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Mit Allem kommen können

Wir spüren, wo wir gut aufgehoben sind

Wer kennt ihn nicht, den Satz der Bürgermeisterin / des Chefs / der Kursleiterin / der Eltern: Man kann jederzeit mit Allem zu ihm/ihr kommen. Was ich daran so spannend finde ist: Menschen sind wahnsinnig gescheit – schon von Kind auf. Sie wissen ganz genau, wem sie wirklich offen ihre Sorgen erzählen können bzw. welche Risiken damit verbunden sind – und richten sich danach. Und so bekommen eigentlich nur die Menschen, die für die Welt in ihrer ganzen Fülle (inkl. kritischer Wahrnehmung ihrer eigenen Handlungen) offen sind, auch die wirklichen Probleme mit. Alle andere hören das, was sie hören wollen (und können). Ich finde: Das hat eine gewisse Gerechtigkeit. Und eine gewisse Tragik.

Tragisch ist es deswegen, weil Mit Allem kommen können weiterlesen

Konkurs Luisenhöhe: “beträchtliche finanzielle Mittel fehlen”

Leistungen der Erlebnisberg Luisenhöhe GmbH 2014-2017 an den Weg der Sinne: “beträchtliche finanzielle Mittel”?

Heute, 30. April 2020, um 10:45 fand die Gerichtsverhandlung zum Konkurs der Erlebnisberg Luisenhöhe GmbH statt. Eine gute Gelegenheit Zeit, kurz ein paar Zahlen Revue passieren zu lassen bzw. in Relation zueinander zu stellen:

  1. Gemäß den mir vorliegenden Informationen wurde die Erlebnisberg Luisenhöhe GmbH in den Jahr 2014-2017 mit öffentlichen Geldern in der Höhe von über 1,56 Mio. Euro gefördert, der Weg der Sinne gleichen Zeitraum mit 79.332 Euro.
  2. Gemäß dem Masseverwalter des Konkurses der Erlebnisberg Luisenhöhe GmbH (Rechtsanswaltskanzlei Saxinger, Chalupsky & Partner Rechtsanwälte GmbH, Wels) reicht die Insolvenzmasse nicht, um die Masseforderungen zu erfüllen (soweit ich das versteh: es ist nicht genug Geld da, um alle Schulden zu zahlen – siehe Link Amtsblatt unten).
  3. Gemäß Bürgermeister Konrad Binder würden der Gemeinde Haag am Hausruck im Fall einer dauerhaften Schließung der von der Erlebnisberg Luisenhöhe GmbH betriebenen Bahn “beträchtliche finanzielle Mittel” fehlen, die von der Gesellschaft bislang für die Erhaltung des Wegs der Sinne geleistet wurden (siehe Zitat & Link Gemeindezeitung unten).
  4. Im ebenfalls gleichen Zeitraum zahlte die Erlebnisberg Luisenhöhe GmbH gemäß meinen Informationen in den Jahren 2014 & 2015 gar nichts an den Weg der Sinne. In den Jahren 2016 & 2017 erfolge eine Zahlung von durchschnittlich 3.972 Euro pro Jahr an den Weg der Sinne. Das ergibt für die Jahre 2014-2017 insgesamt 7.943 Euro oder 1.986 Euro pro Jahr, die dem Weg der Sinne künftig von Seiten der Erlebnisberg Luisenhöhe GmbH fehlen würden.

Fazit

1.986 Euro zusätzliche öffentliche Ausgaben pro Jahr sind tatsächlich viel Geld. Allerdings scheint mir, dass die 1,56 Mio. Euro öffentlichen Gelder, mit denen das Unternehmen Erlebnisberg Luisenhöhe GmbH in den vergangenen Jahren gefördert wurde, eine beträchtlich höhere Summe ist, die nun in Zukunft bei anderen Dingen fehlt (die mir persönlich wichtiger sind) – und mit der man im Übrigen den Weg der Sinne 785 Jahre lang mit jährlich 1.986 Euro unterstützen hätte können.

