Sternen-Glanz – mein Weg mit Konrad Binder

„Eine wirklich gute Idee erkennt man daran, dass ihre Verwirklichung von vornherein ausgeschlossen erschien.“  (angeblich von Albert Einstein)

Am 23.7.2014 haben Konrad Binder und ich Nutzungsvereinbarungen für meine beiden Parkplätze an der Luisenhöhe abgeschlossen. Dieser Schritt ist für viele schwer nachvollziehbar.

Es ist nämlich so: Der Mann, mit dem ich diese Verträge abgeschlossen haben ist derselbe, der vorher in seiner Rolle als Bürgermeister versucht hatte, diese Parkplätze zu enteignen (mich zu enteignen), nachdem ich sie gekündigt hatte, weil ich das neue Tourismusprojekt neben diesen Parkplatz – bzw. die Art und Weise wie es umgesetzt wurde  – nicht mittragen wollte.

Wie ist es zu erklären, dass wir uns vor diesem Hintergrund auf einen gemeinsamen Vertrag eingelassen haben?
Konrad und ich haben – neben vielen Uneinigkeiten – eines gemeinsam: Wir stellen immer den Mensch an die erste Stelle. Oder vielleicht eher: Wir suchen beide beharrlich nach einem Weg, in dem uns das gelingt. In dem nicht der Paragraph zählt. Oder das Geld. Oder die Funktion. Sondern eben: Der Mensch. Und vor diesem Hintergrund war es eigentlich nur logisch, dass wir gemeinsam versuchen dieses Ziel miteinander dort umzusetzen wo sich unser Weg im Jahr  2013 gekreuzt hat: Auf den Parkplätzen an der Luisenhöhe.

Weil unser Weg so neu ist – es ihn ja sozusagen (auf der Luisenhöhe) noch gar nicht gibt – ist es ganz logisch, dass es erstens für uns zwei schwierig ist, diesem Pfad zu folgen bzw. ihn zu finden – und zweitens für Aussenstehende schwer bis gar nicht möglich ist, nachzuvollziehen auf welchem Weg wir uns bewegen. Wer uns aber zu verstehen versucht, zuhört und sich die Mühe nimmt, genau hinzuschauen, der/die wird bemerken, dass sich auf unserem Parkplatz –  und auf unserem Weg –  die Sterne spiegeln.

Für mich ist es so: Konrad  sah vor seiner Unterschrift unter die Vereinbarungen keinen anderen Weg als mich zu enteignen. Indem ich ihm vorschlug, es anders zu probieren, hab ich ihm vorgeschlagen, ein Stück eines Weges mitzugehen, den ich bereits Jahrzehnte vorher eingeschlagen hatte: Ich probiere (damals wie heute) in meinem Leben nur das mitzutragen was ich mit meinem Gewissen vereinbaren kann. Und es war eben im Zug der Enteignung etwas passiert, was ich keinesfalls mittragen wollte. Ich wollte einen Gemeinderatsbeschluss verhindern, bei dem öffentliche Gelder “als Bestands-Enteignung getarnt” für die Umsetzung eines privaten Vertrages eingesetzt wurden. Der Weg in Richtung Einklang mit meinem Gewissen führte über Konrad: Ich Konrad gefragt, ob er einen Vertrag mit mir macht (mit dem dieser für mich unlautere Umgang mit öffentlichen Geldern verhindert wurde) – und er hat ja gesagt.

Wir machen – in meiner Wahrnehmung – etwas zu einem Miteinander in dem kein Platz für ein Miteinander vorgesehen ist. Und machen damit beide das, was wir für richtig halten. 

Der Weg auf den ich mich mit meinem Parkplatz (weit über den Vertrag mit Konrad hinaus) eingelassen habe ist für mich mehr als schwierig. Aber es ist nicht Einfachheit, die ich suche. Es ist die Lösung von Problemen – jener Probleme die ich hinter den Fassaden ausmache, deren notdürftige Übermalung viele Menschen in Haag am Hausruck (und darüber hinaus) seit 2013 versuchen mir als Sanierung zu verkaufen.

Meine Weigerung, dort eine schöne Fassade mitzutragen wo das Grundproblem nicht gelöst ist,  ist  der Grund dafür, dass es auf meinem Parkplatz Schlaglöcher gibt. Ich will nicht einfach Geld für ein oberflächliches Übertünchen annehmen und so tun will als wäre alles ok. Das ist es nämlich nicht.

Was ich will, ist an einer gut verwurzelten farbigen Zukunft bauen. Und dafür stehen z.B. die Kräuter auf meinem Parkplatz – die sich seit über 3 Jahren beharrlich dort behaupten und jedes Jahr neu blühen. Auch andere Blumen haben sich schon dort angesiedelt – einfach so, ohne mein Zutun.

Wohin wird der Weg führen, den Konrad und ich mit unseren Verträgen – bzw. schon lange vorher durch das Einlassen aufeinander in widrigsten Umständen – eingeschlagen haben? Ich weiss es nicht. Aber ich weiss, dass nachts – dann wenn alles ganz besonders dunkel scheint – die Sterne den Parkplatz zum Glänzen bringen. Und mir – und vielleicht auch Konrad – immer wieder den Weg leuchten.

 

Weiterführende Infos:

Beweggründe und Inhalt der Nutzungsvereinbarungen: Bitte hier klicken

Q&A zu den Nutzungsvereinbarungen:  Bitte hier klicken

Nutzungszweck-Information für die Besucher*nnen des Parkplatzes:

Vom Familienbetrieb Schilder & Gravuren in Dross bei Krems (für mehr Infos hier klicken) gefertigtes Holzschilder aus einheimischem Lärchenholz, eingelassen mit Lärchenharz, informieren die BesucherInnen über den in der Nutzungsvereinbarung festgelegten Nutzungszweck.

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PS: Auf dem Schild ist keine Baggerschaufel erwähnt (nur so zum Thema, dass wir Deutschpflicht in Kindergärten brauchen – wegen der Ausländer*innen…).