Verantwortung übernehmen statt Gutes tun

Eigenverantwortung wahrnehmen – in farbenfrohen Schritten

“Wie, die wir zu den Begünstigten in der Welt gehören,
versäumen unsere erste Pflicht,
wenn wir nicht alles, was uns nur möglich ist, tun,
um den Kampf gegen Hunger und Elend zu führen,
der zugleich der Kampf für die Recht und Würde des Menschen ist.”
aus: “Erklärung von Bern”, 1968

Dieser Auszug aus dem Gründungstext der schweizerischen Organisation “Public Eye” spiegelt genau meine Lebenshaltung wieder: Wenn ich zu einer gerechteren Welt beitragen will, dann muss ich nicht “Gutes Tun” oder “Hilfe leisten”, sondern: Mein Beitrag hat dann die grösste Wirkung, wenn ich genau hinschaue, wo ich selber für Ungerechtigkeiten mitverantwortlich bin. Und dann das in meiner Macht liegende tue, um etwas gegen diese Ungerechtigkeiten zu unternehmen. Anders gesagt: Indem ich Verantwortung für mein Leben und Handeln übernehme.

Das ist voll cool, denn es heißt: Ungerechtigkeit ist nicht etwas Unveränderliches, das ich hinnehmen muss und höchstens durch Almosen lindern kann. Sie ist vielmehr die Folge von Strukturen, die ich beeinflussen kann, wenn ich aktiv werde. Ich kann die Welt verändern – zumindest ein Stück weit. Und genau das versuche ich. Einerseits im Alltag beim Einkaufen von Essen, Kleidung, Putzmitteln etc. Und andrerseits bei längerfristigen Entscheiden wie durch die Wahl meines Arbeitsplatzes, meines Wohnorts und der Menschen mit denen ich mich umgebe.

Zum Weiterlesen:
Website der Organisation Public Eye

Die Freiheit der Andersdenkenen

“(…) ist und bleibt die revolutionärste Tat, immer ›das laut zu sagen, was ist‹.
Rosa Luxemburg

Rosa Luxemburg

Ich wurde vor ein paar Tagen angefragt, ob ich bei einer -Rosa-Luxemburg-Veranstaltung als Übersetzerin aushelfen kann. Ich tat, was ich in so Fällen immer tue: Ich las mich ein. Und stellte dabei fest: Das was Rosa Luxemburg schrieb und vertrat ist erstaunlich aktuell.

Vor allem aber stellte ich überrascht fest: Diese Frau hat ja Die Freiheit der Andersdenkenen weiterlesen

Wer nichts hat, dem nehme man?

Österreich ist eines der Länder mit der grössten Ungleichheit in der Verteilung des privaten Vermögens: Die unteren 50% (!) besitzen nur 4% des Vermögens – die oberen 1% ein Viertel. Umso wichtiger ist somit für die Mehrheit der Bevölkerung ein hohes öffentliche Vermögen bzw. ein starker Sozialstaat. Dies ermöglicht nämlich einen gewissen Ausgleich der großen Ungleichheiten im Privatvermögen.

Für mich liegt angesichts dieser Zahlen Folgendes auf der Hand:: Es ist im Interesse der Mehrheit der Bevölkerung, dass Wer nichts hat, dem nehme man? weiterlesen

Wer zu Hause bleibt

Kämpfen heißt für mich: mich gewaltfrei für meine Werte einsetzen

Wer zu Hause bleibt
von Bertold Brecht

Wer zu Hause bleibt, wenn der Kampf beginnt
Und lässt andere kämpfen für seine Sache
Der muss sich vorsehen: denn
Wer den Kampf nicht geteilt hat
Der wird teilen die Niederlage.
Nicht einmal den Kampf vermeidet
Wer den Kampf vermeiden will: denn
Es wird kämpfen für die Sache des Feinds
Wer für seine eigene Sache nicht gekämpft hat.

Englisch für den Winter

Sable = englisch für Zobel  = ein Tier das mit dem Baummarder verwandt ist. Bekannt ist er vor allem aufgrund des für Pelzbekleidung verwendeten Zobelfells.