Anmerkung:

Die Berechnungen erfolgten auf Grundlage der in den Protokollen der Sitzungen des Gemeinderates der Marktgemeinde Haag/H veröffentlichten Zahlen. Das letzte von der Marktgemeinde auf ihrer Website online gestellte Protokoll ihrer Gemeinderatssitzungen stammt vom November 2018 (Stand 30.04.2020). Anders gesagt: Es wurden von der Marktgemeinde bislang keine Protokolle online gestellt, die die Einreichung des Förderantrags des Vereins Weg der Sinne für das Jahr 2018 erfassen. Es wurden daher Konkurs Luisenhöhe: “beträchtliche finanzielle Mittel fehlen” weiterlesen

Was sich (nicht) rechnet

Der laufende Betrieb ist laut Vötsch [Aufsichtsratsvorsitzender der Erlebnisberg Luisenhöhe GmbH, Anm.] aber immer kostendeckend gewesen.

Michaela Krenn-Aichinger, OÖN, 16.10.2019 (1)

“Das Tagesgeschäft rechnet sich ja.”

Konrad Binder, Bürgermeister von Haag am Hausruck, zitiert am 16.10.2019 (1)

Die letzten beiden Saisonen sind für uns sehr gut gelaufen, wir konnten die Bahn und die Waldschenke kostendeckend führen.”

Aufsichtsratsvorsitzender der Erlebnisberg Luisenhöhe GmbH, Gerhard Vötsch, zitiert am 29.10.2019 (2)

Ein Minus von 20.000 Euro steht in der Bilanz der vergangenen Saison.

Michaela Krenn-Aichinger, OÖN, 14.1.2020 (3)

“Schade, dass hier keine Ruhe einkehrt. Aber aufgrund der vielen Auflagen, die sich im Bewilligungsverfahren ergeben haben, war es schon länger absehbar, dass ein zumindest kostendeckender Betrieb kaum möglich ist.”

Konrad Binder, Bürgermeister von Haag am Hausruck, zitiert am 21.1.2020 (4)

“Nun ist der Masseverwalter am Zug. Es stimmt mich positiv, dass er das Ziel formuliert, dass die Bahn im Frühling weiterfahren soll. Damit hat er das gleiche Ziel wie ich. (…) Es muss nun entschieden werden, ob, beziehungsweise unter welchen Bedingungen wir [ die Marktgemeinde Haag am Hausruck, Anm. ] uns [ mit Steuergeldern, Anm. ] an einer eventuellen neuen Gesellschaft beteiligen.”

Konrad Binder, Bürgermeister von Haag am Hausruck, zitiert am 21.1.2020 (4)

Die Erlebnisberg Luisenhöhe GmbH errichtete und betrieb – mit kräftiger Unterstützung durch Steuergelder – eine Bahn in Haag am Hausruck. Die Kosten für die Bahn Was sich (nicht) rechnet weiterlesen

Mein Bier, dein Bier

Website der Marktgemeinde Haag/H: Bürgermeister Konrad Binder ist ein Fehler passiert. Entdeckt haben ihn nicht seine Mitarbeitenden – sondern ich.

Achtung: Todernst!

Hier stand ursprünglich eine Satire. Am 15.11.2019 bekam ich dann von Konrad Binder das Feedback, dass er meine Satiren als menschenverachtend und entwürdigend empfindet. Ich prüfte daraufhin die Satiren, die ich seit unserem letzten Gespräch vor dieser Kritik geschrieben hatte. Zu diesen gehörte auch der Text, der vorher hier stand und in dem es um um Umgang mit Fehlern bzw. Gruppendynamiken im Team der Marktgemeinde Haag am Hausruck und die daraus entstehende Gefahr von Betriebsblindheit ging. Ich las ihn und stellte fest: Das worum es mir hier geht, ist für mich wichtig – und todernst. Und so entschloss ich mich, den Text völlig umzuschreiben, d.h: dieselben Themen auf völlig andere Art aufzuarbeiten und dabei einen kleinen Einblick in meine Seele zu geben bzw. in das, was hinter meinen Satiren steht.

