Herbst-Highlights

Rindsauge im Wildbienenparadies Luisenhöhe.

Im zunehmend farbenfrohen Herbst mischen auch immer noch blühende Blumen des Wildbienenparadieses Luisenhöhe mit. Andere Pflanzen des Bienenparadieses sind schon versamt – und sorgen auf diese Weise für einen schönen Herbst.

Samen sind einerseits leckeres Futter für diverse unserer Erde-Mitbewohner:innen und ebnen andererseits den Weg für neue Blumen im nächsten Jahr – an denen sich dann wieder viele Wildbienen laben können.

Reiche Wildobsternte

Die Kornelkirsche – ein Strauch der schon ganz früh im Jahr wertvollen Pollen liefert – trug dieses Jahr erstmals ganz viele Früchte. Als ich im September vorbeischaute, waren schon viele runtergefallen. Die hab ich den Tieren gelassen. Den Rest habe ich zu leckerer Marmelade verarbeitet.

Farbtupfer: hübsch & wertvoll

Die Blumen an der Luisenhöhe sind gut für die Seele von uns Menschen – und sie liefern Pollen und Nektar für die Wildbienen die jetzt noch unterwegs sind.

Die Färberkamille ist eine ganz typische Blume in Ruderalflächen. Genau eine solche Fläche ist das Wildbienenparadies Luisenhöhe: Ein lückiger Standort, auf dem Blumen wachsen, die in nährstoffreichen Wiesen nicht konkurrenzfähig sind.
Die Wiesen-Flockenblume hat gemäss NaturaDB gerne Sonne. Da ist sie im Wildibenenparadies genau richtig. Sie ist eine ausgezeichnete Futterpflanze für viele Insekten – von Honigbienen über Hummeln und andere Wildbienen bis zu Schmetterlingen und Schwebfliegen. Die Samen werden v.a. durch Ameisen verbreitet.
Auch die Rispen-Flockenblume hat es gemäss Natura DB gerne sonnig – und dazu auch noch trocken. Kein Wunder blüht sie nach dem trockenen Sommer noch so freudig vor sich hin. Ihre Blüten werden u.a. von über 90 Wildbienen besucht und ihre Früchte ähnlich wie bei Kletten verbreitet: durch das Anhaften im Fell von Tieren oder den Federn von Vögeln. Ausserdem sind auch bei dieser Flockenblumenart Ameisen bei der Samenverbreitung aktiv.
Auch der Hornklee ist sehr trockenheitsresistent – dank seiner langen Pfahlwurzeln. Er ist eine wichtige Raupenfutterpflanze für den Hauhechelbläuling.
Die neselblättrige Glockenblume hingegen hat gemäss NaturaDB gerne etwas mehr Wasser. Darum wächst sie im Wildbienenparadies am Heckenrand im Halbschatten der Sträucher.
Die Prachtnelke verträgt gemäss Natura DB zwar ein paar trockene Tage problemlose, hats aber doch gerne auch ein bisschen feucht. Darum wächst auch sie eher im Umkreis der Hecke.
Der echte Steinklee wiederum liebt gemäss NaturaDB Sonne und die Wildbienen lieben ihn: Er liefert Höchstwerte an sowohl Nektar als auch Pollen (jeweils 4/4). Super Sache also, wenn er so spät im Herbst noch blüht.
Der weisse Steinklee mags gemäss Natura DB ebenfalls sonnig, sowie trocken – also ebenfalls ein idealer Kandidat für die sonnig-schottrige Ex-Parkplatzfläche des Wildbienenparadieses.
Ich liebe die himmelblau blühende Wegwarte. Sie hat einen langen Wurzelstock und ist gemäss Natura DB äusserst flexibel: Sie kommt einerseits gut mit Trockenheit zurecht, aber wenn es feuchter ist, dann ist sie ganz happy und blüht noch viel mehr.Spannend ist auch, dass ihre Zuchtformen voll bekannt sind: Chicorée, Endivie und Radicchio. An ihrem Beispeil zeigt sich, wie eng unsere Lebensmittelproduktion mit Wildpfanzenflächen verknüpft ist.
Eine ähnlich hübsche Farbe wie die Wegwarte hat diese Skabiose – eine Super-Insektenpflanze.
Skabiosen gibt es auch in gelb.
Das Leinkraut punktet ebenfalls mit einem sehr hübschen Gelb. Es gilt in der Botanik als Zeiger für Lehm. An dem mangelt es in der Gegend des Wildbienenparadieses Luisenhöhe in der Tat nicht.

Natternkopf: Auffällig & wertvoll

Last but not least blüht immer noch der schon seit Monaten Farbe versprühende Natternkopf. Er hat sich auf der gesamten Ex-Parkplatzfläche ausgebreitet und bestätigt damit die Aussage von Natura DB, dass er mit Schotterflächen zurecht kommt und sich an passenden Standorten selbst aussät.

Die Blüten werden gemäss Natura DB von zahlreichen Wildbienen, Hummeln und anderen Insekten besucht
Mit etwas Phantasie sehen die Blüten dieser Blume aus wie der Kopf einer Schlange, mit den herausragenden Staubgefäßen als Zunge – darum heisst sie Natternkopf.
Spannender Fun Fact: Nicht nur die Blüten, sondern auch der Pollen des Natternkopfs sind blau.

Anti-Aua statt Auto

Der Natternkopf ist insgesamt eine äusserst vielfältige und wertvolle Pflanze – auch für uns Menschen. Sollest du bei der Betrachtung des Natternkopfes so fasziniert von der Blüte sein, dass du den Boden nicht beachtest und stolperst, so ist das auch kein Problem: Das zerriebene Kraut wird gemäss Natura DB als Mittel gegen Verstauchungen und Zerrungen verwendet.

Insgesamt gibt es also ganz viele Gründe, sich darüber zu freuen, dass statt den vormalig dort abgestellten Autos heute zahlreiche Blumen & Tiere im Wildbienenparadies Luisenhöhe eine Heimat finden.


Zum Weiterlesen

Quellen

Für die Pflanzenbestimmung habe ich das Online-Tool PlantNet genutzt.

Die Fotos stammen vom 12. September, 5. Oktober und 7. Oktober 2026.

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