Warum schreib ich das? Nun: Es ist grad Winter. Im Winter ist es kalt. Und es ist Weihnachten. Und zu Weihnachten werden Geschenke verschenkt und Weihnachtslieder gespielt, wie “Es wird scho glei dumpa” oder “Santa Baby”. Und in Letzterem kommt doch glatt ein Zobel vor, den der Weihnachtsmann Englisch für den Winter weiterlesen

Neben uns die Sintflut

“Den eigenen Wohlstand zu wahren, indem man ihn den anderen vorenthält, ist das unausgesprochene und uneingestandene Lebensmotto der “fortgeschrittenen” Gesellschaften im globalen Norden – und ihre kollektive Lebenslüge ist es, die Herrschaft dieses Verteilungsprinzips und die Mechanismen seiner Sicherstellung vor sich selbst zu leugnen.” 
Aus: “Neben uns die Sintflut” von Stephan Lessenich, 2016, Carl Hanser Verlag

Auf gut deutsch: Wir leben auf Kosten von Anderen. Auch ich. Ich find das geht gar nicht – und geht auch anders.

Und genau das leb und entwickle ich in meinem Alltag. Indem ich Neben uns die Sintflut weiterlesen

Für wen?


“Man glaubt fürs Vaterland zu sterben, aber man stirbt für die Rüstungsindustrie.

Marcelle Capy, französische Pazifistin

Grad hab ich das Buch “Frauen gegen Hitler. Schicksale im Nationalsozialismus” ausgelesen. Im Buch wird u.a. über Hildegard Hamm-Brücher berichtet, die von den Widerstands-Aktivitäten der “Weissen Rose” wusste, aber selbst nie wirklich politisch aktiv wurde.  Nach dem 2. Weltkrieg engagierte sie sich für ein liberales und demokratisches Deutschland . Über sie steht in dem Buch: “Ihr politisches Engagement (…). Sie sah es als ein Vermächtnis – wenn es so etwas überhaupt gib – dieser lauteren Menschen an, daraus zu lernen, nämlich Verantwortung mitzutragen für eine menschenwürdige staatliche und gesellschaftliche Ordnung, das eigene Gewissen zu schärfen und gegen Unrecht und Unmenschlichkeit aufzubegehren – selbst um den Preis der persönlichen Freiheit, oder, wie bei den Geschwistern Scholl, des eigenen Lebens.”

Ich denke auch, Für wen? weiterlesen

Was man nicht sieht

“Die Person ist nicht ihre psychische Erkrankung. Diese sollte vielmehr als eine Begleiterin angesehen werden, die nicht ausgewählt wurde und mit der man sich bestmöglich arrangieren muss, um leben zu können.”

Schwere psychische Erkrankungen sind eine grosse Last für die betroffene Person. Diese hat unser Mitgefühl verdient – und nicht unsere Vorwürfe. Letztere helfen – nebenbei gesagt – sowieso niemand weiter. Weder der erkrankten Person, noch ihrem Umfeld. Wenn wir hingegen mitfühlen, so hat  die Person die Chance zu spüren, dass sie uns etwas wert ist – Wert hat.

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Und es geht doch :)

Letzens war ich im Bio-Hofladen. Da radelte ich wieder am Bauernhof vorbei, wo im Herbst wochenlang Kürbisfest ist. Das Fest ist bei den Leuten der totale Hit. Massenhaft reisen sie in das kleine Dorf mit dem viel zu kleinen Parkplatz. Und das mich immer wieder Erstaunende: Trotzdem steht dort kein einziges Auto in der Wiese. Dafür stehen je 1-2 vom Bauernhof bezahlte “Verkehrskadett*innen” vor dem kleinen Parkplatz neben dem Bauernhof und informieren die Autofahrenden, dass der Parkplatz voll ist und wo es den nächsten Parkplatz gibt (= 1,7 km und ca. 60 Höhenmeter vom Bauernhof entfernt). An diesem Parkplatz, der vor einem kleinen Bahnhof liegt hat der Kürbisfest-Bauernhof – weil der Bahnhof-Parkplatz in der “Kürbisfestzeit” zu klein ist – für die Kürbisfestwochen eine Wiese gepachtet, auf der dann Autos parken können. Von dort Und es geht doch 🙂 weiterlesen