teil einer kritischen Analyse – oder mache ich mich in den Satiren nicht nur einfach über Andere lustig – und entwürdige sie damit? Eine nicht ganz einfach zu beantwortende Frage. Ich sehe es so: Für mich sind Satiren eine Möglichkeit, die Werte transparent zu machen, die wir leben – und die sich zum Teil radikal von den Werten unterscheiden, von denen wir reden. Satiren machen Dinge sichtbar, die sonst verborgen bleiben. Auch hilft Lachen, Dinge zu verdauen. Satiren sind also für mich eine Möglichkeit Fakten auf eine “leicht verdaulichere” Art sichtbar zu machen. Und sie sind für mich eine Möglichkeit, mir Macht und Stärke anzueignen: Wenn ich über etwas lachen kann, dann macht es mir weniger Angst.

Eine Satire ist für mich eine hohe Kunst und ich versuche ihr bestmöglich gerecht zu werden. Ich bin auch immer sehr dankbar für kritisches Feedback :) Ich gehe sie so an: Einerseits basieren meine Satiren auf konkreten Fakten und Ereignissen. Ich prüfe die Fakten, die hinter meinen Satiren stehen sehr genau und sehr viele potenzielle Satire bestehen diesen Faktencheck nicht. Außerdem prüfe ich auch sehr genau, was denn mein Anteil an den Themen ist, auf die ich ein Schlaglicht werfe. Anders gesagt, ich frage mich: Ist das ein öffentliches Problem oder eines, dass ich mit mir selber regeln muss? Falls letzteres, dann lasse ich die Satire sein und bearbeite mein Problem auf andere Art. Schließlich ist für mich auch immer ganz wichtig, die Würde der betroffenen Menschen zu wahren. Ich schreibe alle meine Satiren in einer Haltung des Respekts und der Wertschätzung der betroffenen Menschen.

Meine andere Art, die Situation auf der Luisenhöhe zu beleuchten sind persönliche Analysen und Gedankengänge. Das ist das was ich hier gerade mache. Manchmal sende ich diese Überlegungen auch an Entscheidungsträger*innen bzw. Personen, die mitverantwortlich sind für Entscheidungen, um meine Haltung gegenüber ihnen transparent zu machen bzw. zu ihr zu stehen.

Gemeinsam ist beiden Zugängen, dass ich Fakten, auf die ich bei meinen Recherchen gestoßen bin – und die ich als von öffentlichem Interesse einstufe – öffentlich mache und so Raum dafür schaffe, dass sie (kontrovers) diskutiert werden können. Damit setze ich den für mich sehr wichtigen Wert der Transparenz um bzw. mich dafür ein, dass wir alle wissen WER-WAS-WIE entschieden hat.

Quellen:

Zitat “Wahr Sagen”: “Kritische Öffentlichkeit, Demokratie und Macht: Wahr Sagen”, Denknetz, abgerufen am 18.04.2020