Der neue Text liest sich so: Wer diese Website ab und zu liest, dem ist sicher schon aufgefallen, dass da so Dinge stehen wie “meine Weg” oder “die Parkplatz”. Also Fehler, die den Eindruck vermitteln, dass ich grad den Grundkurs Deutsch hinter mir hab – und bei der Prüfung durchgefallen bin. Das ist ja nun eindeutig nicht der Fall. Mein Deutsch ist überdurchschnittlich gut. Was will ich damit sagen: Fehler sind kein Zeichen dafür wie gut oder schlecht jemand sein Fach beherrscht. Und: Die eigenen Fehler übersieht man häufig. Die der anderen hingegen findet man superschnell. Darum ist das Beste was einem passieren kann, einen Mensch in seinem Leben zu haben, der Fehler, die man macht erstens findet und zweitens einen noch dazu auf sie aufmerksam macht. Der Oberluxus ist, wenn dieser Mensch auch noch gruppendynamische Prozesse erkennt, die Betriebs- bzw. Fehlerblindheit fördern. Ich bin – aus meiner Sicht – ein solcher Mensch und für alle, denen ich meine kritische Beobachtungsgabe schenke Goldes wert. Und es ist sicher auch so: Mir passieren bei der Formulierung meiner wertvollen Beobachtungen (in satirischer oder andere Form) Fehler – und weil es eben meine eigenen sind, erkenne ich sie nicht. Und wenn ich mir überlege, was das für mich heißt, dann komm ich zum Schluss: Aneinander Fehler zu sehen ist ein so wertvoller Prozess, dass mir nichts besseres passieren kann, als auf Menschen zu treffen, die fähig und willens sind, mit mir in einen wertschätzenden Prozess einzutreten in dem wir gegenseitig aneinander Fehler finden.

Quelle: Website der Marktgemeinde Haag am Hausruck (abgerufen am 26.09.2019)

Mitverantwortlich

Am 21.5.2019 erstellter Screenshot der Facebookseite der ÖVP Haag am Hausruck

Vorspann: Ich bin wie Bundespräsident van der Bellen überzeugt:
“Politikerinnen und Politiker wollen das Leben in einer Gesellschaft verbessern und ordnen diesem Ziel für gewöhnlich viel unter im Privatleben und in anderen Bereichen. Und manchmal kommen sie von ihrem Weg ab und überschreiten Grenzen, verletzen Menschen, zerstören Vertrauen.” Es ist meiner Erfahrung nach völlig falsch zu glauben, dass “eh alle Politiker gleich sind”. Es ist vielmehr bequem. Ich bin überzeugt: Menschen – in- und außerhalb der Politik – können aus Fehlern lernen und Verantwortung übernehmen.

Oberösterreich tickt anders: Meine Erfahrung ist: Man(n) kann sich dort fast alles leisten – ohne je die Verantwortung dafür übernehmen zu müssen. Und so verwundert es mich – leider – nicht, dass Mitverantwortlich weiterlesen

Ein Mass – für unermessliche Einzigartigkeit

Gestern hab ich einen Vortrag von Ran Goldstein gedolmetscht, dem Direktor von “Ärzte für Menschenrechte Israel”, einer Organisation, die sich seit 1988 für das Recht auf Gesundheit in Israel und den besetzten Gebieten einsetzt – u.a. mit einer “mobilen Klinik” in Palästina (Ärzt*innen fahren wöchentlich dorthin und behandeln kostenlos die Bevölkerung) und einer “offenen Klinik” in Israel (wo gratis Menschen behandelt werden, die in Israel leben und keine Krankenversicherung haben).

Er erzählte, dass seine Organisation zunehmend unter Druck ist – wie auch andere Menschenrechtsorganisationen in Israel. Ein Mass – für unermessliche Einzigartigkeit weiterlesen

(Richtiges) Licht fürs Dunkel

Grosses Mausohr Myotis myotisGrosses Mausohr (Foto: Manuel Werner, Deutschland)

Die Benutzung von künstlichem Licht nimmt weltweit um 6% pro Jahr zu. Das sind schlechte Neuigkeiten für Tiere wie lichtempfindliche Fledermausarten. Oder Nachtfalter. Die wiederum wichtige Bestäuber*innen sind. Also auch schlecht für Pflanzen, die auf Bestäubung angewiesen sind.

Darum ist es so wichtig, das richtige Licht ins Dunkel zu bringen. Genau das macht die Gemeinde Haag am Hausruck –  in der mein Parkplatz liegt. Und zwar v.a. deswegen, weil deren Bürgermeister – meinem Pächter Konrad Binder  –  die Umwelt sehr am Herzen liegt  – und er darum die Umstellung auf LED-Lampen vorantreibt. Genau wegen dieser Umweltsensiblität hab ich ihn ja damals auch zum Pächter meines Parkplatzes erkoren :) (Richtiges) Licht fürs Dunkel weiterlesen